Josefine81
Gast
Ich (41 W) bin seit ca. einem halben Jahr mit meinem Freund (36) zusammen, wir kennen uns aber schon seit zwei Jahren.
Nun ist es so, dass er einen relativ heftigen Job hat, wo er immer vier Wochen am Stueck 24/7 abrufbereit ist. Dann vier Wochen frei. Wir kennen uns (im weiteren Sinne) ueber seinen Job, ich kenne also deren Joballtag recht gut.
Ist er auf der Arbeit, dann ist er in "meiner" Stadt. Da sehen wir uns viel, oft auch mal 3-4 Abende die Woche, ich kann auch tagsueber bei ihm sein. Allerdings sind zwei seiner Kollegen immer dabei, die wohnen in einer Art WG zusammen, aber natuerlich hat jeder sein eigenes Zimmer. Er kann nicht weit von der Wohnung weg und ist halt quasi immer "auf Abruf". (Moechte aus Anonymitaetsgruenden nicht mehr zu der Jobsituation schreiben.) Sein einer Kollege findet es top, wenn ich viel bei denen herumhaenge, ich fuehle mich also selten als "Eindringling", wir haben darueber aber auch geredet. Der andere hat glaube ich auch kein Problem damit.
Hat mein Freund frei, dann ist er ca. 2 Auto-/Busstunden entfernt in seinem Heimatort, wo er ein Haus hat. Er hat mit seiner Ex zwei Kinder (2 und 5). Er hat die Kinder so ca. 2-3 der vier Wochen und nach Absprache, wenn seine Ex Nachtschicht arbeitet. So richtig planen kann man damit nicht (die tun sich da nichts, das sind relativ chaotische Absprachen). Die Ex hat auch einen neuen Partner, davor war aber viiiiiel Drama.
Ich mag seine Kinder total, treffe sie aber nicht oft. Der Grosse fragt viel nach mir, ich habe mittlerweile auch mal dort uebernachtet, als die Kids da waren. Das laeuft also super
Bevor die Frage kommt - ich habe keine eigenen Kinder und auch keinen Kinderwunsch (mag Kinder aber sehr), das Thema haben wir schon durchgekaut, bevor wir zusammengekommen sind, da mein Freund auch keine weiteren Kinder moechte. Also alles ok in der Hinsicht.
Mein Job ist ziemlich flexibel und (aus gesundheitlichen Gruenden) nicht VZ. Kann auch mal Meetings umschaufeln, am WE arbeiten usw. Aber einige feste Termine habe ich schon. Und natuerlich will ich auch Freunde treffen, verreisen (alleine / mit Partner / mit Freunden), also ich kann nicht staendig mit meinem Kalender Tetris spielen. Das letzte halbe Jahr war es oft so, dass sich seine Plaene in letzter Sekunde geaendert haben. Ich versuche dann, mit Verstaendnis zu reagieren, zumindest wenn es mit den Kindern zusammenhaengt oder mit Krankheit, aber ich habe echt aufgehoert zu zaehlen, wie oft ich alle Plaene wieder umschmeissen musste. Man kann immer nur so 1-2 Tage im Voraus planen.
Ich wuerde mich selbst als ziemlich selbstaendig bezeichnen. Ich bin viel alleine gereist, auch ans andere Ende der Welt, mache mein Ding, bin super extrovertiert, habe zwei Ehrenaemter, die auch einiges an Zeit fressen. Also geht es weniger darum, dass ich alleine zu Hause sitze und mich langweile. Werde auch im Mai wieder 10 Tage alleine verreisen (in der Zeit, wo er arbeitet, er haette also ohnehin nicht mitkommen koennen).
Wir haben wirklich jeden Tag Kontakt - per Snapchat. Nachdem ich angesprochen habe, dass mir das zu oberflaechlich ist, wenn wir uns wochenlang nicht sehen, ruft mein Freund auch mal an (und ich ihn). Das ist wirklich super, und es zeigt mir auch, dass er versucht, meinem Naehebeduerfnis entgegenzukommen.
Aber mich nimmt die Situation mit. Ist er auf der Arbeit, habe ich manchmal das Gefuehl, wir treffen uns, wenn ihm langweilig ist. Ist er zu Hause, habe ich das Gefuehl, er macht mich nicht zu seiner Prioritaet, denn da treffen wir uns ja super selten. Manchmal nur 1-2 Male in vier Wochen. Was mich dazu bringt, an seinen Gefuehlen fuer mich zu zweifeln. und das tut eben super super weh. Das triggert in mir Verlustaengste, Trennungsgedanken, alte Verletzungen (Kindheit, Ex usw). Weiss er auch, da wir darueber gesprochen haben.
Er kommt aus einer 10jaehrigen Beziehung (die seit ueber einem halben Jahr beendet war, als wir angefangen haben zu daten, aber ein halbes Jahr ist halt echt wenig in der Perspektive). Ziemlich manipulativ und toxisch. Auf meine Nachfrage, ob er sich sicher sei, dass er wieder eine Beziehung will, sagte er mehrere Male, ja. Aber dass er viel Zeit fuer sich braucht (und diese Zeit ohnehin nicht bekommt, da er voellig erschoepft ist, wenn die Kids im Bett sind). Seine Ex hat wohl fuer sich beansprucht, ueber seine Freizeit frei verfuegen zu koennen (sic!). Ziemlich grauenhaft.
Zusammenziehen werden wir erstmal nicht, ist uns beiden viel zu frueh. An den Rahmenbedingungen wird sich also nichts aendern - zumindest nicht zum Positiven.
Wuerde mich ueber Tips freuen! Und da meine ich v.a. gedankliche Anstoesse - rein praktisch denke ich machen wir es schon so gut, wie es eben geht: schauen mal "zusammen" abends einen Film (jeder in seiner Stadt), telefonieren mittlerweile hin und wieder mal, und reden ueber Probleme. Seine Kinder sind fuer mich wie gesagt ueberhaupt kein Problem - das ist fuer mich voellig selbstverstaendlich, dass die immer an erster Stelle kommen, und ich mag die beiden ja auch total.
Glaube, ich habe die Eckdaten ganz gut beschrieben. Danke schonmal fuer Eure Antworten.