@Kaetzchen
Zitat:mir passt das Marktwert-Denken auch nicht, aber es ist doch nun mal eben heutzutage (mehr denn je) die Realität. Wobei ein hoher Status bei Frauen zB den Marktwert witzigerweise senkt (die größte Singlequote ist bei Akademikerinnen ü40 zu finden)

mich tangiert das gar nicht groß, Kaetzchen (würde es aber vielleicht schon, würde ich in Singlebörsen rumkurven, aber im RL bekomme ich davon fast nichts mit), ich meine eben nur, dass es heute nicht mehr denn je Realität ist, eher so etwas wie eine virtuelle Abirrung, eine Vorstellung, die sich durch massenweise verballhorntes virtuelles Paarungsverhalten einstellt, sich aber nur verdammt selten in der Realität zeigt.
Zitat:Als Mann kannst Du das mal sehr leicht ausprobieren. Leg mal ein Tinderprofil an und schreib, dass Du Dachdecker bist. Und dann nimm das gleiche Profil, schreib aber rein, dass Du Arzt bist. Und dann guck mal, welches Profil mehr Matches bekommt

offenbar hast Du mich nicht verstanden, denn das bestreite ich gar nicht. Ebenso wenig, dass eine bildschöne Frau in Windeseile extrem viele Klicks bekommt.
Nur sagt das eben nichts darüber aus, ob man einen passenden Partner findet.
Meinem Eindruck nach ist es vielmehr so, dass irgendwelche (möchtegern-)Alphamänner und sehr auf die Optik fixierte Frauen sich in diesen online Portalen die Hölle heiß machen (Ausnahmen mitgedacht), während sich in diesem Irrsinn zwei stinknormale unvollkommene Menschen, nämlich Helene und Otto näher kommen und eine schöne Beziehung aufbauen

Derweil sind Don Gailo und Miss Dress schon wieder getrennt.
Zitat:Als Mann kannst Du mit Status sehr vieles ausgleichen. Als Frau nicht! Das ist der Unterschied. Und klar sind die Chancen auf eine Beziehung größer, wenn Du schon einfach mehr Auswahl hast. Und mehr Auswahl hast Du, je größer Dein sog. Marktwert ist.
genau das denke ich eben nicht, bzw. es ist ja die Frage, um WAS für eine Beziehung es sich handelt.
Zitat:Die Kosmetik- und Modeindustrie gehört zu den umsatzstärksten überhaupt. Das wäre garantiert nicht so, wenn Männern die inneren Werte bei Frauen wichtiger wären als das Aussehen

(dann wäre aber vielleicht der Buchmarkt wieder größer, hehe)
Ach man Kaetzchen, wir kennen uns hier so lange, dass Du wissen solltest, dass ich nicht denke, dass nur die inneren Werte zählen, denn sonst wären viel mehr junge Menschen mit sehr betagten Menschen zusammen. Zumal es nun echt keine Neuigkeit ist, dass Männer gerne schöne Frauen angucken. Aber guck Dir wie gesagt die Realität an- da braucht es eben für eine schöne Beziehung kein Modewahn und kein Perfektionismus oder einen Alpha-Helden.
Und ob Beziehungen mit diesem Fokus zufrieden machen, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Ich lernte jedenfalls nie ein zufriedenes Paar kennen, bei dem diese Dinge im Zentrum stehen.
Erfolg und Schönheit nicht zu sehr in den Fokus zu stellen bei der Partnerwahl, bedeutet aber noch lange nicht, dass man oberflächliche Reize oder primitive Regungen leugnen würde. Doch es gibt eben noch andere Bedürfnisse und Berührungspunkte.
Außerdem halte ich gewisse Wirtschaftszweige nicht unbedingt für einen Spiegel unseres wahrhaftigen Seins weil unser Inneres/unsere Gedanken/Bedürfnisse. . .ja zugleich durch sie, durch die Medien manipuliert werden.
Ich hörte bsw mal eine Radiosendung zum Thema. Da waren nur Wissenschaftler, Psychologen usw am Start. Jedenfalls zeigen Studien z.B., dass heute insbesondere blutjunge Menschen (um die 20) Schönheits-OP`s machen lassen und sich unsagbar quälen, wenn sie nicht irgend welchen virtuellen Kunstfiguren entsprechen.
Und das sah vor ein paar Jahrzehnten eben noch anders aus. Da kann man ja auch nicht sagen, dass dieser Perfektionswahn unsere wahren Bedürfnisse spiegelt. Sie wurden erzeugt und hinzu kommt dann noch eine große Portion Angstmache und Unbewusstheit und schwupps liegt ein schönes 20 jähriges Mädchen unterm Messer, um irgend einem Deppen zu gefallen, während sie den jungen Mann, der sie auch so begehren würde, gar nicht wahrnimmt.
Zitat:Und ja, auch das ist erwiesen, dass es besonders attraktive und besonders unattraktive Menschen (Gesamtattraktivität, nicht rein optisch) schwerer haben bei der Partnersuche. Die besten Chancen hat der Durchschnitt.
Hm, widerspricht das nicht der Marktwertsenkungstheorie?
@NurBen
Ysa
Zitat:100 bewundernde oberflächliche (s) Blicke/Interesse sagt nichts darüber aus, ob ich jemanden finde, der wirklich zu mir passt. Genau so wenig wie 100 desinteressierte Menschen.
Ben
Zitat:Richtig, aber denn noch hat es doch Auswirkungen auf das eigene Selbstwertgefühl. Es ist ja auch die Frage, woher man sonst noch sein Selbstwert bezieht.
Wer natürlich den Großteil seines Selbstwertes aus der Anerkennung beim anderen Geschlecht abhängig macht, wird daran kaputt gehen.
das Markierte ist sowieso klar, ob man bildschön ist oder nicht.
Und man braucht eben nicht massenweise (virtuelle) Blicke, um ein gutes Selbstwertgefühl zu haben. Das ist doch eine moderne virtuelle Krankheit. Und genau darauf will ich ja aufmerksam machen. Man kann sich darin völlig verrennen.
Schau doch die Menschen im RL an. Keineswegs haben die Attraktivsten das beste Selbstwertgefühl.