Zitat von Mischka:Das Gespräch war insgesamt wirklich gut. Ich habe mich nicht unwohl gefühlt. Er hat sich wirklich anständig benommen und offen mit mir gesprochen. Er konnte zugeben, dass er genauso viel Angst vor der Zukunft hat, wie ich. Die erste finanzielle Einigung könnten wir auch erzielen, nur mit dem Haus müssen wir noch eine Lösung finden. Er möchte irgendwann seinen Anteil daran, soll er ja auch bekommen. Ansonsten will er nichts.
Geheult haben wir beide. Seine Neue ist eifersüchtig auf mich. Sie hat wohl noch Angst, dass er einknickt und zu mir zurückkommt. Er hat ihr klar gemacht, dass ich immer ein Teil seines Lebens bleiben werde und sie damit klarkommen muss. Und dass sie sich das überlegen soll.
Ich weiß, dass ich keinen Neuanfang mehr mit ihm schaffe. Wir hatten vor 9 Jahren schon mal eine ähnliche Krise und ich wäre damals fast daran zerbrochen. Um meiner selbst Willen und für unsere Kinder muss ich mich von ihm lösen. Leichter gesagt, als getan...
Das hat mein Ex auch zu mir gesagt, dass ich immer der wichtigste Mensch in seinem Leben bleiben werde.
Letztes Jahr im Dezember stellte man Darmkrebs bei ihm fest, OP, künstlicher Darmausgang, das ganze Prozedere.
Dann bekam seine Neue einen Schlaganfall, sie sitzt heute noch im Rollstuhl.
Er musste ein halbes Jahr eine Chemo über sich ergehen lassen.
Sie war in Reha, er war fertig, ich war fertig.
Habe ihm die ersten Anuspräterbeutel angebracht.
Kannte das noch aus meiner Zeit im Krankenhaus.
Er war sehr dankbar.
Teilweise habe ich ihn bekocht über Weihnachten, da war er ohne Hilfe.
Es war einerseits schwer für mich, aber ich habe es vom Herzen her getan.
Trotzdem war ich froh, als er wieder weg war.
Mit der Prognose wird er nicht lange leben, er tut mir leid.
Wir sehen uns ab und zu, aber mehr nicht.
Sie ist auch eifersüchtig, lässt es aber nicht raus, sie ist nett zu mir.
Ich war später im April zu seinem Geburtstag eingeladen.
Den Wunsch habe ich ihm erfüllt...
...es könnte immer sein letzter sein.
Nach 32/34 Jahren kann ich nicht so tun, als hätte es ihn nie gegeben.
Das schaffe ich nicht.
Manchmal jammert er mir über sein Schicksal was vor.
Er hat es ganz schlecht getroffen...
Da kann ich aber nichts für und das weiß er auch und dass ich ihm hier und da helfe, bin ich ihm zwar nicht schuldig, aber ich bin menschlich.
Wenn er mal stirbt, dann werde ich sehr traurig sein und um unsere schöne Zeit, die wir ja auch mal hatten, weinen.