rudi333
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Vor ziemlich genau 8 Jahren lernte ich aus beruflichem Kontext heraus einen Familienvater kennen, der nebenberuflich sich ein 2. Standbein eröffnen wollte. Zuerst war das nur ein rein professioneller, beruflicher Kontakt, vielleicht so 2-3 Jahre lang.
Normalerweise halte ich immer einen Abstand zwischen beruflich und privat, aber hier war das irgendwie anders.
Es entwickelte sich eine Freundschaft unter Männern. Soweit, so gut. Er war verheiratet und hatte 2 Kinder im Grundschulalter, die Frau studierte noch, mehr wusste ich aus seinem Privatleben nicht.
Wenn wir uns trafen, dann meist aus geschäftlichen Gründen, die Familien blieben außen vor.
Dann kam irgendwann Ende 2021 der Tag, als urplötzlich seine Frau die Trennung aussprach und mit den Kindern zu ihrer Mutter zog (im selben Ort). Dies intensivierte unsere Freundschaft weiter, ich half, wo ich konnte. Und letzten Endes in dem Prozess mit Scheidung und den Kindern hatte er den womöglich größten Erfolg seines Lebens, die Kinder wollten beim Papa bleiben.
Unsere Freundschaft wurde dann intensiver, man lud sich gegenseitig zu Geburtstagen ein oder unternahm auch zusammen mit seinen Kindern mal was.
Nach und nach merkte ich dann aber, dass er hier und da nicht die Wahrheit erzählte, und sich gerne mal besser darstellte. Ich war oft der seelische Papierkorb, wenn Ihr versteht, was ich meine. Ok, er hatte ja auch ziemlich zu rudern in dem Sorgerechtsstreit.
Positiv muss ich erwähnen, dass er mir auch eine große Stütze war, als die Affäre meiner Frau ans Licht kam.
Den ersten richtigen Knacks bekam die Freundschaft allerdings, als ich mit gepackter Tasche bei ihm aufschlug, und Abstand von meiner Frau brauchte. Er hatte mir das mehrfach angeboten, ich könne jederzeit (Tag und Nacht) kommen. Und plötzlich war da diese Kluft zwischen Worten und Taten.
Da ich niemandem zur Last fallen möchte, akzeptierte ich das aber.
Dann wurde seine Unpünktlichkeit (die gab es immer schon) und Unzuverlässigkeit allerdings immer gravierender. Was sonst immer klappte, wurde nun kurzfristig immer verschoben oder ganz gecancelt. Der Kontakt blieb, jedes seiner Probleme landete bei mir per Whatsapp oder Anruf. Ich habe sehr viel geholfen, auch einen finanziellen Engpass bei ihm überbrückt. Dennoch warf er mir vor, ich wäre emphatielos. Weil ich halt Dinge konkret anspreche und dann halt auch konsequent bin. Anders als er.
Nun hatten wir uns gestern eigentlich zu ner Runde wandern verabredet für den Nachmittag und er wollte dann was kochen, was sein neues Hobby ist. Früh hatte er einen Termin beim Arzt. Danach wollte er einkaufen. Nun bekam ich gestern Mittag von ihm einen Anruf, er hätte 3 h im Wartezimmer warten müssen und er wolle heute nichts mehr machen. Ich solle nicht kommen. Ich war wie vor den Kopf geschlagen, hatte mir meine Arbeit so zurechtorganisiert, dass der Nachmittag frei ist. Wäre das das 1. Mal gewesen, ok, jeder hat mal einen schlechten Tag. Aber in letzter Zeit war das zu häufig, dass Worte absolut nicht zu den Taten passen.
Was würdet Ihr tun?