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Frauen ab 40+, 50+, 60+ werden nur alt?

Malatesta
@Arella

Halb so wild der Sturm im Wasserglas, ein bißchen polemische Würze in der faden Wassersuppe macht sie erst genießbar.
So mir meine Kontrahentin mit dem Vorwurf der ,,Arroganz" schmeichelt, das ich als Kompliment verbuche, wäre es unhöflich, würde ich mich nicht brav bedanken.

Deinen Aufruf zur Beilegung des Streits mag ich dennoch gerne nachkommen.

Es gibt wahrlich Wichtigeres zu besprechen, gerne auch wieder respektvoll und kultiviert.

x 1 #136


Arella
Denke schon, wer persönlich in Kontakt kommt, dieses Schicksal ist ein sehr schweres Los. Differenzen beilegen.
Es ist manchmal auch schwer, wenn man nur die Schreibform hat. Da kann es zu Missverständnissen kommen.

#137


A


Frauen ab 40+, 50+, 60+ werden nur alt?

x 3


Malatesta
@Arella
Zitat:
So, wie ich das verstanden habe, handelt es sich bei diesem Satz, um das eigene Fazit des Users, seine eigene persönliche Schlussfolgerung, zu den von ihm angesprochenen Forschungen.


Vorweg:
Bevor mir wieder der Kopf abgerissen oder allerlei an den selbigen geworfen wird, sei darauf hingewiesen, daß das folgende Exzerpt vor Jahre entstanden ist, teils einem Essay über die Alzheimererkrankung, teils einem Drehbuch für einen fiktiven Kriminalfall unter Alzheimereinfluß entnommen.
Selbst habe ich keine wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet erworben, mein studiertes Fach ist die Physik und einige Semester Psychologie. In der Zeit der Abfassung war ich publizistisch tätig, mit Schwerpunkt auf zeitgeschichliche Themen, im Jahr 2013 stand Alzheimer im öffentlichen Fokus und meinem schriftstellerischen Interesse.


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Das Motiv

[...]
Im Frühjahr 2013 wurde in Deutschland verstärkt über Demenzerkrankungen in den Medien berichtet, es gab regelrecht eine konzertierte bundesweite Informationskampagne der Alzheimergesellschaft, viele lokale Vortragsreihen und Tage der Offenen Tür von Betreuungseinrichtungen für Demenzkranke, als Angebot für Angehörige und Interessierte. Die Initiatoren wollten die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und andererseits den Ängsten begegnen, die viele Menschen angesichts der demographischen Entwicklung und eigenen Alterung hegen.

In Wasserburg habe ich derweil die Vormittage bei ausgedehnter Zeitungslektüre in meinem Lieblingscafe verbracht (ich werde richtig wehmütig, wenn ich meine momentane Arbeitsbelastung sehe), wobei mir im Feuilleton der ZEIT ein langer Artikel über das umstrittene Buch von Tilman Jens unterkam, dem Sohn des renommierten Rhetorikprofessors Walter Jens aus Tübingen, der zwischenzeitlich an Alzheimer gestorben ist (sofern man es glaubt und nicht ignoriert, daß der Professor 25 Jahre lang ein Medikamentenmix geschluckt hat wie ein schwerstabhängiger Dro., was das Gehirn naheliegend geschädigt haben dürfte). Gleichfalls der ehemalige Fußballmanager von Schalke 04, Rudi Aussauer, dessen Demenzschicksal rührselig die Gemüter der Fernsehzuschauer bewegt, ohne daß erwähnt wird, daß der Promi bekanntermaßen ein exzessiver Säufer war.

Jedenfalls habe ich mich durch die Lektüre als tagesthematisch interessierter Zeitgenosse ein wenig in die Demenz-Materie vertieft. Und ich brauchte eine Idee für ein Manuskript, bin ich doch mit dem Vorsatz nach Wasserburg, um als Privatier mit selbstfinanziertem Stipendium das literarische Schreiben zu vertiefen.

Was mich gesellschaftstheoretisch an der Demenz-Symptomatik fasziniert, ist der Identitätsverlust und die metaphysische Frage: wo bleibt das Bewußtsein, wenn das Gedächtnis schwindet? Und was hat es mit Identitätsverlust genau auf sich, bzw. mit der Orientierungswandlung von der kognitiven Funktionalität zur Emotionalität, die bei dementen Menschen fast durchweg zu beobachten ist. Ich durfte mich am Ende meiner vielseitigen Recherche dann sogar eine Woche in einer Betreuungseinrichtung für Demenzkranke umsehen, den Pflegalltag beobachten und am Freizeitprogramm teilnehmen. Das hat mich überhaupt erst auf die Idee gebracht, die Klischees zu überdenken, die über diese Gedächtnisstörungen und geistige Beeinträchtigungen kursieren bis hin zur Panik, daß die Diagnose ‘Morbus Alzheimer‘ einem Todesurteil gleichkäme.

Eine unbegründet diffuse Angst, die natürlich absoluter Blödsinn ist, aber durch entsprechende Falschdarstellungen in rührseligen Betroffenheitsreportagen zur besten Sendezeit genährt wird (Das ist besonders den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten anzukreiden. Die einzig wirklich sachlich-wissenschaftliche Dokumentation über Alzheimer und den Stand der unklaren Forschung im Auftrag des WDR, ausgestrahlt im Jahr 2007, ist aus der Mediathek der ARD gelöscht worden, selbst im Internet muß man lange suchen und findet die Doku nur noch in amerikanischen Portalen. Es sind eben auch vor allem die privaten medizinischen Stiftungsinstitute in den USA, die die Widersprüche bei der neurobiologischen Ursachenerklärung konsequenter berücksichtigen als in Deutschland)

Als ich mich lange genug mit dem Thema beschäftigt hatte, war auch die zündende Idee für eine Story da. Ein Kriminalfall im Alzheimermilieu, der zwar als Krimi beginnt aber im trüben Sumpf der Erkenntnislosigkeit endet.
[...]

