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Fremdgehen nach 27 Jahren

Rheinländer
Hallo JoLu,

Zitat von JoLu:
Ich kann aktuell meine Stunden nicht aufstocken, da ja hier momentan eher massiv Stellenabbau betrieben wird
( hatte gestern auch sicherheitshalber nachgefragt) und somit möchte ich auch meine aktuell sichere Stelle nicht wechseln.
Meine grobe Berechnung sagt mir, dass ich klarkommen müsste…werde ich dann ab März sehen. Ansonsten werde ich schon einen Weg finden. Ich bin da eher eine Kämpfernatur und möchte auch irgendwann autark sein…

Vorfühlen ist immer gut, so weiß deine Chefin schon mal bescheid, aber lass dich bitte von niemanden unter zeitlichen Druck setzen deine Situation kurzfristig zu verändern.

Zitat von JoLu:
Ansonsten bin ich heute wieder eher sehr traurig und sehr tränenreich…

Das wird leider auch noch eine gewisse Zeit so bleiben. Sei gnädig mit dir und gib dir die Zeit die du brauchst. Jeder geht in seinem eigenen Tempo.

x 4 #271


AjnosXX
Zitat von JoLu:
Mit sich reden lässt er leider nicht, was die Flucht angeht

Er ist schon Kopflos, er hat kein Plan B wenn Next ihn doch nicht behalten will. Da könnte es ihn schlimm erwischen. Auch ist er ihr vollkommen ausgeliefert. Manchmal sind Menschen einfach dumm. Aber es kann ihn niemand vor seiner eigenen Dummheit retten. Alles Liebe JoLu
😘

x 5 #272


A


Fremdgehen nach 27 Jahren

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Rheinländer
Just for Info.
Zitat von JoLu:
P.S. Ich kann leider aktuell keine PN schreiben oder beantworten…da mein kostenloses Volumen aufgebraucht ist, laut Forenleitung.

Diesen Umstand kannst du schon für 5Euro/Jahr ändern, indem du das Forum unterstützt.
Einfach oben im Menü auf "Hilfe mit" gehen, 5Euro über Paypal bezahlen und ein Jahr lang gibt es keine Beschränkungen, wenn man das möchte 😉.

x 8 #273


J
Ich muss mir heute mal wieder die Wut von der Seele schreiben.
Meine Tochter hatte ihm am Sonntag eine Nachricht geschickt, in der sie ihm erklärt hat warum sie momentan keinen Kontakt zu ihm möchte. Sie hat ihm klargemacht, dass sie es als schwierig ansieht, wenn er wegzieht und er dann nicht mehr wie bisher greifbar ist, das sie kein Verständnis für seine Flucht hat und das sie die neue Frau an seiner Seite nicht akzeptieren möchte. Ich fand das sehr stark formuliert für eine 18jährige. Daraufhin ließ er 4 Tage nichts von sich hören und Donnerstag Nacht 23uhr stand meine völlig aufgelöste, weinende Tochter an meinem Bett. Da hat er ihr geschrieben das er traurig und enttäuscht! von ihr ist. Das er die Tussi nun mal liebt und sie ihn. Das sie das verstehen und akzeptieren muss und das sie doch sowieso irgendwann ihren eigenen Weg gehen wird und auszieht. Ich hätte schreien können…sowas schreibt man doch nicht seinem Kind und schon gar nicht um diese Uhrzeit 😤
Ich habe dann mal wieder versucht den Scherbenhaufen wegzukehren den er hinterlassen hat und versucht sie zu beruhigen. Und wieder mal eine schlaflose Nacht seinetwegen.😤
Ich verstehe das einfach nicht…er war immer so ein liebevoller Papa, sie war immer seine Prinzessin, sie immer ein „Papakind“.Es tut mir so in der Seele weh, wie er das alles zerstört. Ich weiß nicht, was da in seinem Kopf für ein kranker Film abläuft. Ich kenne ihn doch eigentlich 27 Jahre und wir sind immer gemeinsam durch dick und dünn gegangen.
Ich konnte das so nicht stehen lassen und habe ihm dann gestern eine Sprachnachricht geschickt, um ihm einfach von der Nacht zu schildern und wie sehr er sich durch so‘ne Aussagen von den Kindern entfernt und sie noch mehr verletzt…auch das Liebesschwüre keinesfalls in eine Nachricht an das Kind gehören und ein Auszug des Kindes keinesfalls vergleichbar ist, mit einer Flucht des Vaters in eine neue Welt.
Heute schrieb er mir, so sollte es nicht rüberkommen…das ist das Problem beim Schreiben, deswegen will ja lieber mit ihr sprechen…er versteht nicht warum sie das nicht möchte, ist deswegen enttäuscht und er ist nun mal nicht der große „Schreiberling“. Fertig…
Kühl und so emotionslos…
Es macht mich so unglaublich fertig, dass er so anders ist…wie kann sich denn bitte ein Mensch in so kurzer Zeit so ändern.
Was habe ich denn übersehen?

