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Fremdgehen nach 27 Jahren

B
@JoLu
Tschuldigung wegen der Nebendiskussion bzgl. Steuerklasse und Patriarchat. Zum einen ist das eure Vergangenheit und zum anderen nicht weiter zielführend. Wichtig ist dass du durch die 4 eben mehr Netto hast.

So ein Betrug ist schon so ziemlich das übelste was man psychisch dem anderen antun kann. Es kommt meist aus dem Nichts.
Für dich hast du glaube ich sehr gute Tipps für den praktischen Umgang mit der Trennung bekommen.
Auch gab es sehr gute Hinweise, wie du akut deine verletzte Seele trösten kannst.
Auch ein Arztbesuch kann helfen, manchmal muss man akut auch medikamentös unterstützen, um wieder die Grundfunktionen essen und schlafen in Gang zu bekommen.
Hier gab es mal eine Teilnehmerin, die nannte sich einfach atmen und das ist akut sehr wichtig.
Um aus dem Panikmodus zu kommen.

Kurzfristig musst du gar nichts entscheiden. Tiefgreifende Entscheidungen kann man auch später treffen. Zum Beispiel die Frage ob du ihn wiederhaben willst. Da hast du wirklich sehr viele Optionen ob und unter welchen Umständen. Auch wenn du jetzt noch nicht weißt was in Zukunft sein wird: es gibt Paare, die überleben solch eine Geschichte und steigen wie Phönix aus der Asche auf.
Oder du stehst wie Phönix alleine aus der Asche auf. Das alles wird sich ergeben.

Vielleicht noch ein Hinweis: Dein Mann hat super egoistisch gehandelt. @Scheol hat ganz gut das ganze eingeordnet. Du hast das nicht verursacht. Natürlich bist du am Zustand der Ehe auch verantwortlich, aber den Kurschatten hat er sich allein angelacht. Das ist ausschließlich seine Verantwortung. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dass das ganze fliegt und Bestand hat eher klein.
Auch dein Mann wird sehr wahrscheinlich hart aus seiner Blase in die Realität einschlagen. Insofern ist was dein Handeln betrifft keine Eile von Nöten.

Schreibe hier, Ruf die Telefonseelsorge an. Such dir Unterstützung. Dieses Jahr musst du nur überleben und dann kannst du 2026 dir überlegen, wohin deine Reise gehen kann.

x 9 #76


Usambara
Mich würde mal interessieren ob der Partner der so gegangen ist wirklich jemals zurück gekommen ist. Wie lange hat das gedauert?
Oder hat jemand aus solch einer Kurschattenbeziehung wirklich das Glück fürs Leben gefunden? ( Also wenn man verheiratet war)

#77


A


Fremdgehen nach 27 Jahren

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Scheol
Zitat von Usambara:
Mich würde mal interessieren ob der Partner der so gegangen ist wirklich jemals zurück gekommen ist. Wie lange hat das gedauert? Oder hat jemand aus solch einer Kurschattenbeziehung wirklich das Glück fürs Leben gefunden? ( Also wenn man verheiratet war)

Wir hatten hier glaube ich die Konstellation das der betrogene Ehemann sich hier angemeldet hatte und über den Kurschatten seiner Ehefrau sprach.

die betrogene Ehefrau von dem Kurschatten hier durch Zufall auftauchte,

Und Taraaaaa, die Exfrau von ihm irgendwann hier im Forum aufschlug.

Dieser Mann war dann glaube ich mit der Frau vom Kurschatten seiner Frau zusammen gekommen.

bei der Exfrau die hier im Forum ihren Mann anging , kriselte es dann zeitnahe mit dem Kurschatten Mann, wie der TE damals mir schrieb.

oft knallt es das die die einen Kurschatten hatten , nach ein paar Monaten ernüchtern ankommen und aus der Rehablase aufwachen.

Es gibt auch Fälle die halten , ich denke aber das werden wenige sein.

x 3 #78


A
Zitat von JoLu:
Ich kann nicht aufhören daran zu denken, wie er jetzt bei ihr unter dem Weihnachtsbaum sitzt.

Wenn man überlegt, wie kurz du erst in dieser Situation bist, hälst du dich eh erstaunlich gut. Das ist einfach so ein Schock - wie ein Unfall. Das muss erst mal ankommen.