Die Story

Eine weltgewandte Frau aus bildungsbürgerlichem Haus einer wohlhabenden Kleinstadt in Süddeutschland wird unter Mordverdacht festgenommen. Sie soll ihren Ehemann im Salon der Villa erschossen haben, als er am Klavier andächtig eine Sonate spielte. Albert Sartorius, das Opfer, war der langjährige Dirigent des Landessymphonieorchesters und Komponist einer bühnenreifen Oper. Elisabeth Sartorius, Ehefrau und Tatverdächtige, lehrte früher Musiktheorie und unterrichtete als Klavierlehrerin einige hochbegabte Talente. Zuletzt repräsentierte sie eine Stiftung für Traumaopfer, finanziert aus dem Privatvermögen des Ehepaars. Es verkörperte das Ideal einer gelungenen großbürgerlichen Ehe. Gemeinsam setzten sie sich mit ihrem Renommee und Privatmitteln für die Förderung der musikalischen Früherziehung ein, initiierten außerdem eine staatliche Musikhochschule in der Kleinstadt. Das verdienstvolle Engagement um die Kultur und Caritas zu würdigen, schuf der Verwaltungsrat eigens das Privileg einer Privatloge in der traditionsreichen städtischen Oper, das den honorigen Mäzenen auf Lebenszeit gewährt wurde. Die gesellschaftliche Stellung, die das Ehepaar in der Kleinstadt einnahm, der Respekt, der ihnen von den Stadtbewohnern allseits gezollt wurde, gründete auf den überkommenen Wertekanon eines untergegangenen Bürgertums, das eigennützliches Glücksstreben und gesellschaftlichen Aufstieg noch mit calvinistischen Erwerbsfleiß und gottesfürchtiger Demut verband.

Die Tat erschütterte das Antlitz der vorbildlich schillernden Ehe umso mehr, wie sie unerklärlich bleibt. Die Namen Albert und Elisabeth Sartorius verbürgten immerhin die Gewißheit, daß eine fruchtbare Liaison aus Anstand und Erfolg möglich ist. Sie führten ein bewundertes Leben, das den privaten Glücksanspruch mit dem sozialen Gemeinwohl zu vereinbaren wußte, ohne daß die Moral der Rendite unterliegt, verteidigten ein letztes Residuum erodierender Würde gegen die Dominanz des ökonomischen Kalküls.

Nicht nur die ungebrochene Strahlkraft der Sartorius behindert den analytisch denkenden Hauptkommissar bei der Aufklärung der Tat, er steht gleich in zweifacher Hinsicht vor einem schier unlösbaren Ermittlungs- und Erkenntnisproblem. Weder gibt es ein ersichtliches Motiv noch ist ein Geständnis zu erwarten. Denn Frau Sartorius leidet seit geraumer Zeit unter der großen Vergeßlichkeit, ist an Alzheimer erkrankt, im fortgeschrittenen Stadium.
[...]

[...]
Der Fall handelt maßgeblich in drei Dimensionen, der juristischen, der medizinwissenschaftlichen und der gesellschaftlichen. Die rechtliche beschäftigt die Kriminalpolizei, Justizbehörden und das Gericht, welches über den strafrelevanten Tatvorwurf befinden muß, die Prüfung der Schuldfähigkeit obliegt den medizinischen Gutachtern, Psychologen und Neurobiologen, die Öffentlichkeit beschäftigt sichtlich betroffen die moralische Tragweite der Tat. Allenthalben herrscht Einigkeit, daß die bedauernswerte Frau tragisches Opfer einer tückischen Krankheit geworden ist, nicht wußte, was sie unter dem Gedächtnisverlust unglaublich Grausames tat. Das Publikum neigt nicht nur aus Anteilnahme zum Mitgefühl, befürchtet es doch, daß die ‘Volkskrankheit‘ jeden treffen könnte – als Opfer wie als Täter. Es ist die Angst vor dem Verlust der Identität und Selbstkontrolle.
[...]

Nachwort

Und an dieser Stelle sind wir von der Fiktion in der Wirklichkeit der Demenz angekommen. Mir geht es weniger um einen Kriminalfall – der so abwegig und unwahrscheinlich angesichts der demographischen Überalterung gar nicht ist - als um Einblicke in die rätselhafte Krankheit aus einer ätiologisch-psychologischen Perspektive und um das profitable Geschäft der Pharmaindustrie und den Karriereambitionen der Forscherkaste.

Seit der ersten Erwähnung bis in die jüngste Gegenwart schien die Alzheimerdemenz biologisch geklärt: eine Gehirnschädigung, die ihre Ursache im Gehirn selbst hat. Bis in das Jahr 2010 galt die Plaque-Theorie als plausible Erklärung, wonach Proteinklumpen den Synapsenspalt der Nervenenden blockieren, die bei intakter Funktion den Botenstoff für die Erneuerung der Gedächtniszellen übertragen. Angelagerte amyloide Peptide verhindern den Weitertransport der Impulse an das Areal im Gehirn, wo die Zellenregeneration des Kurzeitgedächtnisses stattfindet. Allmählich schwinden die aktive Substanz und gleichermaßen das Erinnerungsvermögen. - Das war ein halbes Jahrhundert die gültige Lehrmeinung der neurobiologischen Gehirnforschung. Auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnisstand wird nahezu unverändert die Symptomatik beschrieben, die Diagnostik abgeleitet, immer noch Medikamente und Therapien entwickelt.

