@Lina39
Es tut mir so leid für Dich, aber ich habe wenig Hoffnung, dass Du aus eigener Kraft noch irgendwas an der Ehe retten kannst.
Denn das hier, ist eine Dynamik, die ich schon oft beobachtet habe und ein Mal selbst erlebt habe:
Zitat von Mada: und erst 8 Jahre später hat die toxische Kommunikation und Verhaltensweisen, inkl. Beleidigungen "psychisch gestört" angefangen?
Zitat von Lina39: , zuvor war er anders, er hat sich geändert.
Zitat von Lina39: Er ist in diesem Jahr arbeitslos geworden,
Zitat von Lina39: Er hat sich um Haushalt und Hunde gekümmert und ich das Geld reingeholt.
Ich wollte Dich zeitgleich zu Mada fragen, ob in den 6 Monaten, die vor seiner Verhaltensänderung stattfanden, irgendwas passiert ist, was ihm das Gefühl gegeben hat, schwach oder unterlegen zu sein.
Und der Arbeitsplatzverlust, während die Frau das Geld nach Hause bringt, ist genau so ein Auslöser.
Es hätte auch eine Erbschaft bei Dir sein können oder dass Du ein Kind zur Welt bringst, während er hilflos daneben steht, oder dass Du einen Berufsabschluss machst, der höherwertig als sein eigener ist, etc. etc.
Bis zu dem Zeitpunkt war er nach seinem Verständnis "oben auf" und hatte das sichere Gefühl, dass Du ihn brauchst. In dem Moment, in dem er gemerkt hat, dass Du ja viel mehr Kraft oder Fähigkeiten oder Ressourcen hast als er und also gar nicht abhängig von ihm bist und jederzeit gehen oder ihm überlegen sein könntest, ist sein Selbstbild zusammen gebrochen und seitdem versucht er, die Macht in der Beziehung wiederzuerlangen. Er muss Dich klein machen und sabotieren, um wieder "auf Augenhöhe" zu kommen.
Aber egal, wie klein Du Dich jetzt machst und wie sehr Du ihm zeigst, dass Du ihn willst und brauchst, es wird nie reichen, um sein erschüttertes Weltbild wieder aufzurichten. Er konnte damals nicht der Held sein, der die Familie durch einen neuen Job vor dem Verhungern rettet, sondern der Laden lief auch ohne sein Einkommen weiter und damit hast Du ihm, völlig ohne es zu wollen, gezeigt, dass er gar keine Heldenrolle hat. Egal, wie sehr Du beteuerst, dass das doch gar nicht so ist und Du ihn als Fels an Deiner Seite brauchst, es wird nicht bei ihm ankommen. Und er projiziert sein schlechtes Gefühl, das er seitdem mit sich selbst hat, gnadenlos auf Dich und bestraft Dich dafür, dass er sich an Deiner Seite unzulänglich fühlt.
Lauf so schnell Du kannst.
Dieser Mann kommt erst wieder zu sich und lässt die Sabotage, wenn er eine neue, deutlich unter ihm stehende Frau hat, die ihm nie das Wasser reichen könnte und völlig von ihm abhängig ist. Vorher gibt sein Ego keine Ruhe und wird Dich weiter schwächen und beschuldigen, wo er nur kann. Wann immer es Dir gut geht, geht es ihm schlecht, weil es ihn an die Zeit erinnert, in der Du zur Arbeit gingst und er zu Hause saß und von Deinem Geld einkaufen ging.
Das kann bei Dir bis zur Depression oder Belastungsdepression gehen und dann ist er immer noch nicht zufrieden und "geheilt" und hat wieder genug Macht über sich und Dich, um wieder wie früher zu werden.
Es tut mir sehr leid, dass Dir das passiert ist und dass dieses Potential, sich machtlos zu fühlen und Dir dafür die Schuld zu geben, in Deinem Ehemann schlummerte. Du hättest nichts tun können, um das zu vermeiden. Du kannst Dich jetzt nur noch retten.