Ich bin mal gespannt, wie er sich das vorstellt, wenn der Alltag wieder kommt. Einfach wieder nach Hause und so weitermachen?

x 2 #79


Rheinländer
Liebe @JoLu

den Heiligen Abend hast du schon einmal überstanden. Das ist gut so. Ich möchte dir noch einen Tipp geben bezüglich deiner Aussage:

Zitat von JoLu:
Man stellt sich ständig die Frage…was habe ich falsch gemacht. Zuviel Fürsorge, zuviel Alltag, zu alt,

Wer kennt das nicht. Was habe ich mir damals anfangs alles selber vorgeworfen, was ich falsch gemacht habe, habe die Ursache nur und ausschließlich bei mir gesehen, habe mich daraufhin quasi "neu" erfunden. Sie hat mir sogar (in meinen Augen profane) Gründe genannt, weshalb sie gehen musste.
Irgendwann kam raus, dass da ein neuer Mann im Spiel war. Ich hatte nie auch nur den Hauch einer Chance.

Was ich dir damit sagen möchte. Lass dir von deinem Ex nicht einreden, dass du durch irgendwas schuld daran hast, dass er fremd gegangen ist. Es wäre nur die klassische Schuldumkehr, damit es ihm besser geht.
Wenn er unglücklich gewesen wäre, wäre es seine Pflicht gewesen mit dir zu sprechen, damit sich die Situation bessert. Hat er nicht. Er hätte auch nachdem ihr es nach einem eventuellen Gespräch nochmals versucht hättet, gehen können, damit jeder die Chance erhält nochmal anzufangen. Das hat er aber auch nicht getan. Stattdessen hat er sich freiwillig dazu entschlossen, dir fremd zu gehen, dich/euch zu verlassen und sein Leben drastisch zu ändern und das ohne Rücksicht auf Verluste.

Du wirst wieder auf die Füße kommen, es braucht Zeit, aber es wird passieren. Heute für dich kaum vorstellbar, aber die Zeit wird kommen. Sei in der jetzigen Phase milde mit dir. Erwarte nicht zuviel von dir. Es wird immer wieder Rückschläge geben, aber die werden mit der Zeit auch seltener und weniger heftig.

Fühl dich gedrückt und komm gut durch die nächsten Tage, bevor du einen Beratungstermin beim Anwalt machst.

x 14 #80


CanisaWuff
Zitat von Scheol:
Wir hatten hier glaube ich die Konstellation das der betrogene Ehemann sich hier angemeldet hatte und über den Kurschatten seiner Ehefrau sprach. ...

Da war Karma aber mal richtig auf Zack 😂

x 4 #81


Gast555
@sieblar

Zitat von sieblar:
Du hast keinen Abzweig verpasst, er ist mit dem Auto über den Abgrund gefahren und interpretiert gerade die Schwerelosigkeit beim Abstürzen als Befreiung. Der Aufschlag kommt noch.

Mach dir bitte eins ganz klar. Wenn einer fremd geht sagt das vor allem was über den Fremdgeher aus und nicht über die Betrogene. Auch wenn die Machtverhältnisse erstmal anders wirken.

Geniales "Bild" dafür!

x 4 #82


Pippa
Liebe @JoLu,

ich bin nicht betroffen, habe aber schon ein paar Reha's hinter mir.

Das ist eine komplett andere Welt. Man blendet alles aus. Die Mitpatienten sind wie eine kleine, neue Familie.
Dort ist man offen, kann sich alles von der Seele reden und wächst sehr schnell irgendwie zusammen.
Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass es meist nur für diese Zeit, ggf. ein paar Wochen/Monate danach ist.

Irgendwann muss man nach Hause.
Die "Euphorie" der Reha klingt noch etwas nach.
Das ist das, was Dein Mann gerade wahrscheinlich erlebt.
Er will diesen Zustand weiter haben, diese eine Person, mit der alles so leicht und unbeschwert war.

Aber er wird eines Tages wieder in der Realität ankommen.

Schau jetzt auf Dich.
@Femira hat Dir super Tipps gegeben. Traubenzucker fällt mir noch ein.
Was hilft Dir sonst in Krisensituationen?

Fühl Dich umarmt, wenn Du magst.

x 8 #83


W
Zitat von Worrior:
Was wird den Leuten in der Reha da nur immer eingeimpft?