Mitte 2010 taucht plötzlich eine vergessene empirische Langzeitstudie aus den USA wieder im Forschungsgebiet auf, die der Epidemiologe David Snowdon von der Kentucky-Universität an 600 Nonnen der ‘School Sisters of Notre Dame‘ vollzogen hat. Die sezierten Gehirne der verstorbenen Nonnen und detaillierte Aufzeichnungen der geistigen Entwicklung bis zum Tod belegen, daß es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen den Plaques im Gehirn und Demenz gibt. Bei keiner der betagten Nonnen, die unter nahezu identischen Lebensbedingungen gealtert sind, zwischen 76 und 107 Jahre alt wurden, fanden sich Symptome von Alzheimer, aber in vielen pathologisch sezierten Gehirnen amyloide Plaquesklumpen, die gemäß der standardisierten Diagnose Alzheimer im 6.ten Grad anzeigten, das Endstadium. Alle schriftlichen Protokolle und Zeugenberichte beschrieben jedoch rundum gesunde Schwestern, die bis zum Schluß körperlich rüstig und intellektuell rege am Sozialleben teilgenommen haben. Damit war die Plaque-Theorie wissenschaftlich erledigt. Ergänzend durchgeführte Laborstudien an Mäusen verifizierten den Befund.

Doch was waren die Konsequenzen? Wurde die verunsicherte Öffentlichkeit vom Gesundheitsministerium aufgeklärt, die Forschung auf neue Ansätze umgestellt, die eh als nutzlos bis schädlich kritisierte Schwemme von fragwürdigen Medikamenten und Therapien vom Markt genommen oder mindestens eine Tauglichkeitsprüfung unterzogen? Nein, nichts dergleichen. Die deutsche Alzheimerforschung verfiel gar auf eine simple Erklärung der Anomalie. Es muß dann wohl neben dem amyloiden Protein noch ein weiteres schädliches Molekül oder toxische Stoffe geben, die erst in Verbindung mit der identifizierten Plaque die dementielle Gehirnschädigung verursacht.

Eine frappierende Logik. Die Neurobiologie gilt als Leitwissenschaft des 21. Jahrhunderts, d.h. das willkürliche Forschungsmuster wird Schule machen, Siemens bekommt weiter lukrative Aufträge für kostspielige Magnetresonanztomographen, von steigenden Krankenkassenbeiträgen bezahlt, die Pharmakonzerne können weiter nutzlose Medikamente produzieren und ungehindert vertreiben, die Gesundheitslobby ventiliert weiter die wachsende Demenzindustrie, Ärzte, Therapeuten und Lebensberater verdienen an dem bahnbrechenden Gesundheitstipp: Bewegt euch viel, seid geistig interessiert, eßt mehr Lachs, würzt mit Curcuma und gönnt euch ruhig jeden Abend ein Gläschen Rotwein, wegen des anregenden antioxidativem Resveratrol. Aha.

Die Krankheitsmär von der rasanten Zunahme der Demenz würde munter weiterlaufen, gäbe es allmählich nicht kritischen Gegenwind. Vor einigen Wochen erst habe ich erfreut ein erstes fundiertes Sachbuch der Wissenschaftsautorin Ingeborg Stolze registriert, mit dem ironischen Titel “Vergiss Alzheimer‘‘, womit der Komplex aus Alzheimerforschung, Pharmaindustrie, Ärzteschaft, therapeutische Behandlungspraxis, gesundheitspolitischer Lobby und mediale Berichterstattung schonungslos ins Visier genommen wird. Mit ersten Erfolgen. Der vermeintlich führende Alzheimerforscher, ehemals Psychiatriedirektor an der UNI Frankfurt wurde fristlos entlassen, als bekannt wurde, daß seine patentierten und geschäftstüchtig selbst vermarkteten Biomarkertests, die aus Zellgewebsproben und Nervenwasser angeblich ,,zweifelsfrei die Anfälligkeit für Alzheimer diagnostizieren können‘‘, sich nicht nur als unzulässig und unbrauchbar erwiesen hatten, sondern auch als schädlich, insofern die falschen Diagnosen schwerwiegende Folgen für die Betroffenen hatten. Die ersten Anzeigen wegen schwerer Körperverletzung sind bereits eingereicht.

Und er ist beileibe nicht der einzige akademische Scharlatan, dem das kriminelle Handwerk gelegt worden ist, weitere Medizinprofessoren und -doktoren haben ihr berufsständisches Amt im Alzheimerumfeld verloren bzw. wurde der Forschungsauftrag entzogen, als das finanzielle Sponsoring durch die Pharmaindustrie ruchbar wurde.
Bezeichnend für die konformistische Journaille, daß der Vorgang weitgehend medial gedeckelt wird und keine Aufklärung stattfindet. Ganz im Gegenteil drängt das privatwirtschaftlich/medizinwissenschaftliche Demenz-Konsortium nunmehr darauf, daß das standardisierte Symptombündel im internationalen Diagnosemanual ICD nicht nur ausgeweitet, sondern gänzlich von einer neurobiologischen Diagnose abgetrennt werden soll – im Klartext: Alzheimer soll bereits allein anhand der Symptome der Vergesslichkeit im Verhalten attestiert werden können.

Was früher Senilität genannt und gutmütig als Alterserscheinung hingenommen wurde, ohne es gleich als krank wahrzunehmen, wenn die Oma sich eine Gardine umhängt, statt ein Kleid anzuziehen oder wirres Zeug brabbelt, soll in Zukunft als Demenzkrankheit gelten und behandelt werden.
[...]

x 1 #138


Malatesta
@Arella
Zitat:
Denke schon, wer persönlich in Kontakt kommt, dieses Schicksal ist ein sehr schweres Los. Differenzen beilegen.
Es ist manchmal auch schwer, wenn man nur die Schreibform hat. Da kann es zu Missverständnissen kommen.

D´accord, deswegen sollten inhaltliche Differenzen und Stilunterschiede nicht gleich in Animositäten oder gar Beileidigungen ausarten. Das hier ist ein Forum der gegenseitige Hilfe.