x 8 #274


Stella31
Zitat von JoLu:
Es macht mich so unglaublich fertig, dass er so anders ist…wie kann sich denn bitte ein Mensch in so kurzer Zeit so ändern.
Was habe ich denn übersehen?

Es tut mir sehr leid, was du da durchmachen musst.
Und auch besonders deine Kinder!
Wie herzlos dein NM sich verhält und völlig irrational!
Irgendwie müssen seine Hormone derart alles durcheinander gewirbelt haben, dass er überhaupt nicht klar geschweige denn empathisch denken kann.
Im Moment ist es sicher das Beste, wenn deine Kinder sich von ihm distanzieren, bis er mal wieder zur Besinnung kommt.
Du hast das gut gemacht, ihm zu schreiben. Aber er ist zur Zeit verblendet.
Umso wichtiger, alle materiellen und sonstige Dinge rund um die Trennung schnell sicher einzutüten, da man bei einem derartigen Verhalten nicht davon ausgehen kann, dass er fair bleibt.

x 8 #275


aequum
Zitat von Stella31:
Umso wichtiger, alle materiellen und sonstige Dinge rund um die Trennung schnell sicher einzutüten, da man bei einem derartigen Verhalten nicht davon ausgehen kann, dass er fair bleibt.

🎯

x 4 #276


Wollie
Zitat von JoLu:
enttäuscht! von ihr ist. Das er die Tussi nun mal liebt und sie ihn. Das sie das verstehen und akzeptieren muss und das sie doch sowieso irgendwann ihren eigenen Weg gehen wird und auszieht

Ohne Worte 🤬 Empathie Nullmeldung. Völlig im Hormonrausch…..das tut mir sehr leid für dich und deine Tochter. Was für ein Verrat und Vertrauensbruch. Nein, du hast nichts übersehen. Er agiert komplett in einem anderen Modus, der sieht nur noch sich und Seine neue Krankenschwester. Du kannst nur dich und deine Tochter schützen, indem du den Kontakt auf das Nötigste reduzierst.
Und deine Kinder wissen, wer für sie da ist.
Zitat von Stella31:
Du hast das gut gemacht, ihm zu schreiben. Aber er ist zur Zeit verblendet.
Umso wichtiger, alle materiellen und sonstige Dinge rund um die Trennung schnell sicher einzutüten, da man bei einem derartigen Verhalten nicht davon ausgehen kann, dass er fair bleibt

🎯 Denke ich auch. Schau wirklich genau, was er da macht im finanziellen Bereich.