Ist nur eine Vermutung: Aber ich nehme an, dass eine Reha für viele die erste Möglichkeit seit vielen Jahren ist, einmal halbwegs für sich selber zu sein und aus der gewohnten Welt der alltäglichen Routine auszutreten. Und dann ändert sich der Blick auf die Dinge, und es werden (natürlich nicht bei allen) ganz andere Dinge als die gewohnten sichtbar und empfunden.
Was meinst Du, was los wäre, ganz abgesehen von einer Reha, wenn sich Verpartnerte von Zeit zu Zeit für einige Wochen eine Auszeit nehmen würden von der Partnerschaft und mit sich selber und der Realität konfrontiert werden würden?
Im alltäglichen Ablauf wird doch einfach vieles ausgeblendet, was nicht in die heile Welt passt, und die "Liebe" oder sonst etwas in dieser Art gleicht mehr einer Routine als einem tatsächlichen Gefühl. Man nimmt sie nicht mehr wahr, sondern setzt sie gewissermaßen voraus, nimmt sie als gegeben hin (man ist ja zusammen, und die Dinge laufen vielleicht auch ganz gut).
Sobald man allerdings mal draußen ist aus diesem Gewohnten und vielleicht auch für gut Gehaltenem, tut sich schlicht und einfach ein anderes Leben auf, mit möglichwerweise neuen, intensiveren Gefühlen und Anwandlungen. (Etwas Neues wird per se intensiver empfunden als das Gewohnte, also wenn sich beispielsweise jemand für einen interessiert in einer Form, wie man es schon lange nicht erlebt hat).
Nicht, dass dieses Neue unbedingt besser sein muss und über kurz oder lang nicht ebenso zum Gewohnten werden würde, aber alles Neue hat einfach seinen eigenen Reiz, seine ganz eigene Qualität.
Vielleicht wäre es, im Sinne der Selbsterfahrung und Wahrheitskonfrontation, ja generell gut, würden die Pärchenleute nicht beständig zusammenpicken, sondern sich für meinetwegen zwei Monate (am Stück) trennen und sich in der Zeit sich selber widmen. Allerdings würde dies, kann man annehmen, die Scheidungs- bzw. Trennungsrate vermutlich verzehnfachen.
Der Mensch lebt hauptsächlich für den Schein, nicht für das Sein, und wenn es ihn aus dem Schein mal rauskatapultiert, der Schein also zumindest fragwürdig wird, dann kann die eingebildete Alles-ist-gut-Fassade oftmals gehörig ins Bröckeln geraten und letztlich auch einstürzen.
Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Beziehungen ihr plötzliches Ende finden würden, wenn die Anhaftung am Gewohnten mal eine Zeitlang unterbrochen werden würde, wodurch auch immer.

x 7 #84


alleswirdbesser
Zitat von whynot60:
Ist nur eine Vermutung: Aber ich nehme an, dass eine Reha für viele die erste Möglichkeit seit vielen Jahren ist, einmal halbwegs für sich selber ...

Die Lösung wäre doch keine Beziehungen mehr einzugehen und stets für was Neues frei zu sein. wer darauf Wert legt, fährt damit am besten, wenn er niemanden verletzen möchte, dem das Umgekehrte wichtig ist. Kein Jahrelanger Alltag, kein Partner, den man wie alte Socken behandelt und wertschätzt, keine Verpflichtungen, keine Versprechen…. Da ist eine Reha dann vermutlich auch keine Neupartnerbörse, sondern das, was sie sein sollte.

x 4 #85


T
@whynot60 Ich kann deine Ansichten durchaus verstehen. Aber wenn etwas nicht stimmt, oder es in der Reha bewusst wird, sollte man mit seiner Partnerin reden. Vielleicht kann man für die lange Ehe kämpfen und gemeinsam wieder zueinander finden. Finde es echt mies so verlassen zu werden, nach so vielen Jahren sollte man Respektvoller miteinander umgehen.

x 11 #86


Scheol
Zitat von Taja1976:
Aber wenn etwas nicht stimmt, oder es in der Reha bewusst wird, sollte man mit seiner Partnerin reden. Vielleicht kann man für die lange Ehe kämpfen und gemeinsam wieder zueinander finden. Finde es echt mies so verlassen zu werden, nach so vielen Jahren sollte ...

bei deiner Geschichte weiß Deiner vermutlich noch nicht mal das etwas nicht stimmt. Der wird nicht wissen warum er so Handelt wie er handelt. das wissen viele nicht.

auch kommt er von der Reaktion sofort in die Aktion. Ohne denken zu können. Daran sieht man ja Schon das was nicht stimmt und er nicht mehr in seiner Mitte ist um denken zu können.