Seit Jahrzehnten bin ich schriftstellerisch tätig und kann eine Arie von schriftlichen Mißverstädnissen singen, die in der Natur der noverbalen Form liegen wie das Gewitter in der dunklen Wolke, die ruhig vorüberzieht oder sich donnernd entlädt.

Längst begegne ich Unverträglichkeiten mit milder Ironie und bin geneigt, gelassen zu bleiben - wenn es nicht unter die Gürtellinie geht.

x 1 #139


Arella
@Malatesta, mir hat der Rundumblick gut gefallen, den du beschrieben hast. Damit machst du dich natürlich möglicherweise in einigen fachmedizinischen Kreise unbeliebt.
Die Demenz-Problematik ist ein steigender Markt. Die Zahlen steigen rapide.
An die Nonnenstudie kann ich mich erinnern. Ich bin mir nicht sicher, ob diese von Prof. Spitzer oder Prof. Spitz, oder Dr. Spitzbart mit aufgegriffen wurde. Ich glaube es war Herr Spitzer.
Wurde da nicht auch ein gutes soziales Leben, Vitamin D, die Ernährung, aber vor allem das Leben in Gemeinschaft, mit aufgegriffen? Es ist schon ein bisschen her, dass ich mich damit beschäftigt habe.
In der Wissenschaft ist ja alle Prozess.
Die Forschung mit dem Mäusen und der Verlängerung der Telomere ist glaube ich, auch gerade widerlegt, wenn ich mich recht erinnere. Es geht immer hin und her.
Problem ist halt die Drittmittelfinanzierung. Wer macht die Studie, wer finanziert sie? Wird schon ein erwartetes Ergebnis vorgegeben usw.
Auch, wo wird veröffentlich, wer hat den Peer-review durchgeführt und zu verantworten, in welcher Zeit wurde das durchgesehen, und von WEM.
Alles Fragen.
Wenn ich mich recht entsinne hat z.B. The Lancet, während Covid einen echten Lack-Schaden, einen Imageschaden, erlitten. Schade, dass dies in Vergessenheit gerät.

x 1 #140


Arella
@Malatesta, wenn man bedenkt, dass die Zahlen der Demenzerkrankung im Zuge der Überalterung der Gesellschaft steigen, (hatte Zahlen gefunden, ab 80 Jahre erwischt es jeden 5.) ist das eine Lawine. Ich bin gespannt, wo die verschwindet, wie gefühlt alles immer verschwindet. Bis dann die Hütte brennt.

PS. Die Geschichte, der nicht zurechnungsfähigen Satorius-Witwe, konntest du sie an den Tatort verkaufen? Lachendes Gesicht

#141


Malatesta
@Arella

Danke für die Rückmeldung und Denkanstöße.
Der Reihe nach.

Der Hirnforscher und Neurowissenschaftler Manfred Spitzer (alias ,,Spitzbart") hat die Nonnenstudie meines Wisssens erstmalig und öffentlich 2023 in einem Vortrag erwähnt, das dann aber in kritischer Absicht und mit dem ganzen Gewicht seiner wissenschaftlichen Reputation.

Vitamin D hat bei der Ernährung der Nonnen im Klosterleben explizit keine Rolle gespielt, jedenfalls nicht als Nahrungsergänzungsmittel in Pillen- oder Pulverform. Die frommen Frauen haben in den Kloster eigenen Gärten allerei Obst und Gemüse angebaut, in einer natürlichen Qualität, die heute einen Bio-Gütesiegel tragen würde und sich insgesamt sehr ausgewogen ernährt. Außerdem waren sie durch die körperliche Gartenarbeit viel in Bewegung und im Freien bei Tages- und Sonnenlichteinstrahlung tätig und dürften physiologisch genug Vitamin D produziert haben.

Die Längsschnittstudie von Dr. Edward Snowden ist ein seltener wissenschaftlicher Glücksfall, weil sie sehr umfassend die Lebensweise der Nonnen über 20 Jahre erfaßt und penibel protokolliert hat und die sezierten Hirnscheiben der verstorbenen Nonnen noch ich Formaldehyd konserviert im Labor seiner Fakultät aufbewahrt waren. Diesem Umstand war es zu verdanken, daß mit technisch verbesserten Mikroskopen und neuen biochemischen Verfahren die Hirnzellen molekular genauer untersucht werden konnten

Leider ist der Forscher Dr. Snowden kurz vor der wissenschaftlichen Auswertung der Langzeitbeobachtung der Klosternonnen verstorben und die Studie wurde erst um etliche Jahre zeitverzögert wieder aufgegriffen. Ich habe die erste Veröffentlichung noch im englischen Original gelesen:

Aging with Grace: What the Nun Study Teaches Us About Leading Longer, Healthier, and More Meaningful Lives

Mittlerweile gibt es einen knappen deutschsprachigen Eintrag auf Wikipedia über die Nonnenstudie:
[...]
Ein auffälliges Ergebnis war die Unabhängigkeit des pathologischen Gehirnbefunds (multiple Alzheimer-Plaques) von der wiederholt erhobenen intellektuellen Leistungsfähigkeit derselben Personen zu Lebzeiten. Das heißt: Auch Personen, bei denen bei der Sektion stark veränderte Gehirnbefunde festgestellt wurden, konnten bis zu ihrem Tod geistig anspruchsvolle Aufgaben ausführen. Die Nonnenstudie wurde zwischenzeitig an der University of Minnesota und wird seit dem Jahr 2021 an der Northwestern University in Evanston (Illinois) unter der Leitung von Dr. Margaret Flanagan fortgeführt

Und ja, das rege Gemeinschaftsleben in der Kloster-Segregation der Ordensschwerstern wurde später von interessierten Alzheimer-Experten gerne als Erklärung für den Widerspruch zur neurobiologischen Plaque-Theorie angeführt.

