whynot60
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Zitat von Taja1976:Ich kann deine Ansichten durchaus verstehen. Aber wenn etwas nicht stimmt, oder es in der Reha bewusst wird, sollte man mit seiner Partnerin reden. Vielleicht kann man für die lange Ehe kämpfen und gemeinsam wieder zueinander finden. Finde es echt mies so verlassen zu werden, nach so vielen Jahren sollte man Respektvoller miteinander umgehen.
Ja, das meine ich auch. Wenn sich zwei Menschen gefunden haben, zwischen denen vieles stimmt, selten genug, dann sollte man das nicht leichtfertig aufgeben.
Allerdings wäre es vielleicht gut, um eben nicht gleich alles hinwerfen zu müssen, ein etwas anderes "Beziehungsmodell" zu etablieren, ein solches, wo eben diese Reize des Neuen zulässig sind, ohne dass gleich alles mit der Abrissbirne zerstört werden muss. Die subjekive Welt ist ja nichts anderes als Vorstellung, also könnte man daran ja auch manches verändern.
Meiner Erfahrung nach und auch nach allem, was ich so sehe rundum, ist es ja ein außerordentlicher Glücksfall, überhaupt jemandem zu begegnen, mit dem man tatsächlich tief verbunden ist (was immer die Gründe dafür sein mögen, für mich persönlich geht das im Idealfall nahezu ins Überirdische). Allerdings gewinnt dann oft das fragwürdige, von allerlei geprägtem Ego die Überhand, und das ist es letzlich ja, was die Dinge, selbst die guten, ja vielleicht sogar seligen, in die Luft sprengt, nur weil zumindest kurzfristig etwas Neues eben diesen Reiz des Neuen mit sich bringt, selbst wenn es ansonsten gar keine Bedeutung hat.
Ich meine, Menschen, die man noch gar nicht kennt, sind eben - zumindest vorübergehend - "reizvoller" als die gewohnten, und wer hätte es denn noch nicht erlebt, dass es über die Maßen aufregend ist, einen "fremden" Körper zu berühren und von anderen Händen und Lippen berührt zu werden ... Das fährt einfach mit einer ganz anderen Wucht ein als das Vertraute. Und davor kann man nicht die Augen verschließen.
Wenn man mit jemandem, auch völlig Passendem, Jahre oder Jahrzehnte zusammen ist, dann kann sein, was will - diesen bisweilen geradezu betäubenden und berauschenden Reiz des Neuen und Unbekannten kann er gar nicht heraufbeschwören. Das geht nicht, selbst nicht mit neuer Unterwäsche oder sonst etwas.
Daher war und bin ich seit jeher für mehr Freiheit in Beziehungsdingen (obwohl ich das für mich selber gar nie beansprucht habe, aber es jeder Partnerin zugestanden habe). Ja, ich halte es geradezu für verrückt, eine Beziehung oder Partnerschaft mit einer vielleicht außerordentlich guten Grundlage ins Wasser zu schmeißen, nur weil einem von beiden vielleicht einmal der Hafer sticht ... Das ist, meine ich, echt irre!
Es gibt nichts Wertvolleres in diesem ganzen Leben, als auf einen Menschen zu treffen (wie gesagt, ich halte das für den Ausnahmefall und rede nicht von irgendwelchen "praktischen" Verläufen), mit dem einen tatsächlich Liebe verbindet, das ist mehr wert als alles Gold der Welt. Und mir ist es eben unbegreiflich, weshalb ein solches Geschenk dann wegen emotionaler Verletzungsgefühlen einfach in die Tonne gekloppt wird, als wäre es lediglich ein Gebrauchsartikel, an dem fremdes Blut klebt.
