Liebe Mischka
Ich weiß, wie du dich fühlst.
Auch ich wurde nach 32 Jahren verlassen, bin nun schon über 4 Jahre alleine.
Die ersten Tage erlebte ich alles wie durch Watte.
Nach so vielen gemeinsamen Jahren befindet man sich wie in einem Schockzustand.
Meine Beine waren wie Blei, ich konnte mich zu nichts aufraffen.
Nur durch meine Arbeit konnte ich mich ablenken, was mir damals aber unsagbar schwer fiel.
Mein Hund, der damals noch lebte, sorgte dafür, dass ich wenigstens genügend frische Luft bekam.
Irgendwann kam die Phase, wo ich sehr aktiv wurde.
Ich traf mich mit wildfremden Singlefrauen, nur um nicht alleine zu sein.
Ging alleine (mit Hund) in Cafés, um mir den Tag nicht so lang werden zu lassen.
Ich fuhr nach einem guten halben Jahr zweimal alleine in den Urlaub, was mir richtig gut tat und hatte ein sehr nettes Treffen mit Menschen aus diesem Forum in Münster, besuchte meine Brüder in Norddeutschland.
Aber ich machte auch den Fehler, die Trauer zu verdrängen.
Das Ergebnis waren dann psychosomatische Beschwerden.
Ich musste erst noch lernen, den Zustand des Alleinseins auszuhalten.
Also ließ ich den Schmerz zu und heulte mir die Augen aus dem Kopf, wenn es sein musste.
Nach und nach kam ich immer besser mit dem Alleinsein zurecht.
Es wird bei dir auch lange dauern, bis du da drüber einigermaßen weg bist.
Nach einem halben Jahr wird es erträglich, nach einem Jahr hast du dich daran gewöhnt, nach 2 Jahren verinnerlicht und fühlst dich als echter Single.
Mach also das, was dir gut tut und wenn du weinen musst, dann weine.
Wenn du raus willst, dann tu das.
Wenn nicht, dann lass es.
Wichtig ist auch, dass du Menschen hast, mit denen du reden kannst, eine beste Freundin zum Beispiel.
Alles Gute auf deinem Weg.