Dr. Snowden war in den Jahren der Langzeitstudie einmal pro Woche im Klosterorden und notierte hervor gehoben die gesellige Fröhlichkeit der Nonnen, die in ernsten Gesprächskreisen versammelt waren, Bücher lasen und besprachen, sich permanent fortbildeten, gemeinsam tanzten und sangen und alles andere als verkniffene Rosenkranz betende Kuttenträgerinnen waren.

Über meine journalistischen Einblicke in die Demenz-Wissenschaftsgemeinde hierzulande möchte ich mich jetzt nicht auslassen, du liegst mit deinen kritischen Bemerkungen recht nahe an einer Zustandsbeschreibung, die ich bestätigen kann.

#142


Malatesta
Zitat:
PS. Die Geschichte, der nicht zurechnungsfähigen Satorius-Witwe, konntest du sie an den Tatort verkaufen?

Du bist echt schlau mit deinem Spürsinn oder eine geschickte Geheimagentin hinter deiner schwarzen Sonnenbrille.

Nun gut, weil du nach der Satorius gefragt hast, hänge ich aus purer Eitelkeit noch einige Absätze aus der Drehbuch-Zusammenfassung und dem Verbleib des Manuskripts an, die deine Fragen beantworten.

Erzähle es aber bitte nicht weiter, weil ich das Drehbuch tatsächlich verhökert habe und juristisch mein geistiges Eigentum, das den Besitzer gewechselt hat, nicht mehr veröffentlichen darf - aber sch. drauf, wir sind hier sowieso allein.

Der Kriminalfall

[...]

Ganz anders der unverwüstliche Kommissar, der den Job in gewohnt sachlicher Manier und unbeirrbaren kriminalistischem Spürsinn erledigen will. Er macht sich schnell sehr unbeliebt mit der provokanten Hypothese, daß die Frau vorsätzlich auf ihren Mann geschossen haben könnte, in einem bewußten Moment geistiger Aufhellung. Er unterstellt ihr sogar, daß sie sich sehr genau an die Mordtat erinnern kann, ohne grundsätzlich ihre Demenz anzuzweifeln. Für die Mutmaßung der partiell simulierten Amnesie und Simulation findet er gewichtige Anhaltspunkte, kann aber kaum jemanden überzeugen, geschweige denn, die Verdächtigung der Täuschung beweisen.

Als die Streife das Haus der Sartorius betritt, sitzt die Klavierlehrerin kerzengerade und regungslos auf der Wartebank im Foyer, den Mantel übergestreift, die Hände sorgsam gefaltet im Schoß, neben sich die Handtasche abgestellt, griffbereit zeigen die Henkel nach oben. Wie sie aufrecht dasitzt, in eleganter Abendgarderobe gekleidet, mit erstarrtem Körper und entrücktem Gesicht, wirkt es, als habe sie das lange vergebliche Warten auf die Türglocke hoffnungslos entmutigt.

Die Nachbarn haben auf ein lautes Knallgeräusch hin die Polizei alarmiert, berichteten aufgeregt, das im gleichen Augenblick abrupt die Klaviermusik verstummte. Drinnen im Salon finden die Polizisten den Mann, rücklings vom Hocker gefallen, ausgestreckt am Boden. Auf dem Flügel liegt ein altes langläufiges Gewehr, der stechende Geruch von Schwarzpulver erfüllt den Raum. In der Brust des Dirigenten klafft eine große Wunde, aus dem zerfetzten weißen Rüschenhemd sickert Blut. Der Notarzt kann nur noch den Tod feststellen. Die beiden Streifenpolizisten kennen das Paar persönlich. Entsetzt blicken sie auf Frau Sartorius herab. Auf die ernste Ansprache der Polizisten lächelt sie besorgt ,,Können wir nun losfahren, wir kommen sonst zu spät zur Vorstellung‘‘. Der eine Uniformierte fragt unbeholfen den Kollegen ,,Was sollen wir denn jetzt tun – müssen wir ihr nicht Handschellen anlegen?‘‘

Der Kommissar, keineswegs rührselig betroffen, sondern skeptisch rational, spricht sie als Verdächtige an:
,,Wo ist ihr Mann?‘‘
Sie schweigt lange, stiert ins Leere, sagt schließlich ,,Wir müssen los, Marianne hat heute Abend ihre Premiere.‘‘
,,Gleich Frau Sartorius, gleich…‘‘ entgegnet der Kommissar milde ,,…gleich können sie ins Auto steigen. Wer immer sie auch ist, sie werden Marianne schon nicht verpassen. Sagen sie mir bitte vorher nur noch eines: Wo ist bloß ihr Mann, wollen sie nicht gemeinsam in die Vorstellung gehen?‘‘
Als müsse sie Güte mit seiner Ahnungslosigkeit walten lassen, stößt sie einen leichten Seufzer aus:
,,Mein Mann? Mein Mann ist gestorben.‘‘
,,Ja, ich weiß, er ist tot, aber wo ist er jetzt?‘‘
Langsam hebt sie den Kopf und schaut den Kommissar unverständlich an:
,,Er liegt auf dem Friedhof, begraben. Ich bringe jede Woche frische Blumen an sein Grab – seit zwanzig Jahren. Können wir jetzt abfahren?"
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Die Untersuchung bringt erstaunliche Fakten und Verbindungen in dem Fall zum Vorschein. Marianne gibt es wirklich. Sie war die Lieblingsschülerin der Klavierlehrerin und dank ihrer geduldigen Förderung wurde sie eine bedeutende Pianistin, die Weltruhm erlangte. Exakt an dem Todestag des Dirigenten vor zwanzig Jahren verpaßt Frau Sartorius einen Zug und begibt sich wieder zurück ins Haus. Vollkommen unvorbereitet öffnet sie die Tür zum Schlafzimmer in der oberen Etage und ertappt ihren Mann mit Marianne im Bett. Sie bricht zusammen, kann nicht mehr arbeiten, hat seitdem nie wieder eine Klaviertaste angerührt, zieht sich gänzlich ins Privatleben zurück, gründet anschließend die Stiftung für traumatisierte Frauen, die Opfer von Gewaltverbrechen geworden sind und meidet bis auf die Opernbesuche die Öffentlichkeit.