x 7 #277


Rheinländer
Liebe @JoLu
was du schilderst, ist wirklich belastend, und es tut mir sehr leid, dass deine Tochter und du gerade so viel Unruhe erleben. Einige Punkte wirken auf mich jedoch vertraut, weil es in meiner eigenen Trennung ähnliche Muster gab. In einem damaligen Gespräch, an dem meine Ex-Frau, unsere beiden Kinder und ich teilgenommen haben, hat sie ebenfalls versucht, Verständnis von den Kindern zu bekommen, indem sie darauf verwiesen hat, dass auch sie schon Beziehungen beendet hätten. Für mich war diese Gleichsetzung allerdings nicht nachvollziehbar, denn eine Partnerschaft von weit über zwanzig Jahren lässt sich nicht mit einer jugendlichen Beziehung vergleichen. Dennoch zeigt es, wie unterschiedlich Menschen Situationen bewerten und welche Vergleiche sie dabei ziehen.
Eines habe ich aus dieser Zeit allerdings sehr klar gelernt: Kommunikation über WhatsApp oder Sprachnachrichten ist äußerst konfliktanfällig. Geschriebene Worte lassen viel Raum für Interpretation, Missverständnisse entstehen schnell, und oft fühlt sich eine Nachricht härter oder distanzierter an, als sie gemeint war. Auch ich habe häufig erst mit Abstand auf solche Nachrichten reagiert, schlicht weil das Risiko einer Eskalation hoch ist. Deshalb habe ich mir angewöhnt, wichtige Themen grundsätzlich nicht schriftlich zu klären. Ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch verhindert viele Missverständnisse und schafft eine ruhigere, sachliche Ebene.
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich auch deiner Tochter empfehlen, das Gespräch mit ihrem Vater persönlich zu führen, sofern sie dazu bereit ist. Ein Treffen muss nicht unbedingt lange dauern, kann aber helfen, Dinge klarzustellen, die schriftlich immer wieder falsch ankommen. Falls es ihr Sicherheit gibt, könnte ihr Bruder sie begleiten. Ein solches Gespräch kann strukturierter und zielgerichteter verlaufen, als es der Austausch über Nachrichten jemals könnte.
Du selbst musst bei so einem Treffen nicht mal anwesend sein. Oft gelingt es Eltern und Kindern besser, Themen im direkten Austausch zu klären, ohne weitere Beteiligte. Ich denke, beide Kinder sind alt genug, ihrem Vater sachlich darzulegen, wie sie sein Verhalten wahrnehmen und was sie sich für die Zukunft wünschen.
Auch wenn es nicht sofort alles heilt, kann es ein wichtiger Schritt sein, um ein bisschen Klarheit und Ruhe in diese schwierige Situation zu bringen.
Ich würde es euch allen so sehr wünschen.

x 8 #278


Wollie
@JoLu wie geht es dir momentan?

x 1 #279


M
Zitat von JoLu:
Genau letzte Woche um diese Zeit, schrieb er mir noch aus der Reha „Hallo Süsse, werde so gegen 10 Uhr zuhause sein und freu mich schon sehr auf dich!“
Das schreibt man doch nicht, wenn man einem dann ein paar Stunden später die Füße unter den Boden wegzieht….

Wie kann man so was machen? Den anderen in Sicherheit wiegen, der sich schon auf die Rückkehr freut und dann kommt die Ernüchterung wie ein Tsunami über einen. Er hat offenbar keinerlei Verantwortungsgefühl mehr für die Familie, die Ehe und die Tochter heult sich die Augen aus dem Kopf. Keinerlei Schulgefühle bei ihm? Oder sind die derzeit nur übertüncht aufgrund des Hormonschubs, der zu einem unglaublichen Egoismus führt.

Nachdenken kommt später und der Alltag mit Mandy wird ihn auch noch einholen und ob der so viel besser ist als der mit Dir, bezweifle ich. Was will die auch mit dem "alten Sack", der schon 3 Infarkte hinter sich hat und obendrein Diabetes? Irgendwann kapiert auch sie, dass sie sich einen alten Mann ins Haus und ins Leben geholt hat.
Und was will Mandy mit einem, der mal eben von heute auf morgen die Familie verlässt, obendrein an Weihnachten und offenbar keine Verantwortung übernimmt? Ist so ein Mann der große Wurf, der bedenkenlos sein Leben hin schmeisst um sich nochmals jung und begehrt zu fühlen und die große Seelenverwandtschaft zu fühlen - körperlich und psychisch, weil man sich ja soooo viel zu sagen hat und sich sooo gut versteht.

