Zitat von Kaetzchen:Für mich ist ein Piercing nicht vergleichbar mit einer Brustvergrößerung, wenn diese wirklich aus psychischer Belastung heraus stattfindet. Passt das dann so rein gar nicht mehr zu den Vorlieben meines Partners, muss ich halt abwägen, was mir im Zweifel wichtiger ist.
Für mich eben doch. Deshalb auch der Pfad zu den Kindern, denn da sagst du ja auch - zurecht - Kompromiss geht nicht.
Also, zumindest ist mein Punkt, dass jeder selbst entscheiden kann, ob das für ihn vergleichbar ist, oder nicht.
Deshalb ja - GENERELL. Die Aussage, dass man generell bei Veränderungen am eigenen Körper Kompromisse machen muss, halte ich für grundlegend falsch.
Wenn es für DICH nicht vergleichbar ist - voll okay.
Wenn es für jemand anderen aber DOCH vergleichbar ist - genauso okay.
Du unterstellst aber, dass
Zitat:Aber wenn man ein Piercing im Gesicht braucht, um sich im eigenen Körper wohl zu fühlen, läuft ja wohl auch was falsch
Denn gemäß dem Fall es wäre so und jemand WÜRDE es brauchen, um sich wohlzufühlen, ist das genauso eine psychische Belastung. Aber falsch? Die Brust-Op ist nicht falsch?
Wenn ich Narben übertattoowieren lasse, ist das dann falscher als eine Brust-Op, aber richtiger als ein Piercing?
Der Punkt ist - jeder Mensch muss seine Grenze definieren dürfen. Mit deiner Aussage (vielleicht liegts auch nur an der Formulierung?) unterstellst du aber, dass jemand, der seine Grenze früher zieht als du beziehungs/kompromissunfähig ist.
Du wertest, ab wann eine Grenze gerechtfertigt ist.
Du kannst sagen, für dich ist es so - aber zu bewerten, ob andere, die das anders sehen, deshalb weniger beziehungsfähig sind, find ich schon sehr vermessen.
Und muss man ernsthaft abwägen, ob eine Partnerschaft oder die psychische Gesundheit wichtiger ist?
Wenn ein Partner gegen eine Maßnahme für meine psychische Gesundheit ist, dann läuft aber ganz gewaltig was schief.
Und auch hier: Jeder zieht seine Grenze. Der eine überlegt noch, ob er lieber ein Leben lang seinen Körper hasst, aber den Partner behält, der andere lässt sich schon bei der Haarfarbe nichts vom Partner sagen.
Die einen verzichten auf Kinder, die anderen auf den Partner. (Auch das gibt's ja.)
Deine Grundaussage ist, dass es Dinge gibt, bei denen man Kompromisse schließen MUSS - muss man aber nicht. Man muss für sich ausloten, in welchen Bereichen man Kompromisse schließen kann und in welchen nicht. Die einen können mehr, die anderen weniger. Für die einen sind Piercings diskutabel, aber Kinder nicht, für die anderen ist's umgekehrt.
Nur Menschen, die gar keine Kompromisse eingehen können, denen würde ich ein Problem zuschreiben, denn klar - Kompromisse gehören zu gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen.
Kleiner FunFact: mein Ex hat es GEHASST, wenn ich hohe Schuhe anhatte. Von wegen 'Alle Männer', 'alle Frauen'.
Aber nya, dazu wollt ich ja eigentlich nix mehr sagen