In der alten Krankenakte von Frau Sartorius, die beim Hausarzt liegt, sind erstmals Demenzsymptome einige Tage nach dem Schock vor zwanzig Jahren erwähnt. Der Arzt will sie seinerzeit zu einer genaueren Untersuchung in eine Spezialklinik bewegen, was sie aber jahrelang ignoriert. Erst als die gesundheitliche Beeinträchtigung eine häusliche Pflege erfordert, nötigt ihr Mann sie zu einer klinischen Untersuchung, die Alzheimer attestiert.

Die Pflegerin, die jahrelang die demente Sartorius betreut, bekommt heimlich mit, wie der Ehemann hinter ihrem Rücken die Entmündigung betreibt und geriert sich zu einer wichtigen Zeugin, die mit den Folgerungen ihrer Beobachtungen aber daneben liegt. In der Handtasche von Frau Sartorius findet die Polizei zwar eine Patientenverfügung, die, wie sich später herausstellt, ihr Mann unrechtmäßig erwirkt hat. Auf dem Dokument und Umschlag finden sich jedoch unbekannte Fingerabdrücke, als habe ihr irgendein Unbekannter den Brief am Tattag in die Tasche gelegt.

Mit der Entmündigung verfügt der Mann formaljuristisch über das gemeinsame Vermögen, das sich hauptsächlich aus dem Erbschaftsbesitz der Ehefrau zusammensetzt. Weitere kostspielige junge Geliebte haben mehr als das eigene Einkommen des Lebemanns aufgezehrt. Bei einer Scheidung stünde er nicht nur als hochgradig verschuldeter Bankrotteur da, auch seine tadellose Reputation wäre ruiniert.

Niemand sonst erfährt von der amourösen Liebschaft des Dirigenten mit der Pianistin, bis irgendwann die Tochter eine Schachtel mit verstaubten Tagebüchern der geistig versiegenden Mutter findet und Eintragungen über die Affäre liest. Die Mutter damit konfrontiert, reagiert gleichgültig, will oder kann sich nicht an Marianne erinnern, was sich die Tochter mit der fortgeschrittenen Demenz erklärt. Als ausgebildete Psychologin, die mittlerweile die Traumaeinrichtung der Stiftung leitet, stellt sie intuitiv einen psychosomatischen Zusammenhang zwischen der Affäre des Vaters und der Erkrankung der Mutter her. Der Vater, den sie bis dahin abgöttisch liebt, fällt in Ungnade, aber auch von der Mutter ist sie tief enttäuscht, davon, daß sie ihn nach der Schande gedeckt und weiter eine heile Welt vorgespielt hat. Die Tochter spielt eine Schlüsselrolle in der Geschichte, gerät zeitweilig sogar ins Visier der Ermittlungen.

Was auch dem Sohn widerfährt, einem erfolglosen Schriftsteller, der mehr desaströsen Alk. als der Literatur zugetan ist, aber mit ganzer Leidenschaft seinen Vater haßt, in dessen Schatten er zeitlebends ein intellektuelles Kümmerdasein fristet. Er hat sich früh im Streit von der Familie abgesondert und führt eine labile Existenz. Auf ihn projiziert sich das klassische Motiv des Vatermords. Im ganzen Ensemble entpuppt er sich dennoch als die einzige moralisch integre Figur. Auch er wußte von der Affäre. Marianne hat es ihm gebeichtet. Er empfand es aber bereits als Genugtuung, anstelle des Vaters zeitweilig der legitime Geliebte der bewunderten Pianistin zu sein. Für die Mutter hat er nur selbstgerechte Verachtung übrig.
Ihre Schwäche ist seiner zu ähnlich, als daß er sie respektieren könnte.
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Soweit der Abriß der Story. Was recht übersichtlich beginnt, überlagert und verschränkt sich mit den Komplikationen, die naturgemäß die Alzheimerproblematik aufwirft und endet mit einem überraschenden Freispruch für Frau Sartorius. Einen in der Rechtsgeschichte einmaligen ,,vorläufigen Freispruch‘‘, wie der Richter es formuliert; weder sei der Fall gerichtstauglich noch verhandelbar und muß die Institutionen der Rechtstheorie zur Referenz zurück gewiesen werden. Selbstredend erlaubt unser Rechtesystem eine solche gerichtliche Beurteilunglücke nicht, doch wollte ich auch in der Jurisprudenz innovativ sein.
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Kommissar und Verdächtige verwickeln sich im Lauf der Vernehmungen in ein Gegenspielerduo. Sie macht immer wieder unterschwellige Andeutungen, daß sie sich besser erinnern kann als die Demenz es vermuten läßt, aber nie so klar, daß der Kommissar sie überführen könnte. Und er läßt nichts unversucht, greift gar zu illegalen Mittel, als er einen Freund bittet, als Pfleger getarnt ihr Vertrauen zu erschleichen. Ohne Erfolg, Sartorius präsentiert die Alzheimererkrankung wie im Lehrbuch. Und genau das nährt das kriminalistische Mißtrauen des Chefermittlers, der getrieben von seinem Gerechtigkeitssinn anfängt, sich autodidaktisch in die Krankheit zu vertiefen, macht sich mit der fachlichen Medizinwissenschaft vertraut, leistet quasi ein privates Studium, traktiert mit seinem Laienwissen die Experten und kollidiert mit mächtigen Wirtschaftskreisen. Die Profiteure der Demenz sind sehr an einer gerichtlich notierten Schuldunfähigkeit in dem prominenten Falle interessiert, was den Kommissar noch zusätzlich anspornt, den Beweis anzutreten, daß die Verdächtige sehr wohl gemordet haben könnte. Er steht jedoch mit seiner forensischen Analyse und altmodischem Vernunftbegriff, der einzig dem sachlichen Urteilsvermögen verpflichtet ist, sich weder der öffentlichen Meinung noch dem ökonomischen Druck oder den Disziplinierungsversuchen der Staatsanwaltschaft beugen will, von vornherein auf verlorenem Posten.