Ich will Dir mal was erzählen, denn ich war auch so. Nein, es gab keine Kur, aber ich war massiv mit meinem Leben unzufrieden. Mein Mann nervte mich nur noch, aber es bestand kein Anlass zur Trennung, zumindest noch nicht. ich spürte nur, dass ich unzufrieden war und keine Aussicht auf Änderung bestand. Beruflich eingefahren, privat war auch nicht viel los, ich spürte nur einen Wunsch nach Veränderung. Und diese Veränderung konnte ich nicht herbei führen, dafür brauchte ich einen "Helfer". Der dann auch kam in Gestalt eines Kollegen, der eineinhalb Autostunden von mir beschäftigt ist. Ich lernte ihn kennen. Quatsch, ich lernte ihn nicht kennen. Nur oberflächlich, man stellte sich gegenseitig vor, gab sich die Hand, denn es war eine dienstliche Veranstaltung. Seinen Namen hatte ich schon öfters gehört, das Gesicht kannte ich nicht.
Und es war wie eine Initialzündung. Ich war sofort interessiert, hätte mich am liebsten allein mit ihm unterhalten. Er erschien mir so interessant und glechzeitig irgendwie ähnlich, so als ob wir uns was zu sagen hatten.

Monate später auf einem Kongress verabredete ich mich mit ihm. Tja, die einzige, die die ganzen Monate an ihn gedacht hatte, war ich. Er fand mich sympathisch, mehr nicht. Aber dort ging es an mit uns.
Wir sahen uns nicht allzu oft wegen der Entfernung. Und ich verheiratet, er aber solo. Und eine heimliche Affäre begann. Es war unglaublich, was ich da erlebte. Diesen Hormonüberschwang, diese Zustände zwischen euphorischem Glücksgefühl und verzehrender Sehnsucht nach ihm. Ich spürte es, ich hatte die Bodenhaftung völlig verloren, aber ich konnte nichts dagegen tun. Die Hormone hatten mich voll im Griff.

Wenige Monate später kamen sie dann, die Schuldgefühle. Ich hatte ihn ein paar Mal getroffen, Dienstreisen gab es schon vor ihm, dann waren es halt ein paar mehr. Aber ich fühlte mich schäbig, weil mir klar wurde, wie ich meinen Mann belogen und hintergangen hatte und ich musste es ihm sagen. Er reagierte gemessen, ja fast verständnisvoll, weil er auch gemerkt hatte, dass es zwischen uns nicht mehr zum Besten stand. Ab da also ein Hin- und Herpendeln . Hier die Ehe, die gar nicht so schlecht weiter lief und dort die Affäre. Ich hätte mich damals für die Affäre getrennt, aber in der Beziehung mit dem neuen veränderte sich was. Er zog sich merkbar zurück, zeigte andere Verhaltensweisen und es kam zu einem Schwanken von gefühlter Nähe, die ich immer wieder herstellen wollte und der Distanz, die von ihm ausging.
Es wurde megaanstrengend und alles andere wie meine Interessen, meine Freunde, traten in den Hintergrund, denn mein Denken und Fühlen kreiste nur um ihn und die "einzigartigen" Probleme, die die Beziehung nun beinhaltete. Die Probleme waren höchst banal, aber das wurde mir erst hinterher klar.
Und dann trennte er sich und ich war am Boden zerstört. Nun hatte ich gar nichts mehr außer meinem besch... Leben.
All die Hoffnungen, all das Warten, all die Überlegungen, die Quälereien, alles umsonst. Ein paar Wochen später erfuhr ich aus einer seiner verschwurbelten Mails (ja, wir hatte noch Kontakt über Geräte, das Dümmste was man tun kann), dass es wohl die Nextie gab. Und es fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass sie vermutlich der Anlass dafür war, dass ich Platz machen musste. Also auch noch wegen einer anderen weggeworfen.

