Zitat von derefelix: Meine Geduld? Wir lange sollte ich noch warten wenn einer nicht will? Das er nach einem Jahr noch immer nicht bereit ist, meine Familie zu treffen? Gedanken zu machen über eine gemeinsame Zukunft? Noch immer sagt, er ist glücklich so wie es läuft, dh mich sieht wenn er es will, macht was er will, und meine wünsche ignoriert?
Liebe Felix,
Du hast meiner Ansicht nach damit völlig recht. Eure Wünsche und Zukunftsvorstellungen sind nicht kompatibel und daher ist es für Dich gut, eine Reißlinie zu ziehen. Du kannst Dich noch ein paar Monate oder Jahre an ihm abarbeiten, aber Du würdest immer das kürzere Hölzchen ziehen. Geduld ja, die hast Du auch bewiesen, indem Du sein Rumgeeiere lange Zeit angesehen , sie Dir schön geredet hast (ich habe auch so ein gutes Leben!) und Deine Wünsche zurückgestellt hast. Man muss sich doch erst mal richtig kennenlernen, er braucht halt Zeit, er ist nicht von der schnellen Sorte (was ja auch wieder positive Aspekte hat), aber im Endeffekt hast Du gewartet und er hatte alle Zeit und alle Freiheiten für sich.
Und dann suchte sich die emotionale Instanz in Dir, die nach mehr rief, ein weiteres Hintertürchen. Wir sagen jetzt mal was wir wollen und schauen, ob wir ihn mit einem Einzug ins traute Heim, wo er gehätschelt und gepätschelt wird, nicht ködern können. Und schließlich stimmte er dem halbherzig zu, verhielt sich liebevoll, aber fühlte sich vermutlich doch fremd und eingeengt. Dann die Krankheit - in seiner Situation eine Rettungsinsel!
Und dann ist es auch einfach mal genug. Die Geduld ist überstrapaziert, seine Weigerung, Deine Familie kennenzulernen, brachte ein weiteres Fäßchen zum Überlaufen und kein Silberstreif am Horizont für Dich in Sicht. Die Einsicht gewinnt die Oberhand und ließ Dich handeln. Und das ist auch gesund, denn Du handelst jetzt in Deinem Interesse und lässt Dich nicht mehr mit Erdbeeren, ein paar schönen Nächten und ein wenig gemeinsam verbrachter Zeit hinhalten. Dazu gratuliere ich Dir - ich musste es auf die harte Tour lernen.
Weh tut es dennoch, denn es ist das Ende einer Zeit, die Du Dir anders vorgestellt hast. Es ist das Ende von Illusionen, von Schönfärberei , von Nachsicht und Rücksichtnahme auf Deine Kosten. Ob Du dabei dominant auftrittst, kann ich nicht beurteilen, aber Du hast alles Recht der Welt, Tatsachen zu schaffen, die auch Dich weiter bringen.
"Obwohl ich gesagt habe, es wäre wahrscheinlich besser für uns beiden, will er keine Trennung... "
Ja, er will. Dies und das, aber nicht jenes. So weiter eiern, das Positive beibehalten, das Leichte und Schöne nehmen. Wo bleibst Du? Du bist dann die Wunscherfüllerin, die von Kuchenstückchen ,die er Dir gibt, lebt. Und weiter wartet ...
Die Entscheidung liegt allein bei Dir. Gesünder für Dich ist die Trennung, aber vielleicht willst Du Dir das Theater ja noch einige Zeit ansehen. Er ist ja doch auch lieb ... er hängt an Dir ... er ist gerne mit Dir zusammen (wenn ihm danach ist) ..., aber den ganzen Kuchen kriegst Du nicht. Er teilt ihn auch nicht mit Deiner Familie und seine ist sowieso tabu.
Nichts Halbes, nichts Ganzes - Deine Wahl.
Begonie