x 2 #87


T
@Scheol das stimmt ! Nein Er weiß nicht mehr warum Er so handelt. Meine Antwort hier zu dieser Geschichte, sollte auch eher allgemein gelten.Finde man macht es sich zu einfach, geht in die Reha, stellt fest Ehe ist auch nicht mehr so dolle, ich nehme mir ne neue und lasse alles stehen und liegen. Und das nach so vielen Jahren. Man schmeißt doch nicht direkt alles hin.Ich kann sowas nicht verstehen. Aber ich denke ich glaube zu sehr an das gute und bin Naiv.

x 2 #88


Kampfschnake
Zitat von JoLu:
Er hat mir gestanden das er da seit 2 Wochen fremdgegangen ist mit einer 10 Jahre jüngeren Frau und das nicht erklären kann…aber weiß das er zu ihr muss.


Ich denke, dass die Erklärung für sein Wissen, warum er zu ihr muss, ganz profan ist.

Zitat von whynot60:
Aber ich nehme an, dass eine Reha für viele die erste Möglichkeit seit vielen Jahren ist, einmal halbwegs für sich selber zu sein und aus der gewohnten Welt der alltäglichen Routine auszutreten.


Und dann ist es einfach ein "Helferlein" zu haben, um nicht "in die gewohnte Welt der täglichen Routine" zurück zu kehren. Wenn jemand nicht begreift, dass sein Verhalten so "simpel" ist, dann geht es nicht um die Lösung eines Problems. Es ist ein undurchdachtes "Abhauen".

Dein Mann wirft (im Moment) nicht sein Hirn an. Das ist nicht "Deine Schuld". Im Gegenteil. Bleib stabil - irgendwie. Und wenn er wieder denken kann / will & das Gespräch sucht, dann bist du schon weiter, weil du dein Hirn nie ausgeschaltet hast.

Solidarischen Grüße
Schnake

x 10 #89


Worrior
So manche(r) der/die sich für die Trennung feiern ließ, weil ihm/ihr erzählt wurde dass er/sie das Richtige tut, hatte irgendwann ein böses Erwachen.
Wenn der Fanclub verstummt, man zum lebendem Mahnmal wird, nämlich dafür dass Beziehungen scheitern können und man deshalb plötzlich gemieden wird.
Wenn die öffentliche Darbietung in den Medien, von vermeintlicher Selbstverwirklichung und Freiheit, mit all den Bildchen von Sonnenauf- und -untergängen und Kalendersprüchen von Entwicklung und Neuanfängen, keine Likes mehr generiert und die externe Bestätigung nachlässt.
Die plötzliche Zuwendung von anderen Männern oder Frauen berechnend wirkt.
Wenn in der neuen Beziehung vielleicht die ersten leichte Risse auftauchen.
Die Person deren Anwesenheit zuvor als selbstverständlich empfunden wurde keinen Kontakt mehr möchte weil sie plötzlich für ihr eigenes Leben Verantwortung übernimmt und ihren eigenen Weg geht.
Der/die sich Trennende die nagende Frage verspürt ob er/sie im Leben des/der Ex wohl doch nicht so wichtig war wie gedacht.
Die Frage ob es Ex wohl plötzlich viel besser geht, den/die man zurückgelassen hat.
Wenn das was vorher als nervig und übergriffig empfunden wurde plötzlich nicht mehr so empfunden wird.
Der getrennte Part sich von Befürftigkeit und emotionaler Abhängigkeit befreit hat und fern von dysfunktionalen Beziehungen interessante Menschen anzieht.
All das mit der bitteren Erkenntnis dass die Tür für immer zubleiben wird.
Diese Dinge werden sich die wenigsten Trennenden eingestehen.
Das würde bedeuten sich einzugestehen dass der eventuelle Warmwechsel eine ehrenlose und schändliche Tat war.
Zu erkennen wie kalt und abwertend man einen Menschen behandelt hat der zwar Fehler, Schwächen und Makel hatte aber aufrecht liebte, loyal und und ehrenhaft.
Das würde bedeuten zu erkennen dass man vor seinen eigenen Fehlern weggerannt ist.
Kurzum dass der neue Lebensweg in einer Irrfahrt gelandet.
Da wird wohl eher die Scheinwelt aufrecht erhalten, koste es was es wolle um jeden Preis, nur um sich das eigene Versagen nicht eingestehen zu müssen.
Es wird der Eindruck aufrecht erhalten dass jetzt alles ok wäre.
Doch es nagt und nagt im Hintergrund.

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