Es dauerte lange, bis ich wieder bei mir angekommen war, lernte, mein Leben wieder zu schätzen lernte und ich begriff einiges, was bei mir im Argen gelegen hatte. ich hatte nie gelernt, dass ich allein für meine Lebensqualität verantwortlich war, dass ich für mich sorgen musste und gut mit mir umgehen musste und vor allem, dass ein anderer Mensch nicht die Rettung für meine Probleme mit mir selbst ist.

ich verstehe daher die Phase, in der sich Dein Mann jetzt befindet. Er hat alles ausgeblendet und sieht nur sich. Und Mandy natürlich, in der er sich spiegelt als die bessere Version seiner selbst. Verliebtheit ist oft so was wie gegenseitige SB. Ich muss ja toll sein, wenn dieser einzigartige Mensch mich offenbar liebt. Dabei liebt er auch nur sich selbst und spiegelt sich.Verliebtheit ist oft eine schöne Phase, aber sie hat mit Liebe nichts zu tun. Die kommt später, wenn man schon das ein oder andere gemeinsam bewältigt hat.

ich bin nicht stolz auf das, was ich damals getan habe, aber ich habe gerade durch diese Affäre viel gelernt. Insofern habe ich davon profitiert. Unsere Ehe hat das überlebt, aber es dauerte lang. ich musste erst mein Leben wieder auf die Reihe bringen, den Trennungschmerz bewältigen, mich emotional lösen, ehe ich viele Zusammenhänge erkannte. Heute lehne ich Affären ab, denn sie bringen keinen Segen. Man rennt nur von sich und den Problemen mit sich und seinem Leben davon und rettet sich in illusionistische Welten. Niemals mehr würde ich mich auf so was einlassen, denn es macht zu viel kaputt. Ein Wunder, dass mein Mann blieb. Irgendwie war der immer klüger als ich und ahnte wohl schon, dass das mit der Nummer zwei nur eine Flucht war, die mich nicht weiterbrachte. Im Gegenteil, meine Probleme traten klarer zu Tage, aber das sah ich damals nicht, weil ich blind und verblödet etwas hinterher rannte, von dem ich glaubte, es wäre die Rettung. Ein anderes, besseres Leben.als das was ich hatte.

Die Ernüchterung wird kommen, auch bei ihm. Das ist immer so und dann treten die Unterschiede dieser symbiotischen, euphorisierenden und neuen Beziehung, in der er jetzt ist, zu Tage. Und irgendwann kommen auch die Schuldgefühle und die Fragen an sich selbst. War es wirklich richtig so? War das wirklich ich, ein normalerweise vernünftiger Mensch, der gut in sein Umfeld, seine Familie integriert ist und der aber einfach ging? Vorher noch an seine "Süße" schrieb, die schon nicht mehr die Süße ist, denn diese Rolle hat ja Mandy. War das ich, der an Weihnachten Reißaus nahm und die Familie brutal und rücksichtslos vor den Kopf stieß? Ja, das war ich. Gibt es dafür eine Entschuldigung? Nein, gibt es nicht, denn es ist und bleibt schäbig. Und kurzsichtig. Und dämlich und blöd.
Und die Hormone sind keine Entschuldigung, denn es ist immer eine Entscheidungsfreiheit gegeben, ob man denen jetzt nachgibt oder eben nicht.

Wie das ausgeht, kann Dir keiner sagen. Es kann alles sein. Er bleibt weg und hat ein neues Glück gefunden, den "Sechser" im Lotto. Aber so einfach macht es einem das Leben normalerweise nicht. Es wird aber definitiv nichts bleiben wie es war. Selbst wenn er zurück käme, so liegt die Entscheidung, ob er wieder Teil Deines Lebens sein darf, bei Dir. Du bist also gar nicht so machtlos wie Du Dich jetzt fühlst. Das ist der Ausgleich. Er entscheidet etwas zu Ungunsten anderer, für die er Verantwortung übernommen hat, geht aber ein Risiko ein. Und bei Nichtgefallen von Mandy denkt er, daheim war es eigentlich auch ganz schön. Er ist aber dann von Dir abhängig.

