guten Morgen, ich glaube auch, wenn man ohne das erklärte ZIEL, jemanden fürs Leben zu finden, in den Tag spaziert und einfach mit offenen Augen die Welt um sich herum wahrnimmt, kommt man in Kontakt.
dieses erklärte Ziel: ich suche einen Mann oder eine Frau fürs Leben, ist einem glaube ich von weiter Entfernung an der Stirn abzulesen.... und das schreckt glaub ich viele ab.
gestern war ich im Baumarkt. In der Warteschlange stand eine Frau, ich schätze mal so zwischen 60 und 65, vielleicht war sie aber auch nur 55, ich weiß es nicht... die hatte wirklich tolles, langes, wallendes Haar (in Betonoptik, also Grauschattierungen)... in so einem Mini-Babydoll, wo die Hosenbeine knapp unterhalb des Sch@mhaars enden... dazu High Heels .... und ich glaube, mir entgleisten da wirklich komplett die Gesichtszüge (nein, nicht vor Neid!), da das wie ich finde einfach überhaupt nicht zum Alter passte. Das Bindegewebe an den (schlanken, braunen) Oberschenkeln war eben doch absolut nicht mehr das einer 30-/40-jährigen.
Und ich bin wahrlich kein Verfechter von Bob-Haarschnitten, Steppjacken, bunten Tüchern oder Bequemschuhen
- aber diese Dame da gestern empfand ich als gewollt und nicht gekonnt. Das wirkt auf mich einfach so, als wolle sie um jeden Preis zeigen, dass sie noch 10-20 Jahre jünger aussieht, und sich auch so fühlt. Aber gehts evtl auch etwas dezenter?
ich frage mich ja ohnehin schon, wie man das beurteilen will, man selbst sähe 10 Jahre jünger aus. denn: wie sieht man denn mit 40, 50 oder 60 aus? da gibts doch keine norm.
vielleicht ist da der Wunsch Vater des Gedanken? jedenfalls bin ich der meinung, dass man sowas nicht subjektiv (zB anhand von gelegentlichen Komplimenten) beurteilen kann, sondern wenn überhaupt nur durch eine repräsentative befragung.
in diesem schönen Gedicht (desiderata) heißt es ja unter anderem (frei zitiert): gib die Dinge der Jugend mit Würde auf.
daran muss ich ganz oft denken, wenn ich mir im Sommer zum Beispiel die Länge meiner Röcke auswähle.
ist es nicht erstrebenswerter, in seinem jeweiligen Alter eine positive Lebenseinstellung und die Summe seiner Erfahrungen auszustrahlen, die natürlich möglichst zu einem Einklang mit mir selbst geführt hat?
Als um jeden Preis an Symbolen der Jugend festzuhalten?
Das gilt, wie ich finde, auch dafür, was man für Attribute beim Partner für unverzichtbar hält (wie zB das volle Haar, das sich die TE bei ihrem Gegenüber wünscht). Was ist an einem interessanten Privatier auszusetzen?
Liebe TE, beim Lesen hatte ich ein bisschen den Eindruck, dass du sozusagen eine Art Abbild von dir selbst möchtest: Er darf mollig sein, weil du es auch bist. Er soll keine Familie haben, weil du sie auch nicht hast. Er soll beruflich im Leben stehen, weil das bei dir auch so ist. Wo bleibt da deine Offenheit für Neues? Auf diese Weise muss ein potentieller Partner in ein Gerüst hineingepresst werden, was du schon vorgefertigt vor dir liegen hast. in dem Fall brauchst du dich sozusagen auch nicht zu wundern, wenn dein gegenüber das gleiche tut. Und du dann vermeintlich unsichtbar wirkst.
du praktizierst also praktisch genau das gleiche, was Männer auf der anderen Seite eventuell auch tun. eigentlich schade - denn es spricht von verpassten Chancen!