Nach der Verhandlung sitzt er in einem Nebenraum allein der freigesprochenen Sartorius gegenüber. Er weiß, er hat verloren und ist ohne Chance, jemals die kriminalistische Wahrheit durchzusetzen und schaut sie prüfend an. Sie erwidert den Blick und fragt
,,Sind sie sehr enttäuscht über den Freispruch?‘‘
Er schüttelt den Kopf, wenig überrascht über die Offenbarung, war er doch von ihrem doppelten Spiel die ganze Zeit überzeugt
,,Nein. Mögen Sie in der Hölle schmoren. Was immer ihr Mann ihnen angetan hat, mir ist es egal. Aber nicht egal sind mir die Folgen des Urteils, laufen doch tausende von verbitterten Menschen herum, die sich die Demenz als Alibi besorgen können. Davor graut mir wirklich. Mögen sie in der Hölle schmoren, aber, lieber Gott, hoffentlich allein.‘‘
[...]
----------------------

Aus einer E-Mail an eine Freundin, Oktober 2013:

Für mein Drehbuch gibt es einen ersten Kaufinteressenten, irgend eine Produktionsgesellschaft. Die Literaturagentur in München verlangt nun aber, daß ich einiges umschreiben soll, mehr oder minder das Skript in eine TV-Format taugliche Schmonzette für’s gemütliche deutsche Wohnzimmer verwandeln, in Art einer seichten Tatortgeschichte, wo auf’s Erbärmlichste die Realität auf dem Kopf gestellt wird.
Vor allem soll die noble Dame nicht als Mörderin dastehen.
Na ja, einen warmen Geldregen könnte ich gut gebrauchen, doch müßte ich dann meinen Kommissar im Stich lassen.
So baue ich erst einmal weiter Möbel und Musikinstrumente.


P.S.: Schlußendlich hat es die Agentur auf die backlist gesetzt und an eine britische Produktionsgesellschaft verkauft.
Von dem Honorar konnte ich ein Jahr leben.

Preisfrage: Welche Figur im Kriminalfall verkörpert den Autor?

x 1 #143


Räubertochter007
Eine Verlagerung dieser doch sehr anspruchsvollen Zweier-Konversation in andere Sphären, geschützt vor neidvollen Besserwissern und ewigen Optimisten, wäre auch unter Berücksichtigung des OffTopic-Tatbestandes durchaus zu überdenken 😎

Die Methodik der PN ist schleunigst zu erlernen ... und der Gebrauch des doppelten S, gerade im Bereich des Schriftstellerturms... und es heißt moralinsauer... 🤣

x 1 #144


Malatesta
@Räubertochter007

Oh, eine kleinliche Fehlersuchende, die in ca. zehntausend nicht lektorierten Worten tatsächlich einen mickrigen Rechtschreibfehler gefunden hat, einen einzigen fehlenden Buchstaben; auch noch das "a" in moralinsauer und Rechtschreibreform unterwürfig brav auf das doppelte "ss" besteht, das eigens für lernschwache Mitgliederinnen der Pisa-Generation entschärft wurde, die sie präsentiert und sich dabei diebisch kräuselt und nun auf Applaus hofft, die Räubertochter007.
Doch niemand ist da, der es bemerkt.

Hast du gewußt: Bloß die Vertauschung eines einzigen Buchstaben kann einen ganzen Satz urinieren?

Dieser Thread war von Anbeginn eine belanglose Haltestelle, wo eine verbitterte Frau ihre letze geifernde Zuckung hinterlassen hat, bevor sie aus dem Forum endgültig ausgestiegen ist. Seitdem ist er verwaist und verwahrlost.
Von daher sind die Einträge und zufälligen Dialoge auf der quasi leeren Piazza ein Speaker`s Corner und jeder kann sich mit jedem beliebig über alles unterhalten.

Wenn du eine Anbindung suchst, die deinem Bedarf entsprichst, schau dich doch in den dutzenden anderen aktiven Themen-Threads um, dieser hier ist de facto privatisiert auch ohne dusselige PN.

Geh einfach weiter, hier gibt es nichts zu sehen bzw. zu lesen.

#145


Arella
@Malatesta, wie erstaunlich, die Konversation hier mit dir war gleichsam mein eigenes Experiment. Lachendes Gesicht
Zwei mündige Bürger, deren eigener Entscheidung es obliegt, ob sie kommunizieren und wie.
Ein Mann, der gut mit Worten umgehen kann, dessen Schreibweise und Art nicht jedem behagen mag, und daher eventuell, bei dafür prädestinierten Usern, Triggerpunkte anspricht.
(Wie interessant, ich hatte das erwartet.)

Ein Mann, der aufgrund seiner eigenen Lebenserfahrung und des eigenen Selbstbewusstseins, erwartbar deutlich Paroli bietet, auf den Versucht, ebendiesen Mann mit einem Orthografiefehler vorzuführen.
Eine interessante Versuchsanordnung.
Die für mich, vorausgeahnte Ergebnisse lieferte.

#146


Arella
@Malatesta, um noch einmal kurz auf Prof. Spitzer zurückzukommen. Es ist erstaunlich, dass hier gerade zwei Menschen aufeinandertreffen, denen er bekannt ist. Ich habe in meinen Gedächtnisschubladen gekramt und noch einen Gedanken zu Tage gefördert. Wenn ich es recht erinnere, sprach er eine Versuchsanordnung an, (ich hoffe, er war es und nicht Prof. Spitz, der das Thema meines Wissens auch angerissen hat), in der eine Frau ihrem dementen Mann, Kokos verabreicht hat und sich danach die Alzheimer-Symptomatik verbesserte.