Was definitiv kommen wird, ist, dass Du ein anderes Leben beginnst. Selbst wenn er zurück käme (wann, kann Dir keiner sagen und ob, auch nicht), wird es nicht mehr so sein wie vorher. Es kann wieder werden, aber nur, wenn er sich auch der Verantwortung stellt und nicht aus Bequemlichkeit wieder an Deine Tür klopft und Süßholz raspelt..
Es wird ein Umbruch sein, auch für Dich. Das Alte ist vergangen, das Neue noch nicht ersichtlich. Aber selbst wenn er weg bleibt, wirst Du wieder glücklich werden. Auch wenn Du das jetzt nicht glaubst und auch wenn es lange dauert, aber auch Dir steht ein Glück zu, weil die Waage jetzt gefühlt für ihn ausschlägt. Das Leben schafft aber Ausgleich. Vielleicht wirst Du allein glücklicher, vielleicht findest Du irgendwann einen neuen Partner. Und eine Löwenmama schafft alles, das kann man hier immer wieder lesen.

Nur leider musst Du auch das Hier und Jetzt sehen und dafür hast Du schon viele Tipps gegeben, die auch das Finanzielle betreffen. Selbst wenn es nicht zur Scheidung kommen sollte, so schnell geht das ja nicht, so ist es doch gut, wenn man Bescheid weiß.

Ach übrigens, meiner Freundin kam der Mann abhanden. Er hatte schon länger eine Freundin, was sie nicht wusste, ja nicht mal erahnte. Er ging dann Knall auf Fall und das "wir müssen reden" war nur eine Informationsveranstaltung für sie, in der sie erfuhr, dass er auszieht. Er packte ein paar Sachen und war weg. Dann stand sie da, Mitte 50 und drei Kinder. Die älteste studierte bereits, die zwei Buben gingen noch zur Schule. Und der Vater kümmerte sich fortan kaum noch um die Familie, auch nicht um die Kinder, denn er hatte ja jetzt wichtigeres zu tun. Sein Glück mit Nextie in ihrem Haus (sie ist Witwe und die 4 Söhne waren schon erwachsen und aus dem Haus) mit Vollverpflegung, Wäscheservice und Betüteln inklusive.

Ein Jahr später starb noch ihre Tochter, mit 23 an Darmkrebs, Wie sie diese Zeit bewältigte, ist mir heute noch schleierhaft. Sie verkauften das Haus und für sie war klar, ein Cut mit dem Mann war das einzige, was sie wollte. Die Scheidung fand ein Jahr später statt und sie war erleichtert, als sie ihren Mann auch vor dem Gesetz los hatte.
Es sah nicht so gut aus für sie. Allein, die Trauer um die Tochter, der eine Sohn brachte sein Leben nicht auf die Reihe, der andere steckte es lockerer weg. Aber beide lernten ihren Vater von einer Seite kennen, die sie nicht vermutet hatten. So was macht viel kaputt, auch wenn die Kinder schon älter sind.

Und dann lernte sie einen Mann kennen, im Yogakurs. Unglaublich, aber da war ein Witwer, der schon länger allein lebte und sein Haus schon verkaufen wollte, denn die Kinder leben woanders. Sie ist wieder verheiratet und hat jetzt wohl ein besseres Leben als das mit dem ersten Mann.

Du bist tapferer als Du glaubst und weißt. Und es wird sich alles fügen, auch wenn Du das jetzt nicht siehst. Aber es bleibt ja nichts wie es ist. Und da Du jetzt unten bist, gibt es für Dich auf längere Sicht nur eine Richtung, die nach oben. Und dein Mann braucht sich nicht so sicher zu fühlen, dass diese Entscheidung langfristig die richtige war.

Aber schau auf Dich. Tu Dir, wenn Du es kannst, was Gutes. Pflege Dich, rede Dir gut zu und sage Dir, es wird wieder besser werden und ich werde aus der Krise gestärkt heraus gehen. Wenn Du jetzt nichts isst, betreibst Du Raubbau, denn Du brauchst jetzt viel Kraft, auch für Deine Tochter. Das ist es nicht wert, dass Du womöglich auch noch krank wirst.
Und suche Dir Unterstützung, Ein Beratungsgespräch bei der Caritas oder was ähnlichem hat einer anderen Freundin geholfen, zu begreifen, dass die Ehe zu Ende war. Auch er hatte längst eine andere und log, dass sich die Balken bogen. Und lüge Dein Umfeld nicht an, sondern sage, mein Mann hat mich verlassen. Es ist nicht Deine Schuld, aber das Verheimlichen hat keinen Sinn. Es kommt ja eh auf.

