Zitat von sadMonkey: Die Enttäuschung. Wie soll ich je wieder vertrauen finden?
Ok, mein letzter Kommentar hier, ich befürchte, ich reagiere etwas über.
Meinem Gespür nach machst du dir was vor, wenn du dich (in diesem speziellen Fall) für ach so naiv, empathisch, so viel sensibler hältst wie die Normalen.
Mir scheint, es geht hier nicht um Werte oder sowas, sondern es geht schlicht und einfach um Schmerzvermeidung, und um die Vermeidung von Kontrollverlust.
Was ja an sich nicht besonders pathologisch ist, wer möchte nicht gerne Schmerz und Kontrollverlust vermeiden.
Aber: Was passiert, wenn du diese Einstellung kultivierst und zu deinem Wesen erklärst?
Du kannst nicht mehr wirklich sehen, dass Schmerz und Kontrollverlust immer das Risiko ist, wenn man sein Herz öffnet. Trotzdem ist es auch wunderschön, um nicht zu sagen das, was das Leben erst richtig lebenswert macht, mit offenem Herzen zu leben.
Was würde dir nun diese Erkenntnis bringen?
Du könntest den Schmerz als gelegentlichen notwendigen Teil des Lebens ansehen, genauso wie sich gelegentlich auch körperlicher Schmerz nicht vermeiden lässt, und oft erst Dinge so richtig Spaß machen, bei denen das Risiko besteht, sich auch Schmerzen zuzuziehen. Trotzdem fahren wir mit Begeisterung Ski, steigen auf Pferde und Berge...
Und dann könntest du feststellen, dass diese Schmerzen, so unangenehm sie auch sein mögen, aushaltbar sind und vorbei gehen. Und dass du in dir selber die Stärke finden musst, die Schmerzen auszuhalten, und nicht von anderen verlangen kannst, dass sie dir die Schmerzen nicht zumuten. Plötzlich suchst du etwas in dir selber: die Achtsamkeit gegen dich selber, dass du dich selber schützt, wo es möglich ist. Und die Kraft, den Schmerz auszuhalten, wo er dann eben doch mal, so wie es im Leben unvermeidlich vorkommt, passiert.
Du bekommst plötzlich Macht über dein Leben, das du ansonsten an andere abgibst, sobald sich eine Verbindung aufbaut.
Ansonsten könnte es dir ein paar neue Perspektiven eröffnen, wenn du nicht mehr ihren Charakter hinterfragst.
Du könntest evtl. sehen, dass gerade sehr empathische und sensible Menschen sich etwas härter abgrenzen müssen, wenn sie so eine Entscheidung treffen.
Du könntest vielleicht trotzdem, wenn sich der Schmerz gelegt hat, mit Freude und Dankbarkeit auf diese Zeit zurückschauen, weil sie ja trotzdem in einer schweren Zeit bei dir war, und ihr bestimmt schöne Zeiten miteinander hattet.
Statt diese Zeit als weitere tödliche Wunde an deinem eh schon verwundeten Urvertrauen zu sehen, könntest du diese Frau als die Person sehen, die dir für eine gewisse Zeit genau dieses Vertrauen zurückgegeben hat.
Wie auch immer, vielleicht vergallopiere ich mich wieder mal.
Ich zieh mich hier mal zurück, und wünsch dir alles gute für die weitere Verarbeitung.
Eine Umarmung von der Drachin