Bei einer genaueren späteren Durchsicht stieß ich, wenn ich es recht erinnere auf den Fakt, dass es eher MCT-Öl war. In dem Versuch ging es nach meinem Wissen um eine Uhr, oder die Uhrzeit, das Lesen derselben.

Dabei fällt mir dann gerade auf, dass Sartre, der Spitzer, und Salvatore Dali es mit den Uhren zu haben scheinen.

Ach und Paulchen Panter. Der hat ja bekanntlich dran gedreht. Lachendes Gesicht

Man kann somit, wie man sieht, auf die umwegigsten Herleitungen kommen und diese amüsiert betrachten, wenn man denn möchte.

Zurück zum MCT-Öl. Wenn ich mich recht erinnere, wie gesagt, meine eigene Erinnerung an einen Vortrag, keine wissenschaftliche Abhandlung, - dann hat er den Bogen zu der sehr kohlenhydratreichen, aber einseitigen Ernährung der westlichen Welt geschlagen. Diese aber als Negativfakt zur Diskussion gestellt.

Wie gesagt, alles reine Erinnerung, meinerseits. Denn meine eigene Schnittstelle zum Thema wurde vor einigen Jahren zuletzt angesteuert, und ist dementsprechend verwaist. Du hast sie gerade aufgefrischt.

#147


Arella
Zitat von Malatesta:
Preisfrage: Welche Figur im Kriminalfall verkörpert den Autor?

Den Gärtner?
Ist es nicht immer am Ende der Gärtner? 😏

Spaß beiseite. Aufgrund deines Selbstbewusstseins, und deiner fachlichen Beschäftigung mit den Fakten und deines Bisses, könntest du durchaus der Kommissar gewesen sein.

Je nachdem wie aktiv die Rolle angelegt war, aber auch der Richter?
Denn auch ein Richter muss sich mit den aktuellen Fakten seines zu bearbeitenden Falles auseinandersetzen, bzw. sollte es.

Der Pfleger? Hm, eventuell etwas zu wenig sichtbar?

Ich nehme an, aber ich kenne dich ja nicht, es ist die Rolle der Schnüffelnase

#148


Arella
Zitat von Malatesta:
Ein auffälliges Ergebnis war die Unabhängigkeit des pathologischen Gehirnbefunds (multiple Alzheimer-Plaques) von der wiederholt erhobenen intellektuellen Leistungsfähigkeit derselben Personen zu Lebzeiten. Das heißt: Auch Personen, bei denen bei der Sektion stark veränderte Gehirnbefunde festgestellt wurden, konnten bis zu ihrem Tod geistig anspruchsvolle Aufgaben ausführen.

Ach, dazu fiel mir auch noch etwas ein, du siehst, ich hatte Spaß daran, mich zu erinnern. Das noch, bevor ich mich wieder der Bestellung meines eigenen irdischen Daseins-Sumpfes und seiner Urbarmachung widme.
(Ein Lebensprojekt - durchaus. Lachendes Gesicht)
O.g. Beobachtung untermauert möglicherweise die Neuroplastizität des Gehirns. Wurde doch - auch da meine persönliche Erinnerung - ein Fall beobachtet, in dem einen Kind ein großer Teil des Gehirn fehlte, und dessen andere Teile kognitive und motorische Aufgaben komplett übernahmen.
Ebenso der Fall eines Seniors, der mit Mitte 80 wohl die japanische Sprache komplett erlernte, - Weil er verliebt war!
Neubildung neuronaler Verbindungen, ein faszinierendes Feld.

So, jetzt bin ich aber fertig.
Ich gehe dann mal Richtung Sumpf.
Und nehme mir einen Eimer und eine Schaufel. 😅

PS. Deutschlehrer mögen Nachsicht zeigen, sollte mir ein Orthografiefehler auf aktuellem Stand, unterlaufen.

Ich muss hier schließlich rasant tippen, es flutsch schon mal was weg, da ich ja auch noch was anderes zu tun habe....

#149


S
@Malatesta
Ich finde es toll wie du schreibst und offensive damit umgehst. Ich mit meinen tausenden von Flüchtigkeitsfehlern behaften Schreibens kann da nur ehrfürchtig hoch schauen.
Zitat von Malatesta:
Rechtschreibreform unterwürfig brav auf das doppelte "ss" besteht, das eigens für lernschwache Mitgliederinnen der Pisa-Generation entschärft wurde

Nein, so war es nicht - das ist leider kompletter Qautsch...
...weil die Regeln der Rechtschreibung logischer gemacht worden sind.
Ob man nun "dass" oder "daß" schreibt - die Regeln sind die gleichen, es handelt sich nur um eine Vereinheitlichung.

Es gibt halt viele widersprüchliche Schreibweisen wie "Weg" und "weg", letztere muss man falsch schreiben, damit es richtig ist, eingentlich müsste man es von der Phonetik "weck" schreiben.

Und so gibt es viele unlogische Schreibweisen, die von der allgemein Regeln abweichen.
Wenn da mal aufgeräumt wird ist der Aufschrei groß, weil das mühsam Auswendiglernen für die Katz war, das will man sich dann bewahren und kritisiert Reformen.

Wenn wir zeitlich weiter zurück reisen, dann stellt man fest, dass früher viel weniger Regeln gab. Im Mittelalter gab es zum Beispiel für das "ch" 3 verschiedene Schreibweisen "ch", "hh" "h"...
...das beeinflußt mich bis heute, das genau so ein "h".
Warum ist also eine Vereinheitlichung was schlechtes?
Sprache ist im ständigen wandel - und das hat absoluten Bestand!

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