Schreib auf, was Dir durch den Kopf geht und Du darfst auch Fantasien haben. Z.B. die, dass es ihm dreckig gehen soll. Das ist legitim und normal in so einer Zeit. Oder auch, dass Mandy ihm den Laufpass gibt und er dann bedröppelt da steht, weil er zu hoch geepokert hat.
Es ist jetzt vieles legitim, außer bewusst Dir selbst und anderen zu schaden. Du darfst schreien, heulen, wie gelähmt Löcher in die Luft starren, weinen. Nur aufgeben darfst Du Dich nicht.
Denk immer an das Pendel, das auch wieder zugunsten von Dir ausschlagen wird.

x 11 #280


S
Zitat von Margerite:
Wie kann man so was machen? Den anderen in Sicherheit wiegen, der sich schon auf die Rückkehr freut und dann kommt die Ernüchterung wie ein Tsunami ...

Du wirfst deinen Mann weg, wegen der Affäre, und fühlst dich dann weggeworfen, weil die Affäre sich ne richtige Partnerschaft sucht?
Kannst du das heute noch nachvollziehen? Oder fühlt sich das an, als wäre es jemand anderes gewesen?

x 4 #281


Wurstmopped
Eine Affäre ist immer ein Pokerspiel, das dumme daran ist nur, dass der eine viel Spaß hat und sich ausprobiert, der andere die Welt nicht mehr versteht und leidet.
Aber, man muss ja nicht mit am Pokertisch sitzen.
Wer geht, soll bitte auch da bleiben, wo er hingegangen ist, für immer.
Jemanden zurück nehmen, ja vielleicht, aber dann nur zu meinen Spielregeln, wenn er sich darauf einlässt, "selbst schuld" 😉

x 1 #282


Stella31
Zitat von Margerite:
Ich will Dir mal was erzählen, denn ich war auch so

Danke, dass du so ehrlich und reflektiert über dich und deine Fehler berichtest!

x 4 #283


M
Zitat von So-isses:
Du wirfst deinen Mann weg, wegen der Affäre, und fühlst dich dann weggeworfen, weil die Affäre sich ne richtige Partnerschaft sucht?
Kannst du das heute noch nachvollziehen? Oder fühlt sich das an, als wäre es jemand anderes gewesen?

Wenn Du mich heute fragst, kann ich Dir nur sgen, dass ich so viel Unlogik heute nicht mehr begreife. Wie ich damals handelte, blind nur Gefühlen folgte und mich in eine Wolke von Illusionen begab , ist mir heute völlig schleierhaft.
Ich war damals anders, deppert,. doof und voll von Selbstzweifeln. Und bildete mir ein, auch mir würde ein Glück mal zustehen.

Es war alles richtig wie es kam. Aus unrichtigen Handlungen können Erkenntnisse entstehen, aus Unreife kann mehr Reife entstehen und dass ich auch selbst für mein Wohlergeben verantwortlich bin, musste ich erst lernen. Die Hinwendung zu einem anderen, mit dem dann alles leichter, freudvoller wird, ist keine Lösung von Problemen mit sich und der Ehe.
Ich bin heute viel nüchterner und betrachte das Leben aus einem anderen Blickwinkel.

Einfach ist es heute auch nicht. Mein Vater ist 88 geworden und allmählich lässt sein Verstand nach. Es schwankt, aber wenn viel Neues auf ihn einstürmt, reagiert er am nächsten Tag noch verwirrt. Meine Schwester ist nierenkrank und auf die Dialyse angewiesen und das wird so bleiben. ich hatte zwar gedacht, wir hätten mit meiner kranken Mutter genug Krankheit in der Familie gehabt, aber das Leben hat seine eigenen Regeln.
Mein Mann neigt zu Depressionen und es kann immer wieder Phasen geben, in denen es ihm nicht so gut geht. Ich sehe es an seinem Gesicht und erkenne die Anzeichen. Da hilft nur Abgrenzung, sich nicht selbst in einen Strudel mitreißen lassen.
Aber unterm Strich habe ich doch ein gutes Leben. Denn ich achte nun auf mich, habe Selbstfürsorge gelernt und das hat mich enorm weitergebracht und mich auch von Illuisonen befreit. Mit meinem Mann verstehe ich mich gut und ich lebe gern mit ihm zusammen, auch wenn wir uns in manchen Dingen nicht verstehen. Macht nichts, jeder ist ein eigener Mensch.

