Thegirlnextdoor
Gast
Zitat von KPeter:„Bis gestern habe ich jeden scharf verurteilt, der fremd gegangen ist. Und heute sitze ich heulend vor dem PC und schreibe dir, dass ich selber so etwas Unfassbares getan habe!“
Du sprichst von "heute" und "gestern".
Geht mir alles noch ein.
Aber "heute" und "gestern" sind nicht drei (oder fünf oder sieben) Jahre.
Natürlich mag man an einem Tag was tun, was man am nächsten bereut. Oder sogar am übernächsten.
Jahrelang zu lügen - konsequent und mit voller Überzeugung - ist eine Entscheidung. Für jeden.
Wie oben geschrieben - ich würde niemals unterstellen, dass jeder eine Affäre plant.
Genausowenig wie jeder, der sturzbesoffen kotzt das geplant hat.
Scheint einfach auch Veranlagung zu sein ob man ab einem gewissen Punkt nein sagen kann oder nicht.
Was viele, die es nicht können, nicht verstehen ist, dass für manche die Konsequenzen ihres Handelns IMMER präsent sind und so abschreckend sind, dass sie sie hindern.
Bsp Alk.. Ich musste als Kind oft erbrechen (schwacher Magen) und mir ging es dabei so richtig elend. Aber so richtig.
Aus diesem Grund hätte ich so etwas niemals im Leben absichtlich herbeigeführt.
Andere sind da hart im Nehmen - die stört es nicht.
Oder Lügen. Mir geht es super schlecht, wenn ich Lüge. Sogar wenn es einem guten Zweck dient (Überraschung für jemanden) tut es meinen Nerven nicht gut.
Zudem wäre mir in einer solchen Situation nonstop bewusst wie sehr ich meinen Partner verletzen würde. Und damit würde es mir sehr schlecht gehen. Ich könnte den schönen Betrugsmoment da gar nicht weiter genießen.
Es gibt natürlich Menschen, die das in diesem Moment alles ausblenden können. Da mag das funktionieren. So ist jeder verschieden.
Ich schreibe das alles übrigens nicht, um mich zu "rechtfertigen" sondern um die Beweggründe von Menschen zu erklären, sie genau wissen warum sie sich wie verhalten und für manche Dinge nicht anfällig sind.
Es gibt einfach Menschen, die in manchen Dingen nicht "schwach" werden, weil sie genau wissen und spüren wie stark die negativen Konsequenzen überwiegen. Oder viel Empathie haben und der Schmerz des Partners ihnen den Spaß an der Sache verderben würde.
Das geht aber beileibe nicht jedem so. Darum bringen Vergleiche und alle über einen Kamm scheren oder eine Geschichte als Mahnmal für alle heranziehen auch nichts.