Zitat von Scrawled: Und daher sollte man es dem Jungen noch klarer machen, dass die Schwester etwas hat, was er nicht mehr haben darf? Und der Schwester die Mama wegnehmen, damit auch sie jetzt etwas nicht mehr haben darf, was ihr BRUDER hat?
Ich sehe hier zwei Geschwistern, die sich in Zukunft hassen werden und das finde ich immer traurig.
Darüber lässt sich bestimmt vorzüglich streiten. Mit Sicherheit hast du Recht und beide Vorgehensweisen werden ihre Nachteile für die Kinder haben. Das hätte man allerdings berücksichtigen müssen, BEVOR man auf Teufel komm raus die Scheidung provoziert.
Es geht hierbei also wohl nur um die Frage, welche Vorgehensweise für beide Kinder das bessere der zwei Übel ist. Und da frage ich einfach mal in den Raum:
1. Dem Jungen jedes 2.WE vorzuleben, dass er keinen Vater mehr hat, die Schwester aber schon und deswegen dem Mädchen den Frust des großen Bruders aussetzen lassen? Denn jedes Mal, wenn das Mädchen seine Sachen packt und sich auf ein WE mit dem Vater freut, wird ein anderes Kind daran erinnert, das es eigentlich total am A*** ist!
2. Oder eben das Mädchen aus dieser Situation herausnehmen und gleich beim Vater wohnen lassen. Da hätte der Junge sicherlich den nötigen Abstand und würde sich früher oder später an die Situation gewöhnen können und damit seinen Frieden schließen, was definitiv nicht wirklich funktionieren würde, solange er noch mitten drin steckt. Die Tochter verliert ihre Mutter genausowenig, wie sie jetzt ihren Vater verliert. Im Gegenteil, sie darf sich auf die Besuche bei der Mutter sogar wirklich freuen und findet bei ihrer Rückkehr nach Hause wenigstens keinen frustrierten Vater (hoffentlich) und traurigen Bruder vor, die beide auf ihre Art einen Loyalitätskoflikt befeuern.
Du, ich muss da ehrlich gesagt, nicht lange überlegen, wenn ich entscheiden müsste, was für BEIDE Kinder in dieser Situation das Bessere von den beiden Übeln wäre.