Wer Abwege geht, erkennt irgendwann dass es der falsche Weg war oder eine Sackgasse. Und die kann unerfreuliche Konsequenzen haben, was aber auch in Ordnung ist. Denn wir alle müssen lernen. Leben ist Lernen.

x 5 #284


J
@magerite
Vielen Dank für deinen sehr ehrlichen und interessanten Beitrag. Ich habe ja glaube ich, schon mal irgendwo geschrieben, dass ich mittlerweile das „Fremdgehen“ von ihm vielleicht irgendwie überwunden hätte…vielleicht…mich lässt das „Danach“ so unglaublich verzweifeln. Diese Flucht, diese mangelnde Empathie, die Rücksichtslosigkeit, sein Ego-Trip…
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft…da ist ja einiges los in deinem Umfeld.

@Wollie
Es ist weiterhin ein ordentliches Auf und Ab. Am Montag hat er seinen Schrank komplett leer geräumt ( während ich auf Arbeit war, das war auch so abgesprochen) und hat alles mitgenommen, was ich hier schon aussortiert hatte. Meine Befürchtung war ja das er noch anderes mitnimmt, aber er hat wirklich nur sein Zeug mitgenommen. Als ich nach Hause kam und den leeren Schrank sah, hat es mich wieder ordentlich fallen lassen. Ich komme mir wie eine Ertrinkende vor, die verzweifelt versucht den Kopf über Wasser zu halten…dann kommt von irgendwoher die Kraft wieder zu schwimmen und dann wieder ein Sog, der versucht mich runterzuziehen. Es ist so unglaublich anstrengend…
Gestern schrieb er mir das er da ein Vorstellungsgespräch hat😤Er zieht das echt durch…
Aber ein Konto haben wir schon geteilt, nächste Woche kommt er her, dann wird das Online-Konto noch geteilt…das möchte er mit mir zusammen machen, damit ich ihm nicht wieder was unterstelle ( waren seine Worte).
Mit unserem Finanzberater habe ich am Freitag ein Telefongespräch vereinbart, der geht mit mir die Versicherungen durch…und dann dürften wir erstmal das Wichtigste geklärt haben und ich hoffe erstmal nichts mehr mit ihm zu tun haben zu müssen, weil mich jeder Kontakt einfach extrem runterzieht.
Meine Tochter hat jetzt beschlossen wenigstens einmal mit ihm zu sprechen, um sich anzuhören was er zu sagen hat. Sie hat meinen Sohn da um Unterstützung gebeten und er ist dann ihr zuliebe mit dabei. Sie weiß nichts von dem Vorstellungsgespräch, das soll er ihr mal schön selbst mitteilen. Ich find es aber gut, dass sie diesen Schritt gehen…vielleicht kommt er mal ein bisschen ins Denken. Und dann können die beiden für sich entscheiden, wie es weitergeht.
Morgen ist es genau 4 Wochen her…vor genau 4 Wochen war meine Welt noch völlig in Ordnung für mich. Krass…wie schnell sich von jetzt auf gleich alles ändert kann. Aber ich bin sehr stolz auf mich, dass ich in einigen wenigen Momenten sehr stark sein kann und über mich hinaus wachse. Hin zu einem unabhängigen Neuem Leben.
Am Sonntag war ich ja über Meet5 bei einer Wanderung dabei und hatte ein sehr nettes Gespräch mit einer Frau, die genauso alt ist wie ich und eine ähnliche Erfahrung vor ein paar Jahren mit ihrem Ex durchgemacht hat. Zum Schluss habe ich ihren Namen erfahren…und jetzt ratet mal wie sie heißt🥴…aber gut…war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung.
Ja, so versuche ich Tag für Tag, Schritt für Schritt mir ein neues Leben aufzubauen.

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A


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