Ruebezahl
Gast
Ich bin seit ein paar Wochen getrennt von meiner Partnerin, mit der ich knapp ein Jahr zusammen war. Rückblickend glaube ich mittlerweile, dass sie unter PMDS (oder zumindest einer sehr stark ausgeprägten PMS) gelitten hat – auch wenn sie selbst nie eine Diagnose erwähnt hat. Aber vieles passt einfach zu genau.
Sie hat keine Schilddrüse mehr (Entfernung nach OP), was ja sowieso schon das hormonelle Gleichgewicht durcheinanderbringen kann. Und sie hatte Phasen, in denen sie regelmäßig komplett durchhängt, oder sie nicht wisse, „was mit ihr los ist“. In diesen Phasen war sie plötzlich emotional distanziert, hat die Beziehung in Frage gestellt, wollte Abstand oder meinte, „es fühlt sich gerade nicht mehr stimmig an“. Das kam oft scheinbar aus dem Nichts, nach Tagen der Nähe und Normalität. Und mit einer erstaunlichen Präzision jeden Monat.
Ich habe viel investiert in die Beziehung, wollte Verständnis zeigen, bin weit gefahren, um sie zu sehen, habe versucht, sie zu entlasten, Sicherheit zu geben – aber es hat nie gereicht. Immer wieder kam diese emotionale Kälte, die Rückzüge, und irgendwann dann die Trennung mit der Begründung: „Mir fehlt die Leichtigkeit.“
Ich habe lange geglaubt, ich sei das Problem – meine Verlustängste, mein Wunsch nach mehr Nähe. Ich hab an mir gearbeitet, reflektiert, sogar Medikamente genommen – bis ich irgendwann begriffen habe:
Vielleicht war da ein ganz anderer Faktor im Spiel, den sie selbst nie klar benennen konnte.
Und nochmal: Das soll keine Entschuldigung für alles sein.
Sie hat sich nie geöffnet, hat kaum über Probleme geredet, und ich war emotional irgendwann am Ende. Aber die Parallelen zu PMDS sind wirklich frappierend – und ich frage mich, wie viele Beziehungen daran scheitern, ohne dass man je versteht, was da eigentlich passiert.
Danke nochmal für deinen Beitrag – er hilft mir, mein eigenes Erleben gerade ein bisschen besser einzuordnen.
Alles Gute dir!