Zitat von unfassbar:Ich glaube, dass einige sich damit leichter tun, wenn sie es auf Störungen zurückführen können, anstatt sich einzugestehen, dass sie auf einen miesen Menschen hereingefallen sind.
Das kann ich so nicht unterschreiben.
Erst einmal zu der immer wiederkehrenden Frage: ist das (was auch immer) auch wirklich diagnostiziert worden. Meistens nicht, weil sich Betroffene ja nicht unbedingt krank/anders fühlen. Also ist dieser Mensch nach Ansicht vieler Foristen auch nicht an der vermuteten Krankheit/Störung erkrankt...
Man nehme mal einen Alk. - viele sind nicht diagnostiziert, weil sie ihre Sucht nicht sehen (wollen) - sind also im Umkehrschluß logischerweise auch kein Alk.... Gut für jede Statistik, aber in der Realität völliger Müll.
Frei nach Trump: ich gebe keine Tests raus, also haben wir auch keine Corona-Fälle in den USA.
Ich habe nach meiner fatalen Trennung auch nach Erklärungen gesucht, die ich logischerweise von ihm nicht bekam. Mir wurden mit der Zeit auch jede Menge Red Flags bewußt - aber auch nur, weil ich mich eben mit Cluster B auseinandergesetzt habe. In den Momenten war es einfach so surreal, dass es nicht faßbar war. Hinterher ist man immer schlauer und ich hätte das Ganze gleich bei dem ersten Vorfall (nach zwei Wochen!), der mich völlig überfordert hat, beendet, wenn ich das gewußt hätte, was ich heute weiß. Oder wäre zumindest ganz anders an die Sache herangegangen.
Und mir ging es wirklich darum zu verstehen bzw. mir wieder selbst vertrauen zu können und nicht, um irgendetwas schön zu reden. Mir bewußt zu machen, dass ich keinen an der Waffel habe, dass Vieles genau so war, wie ich es empfunden habe, mir selbst aber nicht (mehr) vertraut habe, weil es irgendwie nie faßbar war. (Manipulation par exellence)
Sein Vater ein Narzisst wie er im Buche steht - natürlich nicht diagnostiziert, würde einem Narzissten ja wohl auch kaum einfallen sich dahingehend behandeln zu lassen, widerspricht sich ja ganz klar von selbst.
Mein Ex Borderliner - auch nicht diagnostiziert, lese ich mir aber die Symptome durch, paßt komplett alles. Und erklärt auch alles.
Und ich mittendrin...
Und wie gesagt: mir hat es geholfen, mich wiederzufinden. Zu wissen, ich hätte in vielen Situationen/Phasen gar nichts bewirken können.
Aber gut, in einem Punkt gebe ich Dir recht, als miesen Menschen sehe ich ihn per se trotz Allem nicht. Mit seiner Familie tut er mir eher wahnsinnig leid und ja, er ist ein egoistischer und charmanter Blender, der nach außen eine perfekte Fassade hat, aber innerlich so zerrissen ist, dass ich mehr als froh bin aus dieser toxischen Spirale raus zu sein!
(Wie er mich bei und nach der Trennung behandelt hat, kann ich allerdings bis heute nicht verzeihen, muß ich aber auch nicht unbedingt)
Ich wünsche wirklich niemandem die Erfahrung mit einem Borderliner oder Narzissten eine Beziehung zu führen.
Aber nur die können wirklich nachvollziehen, was das mit einem macht.
@ichselbst Ich habe damals von mir aus instinktiv die Kontaktsperre eingeläutet. Es hat mich fast zerrissen, aber es war das einzig richtige. Ich habe so vieles nicht verstanden, war plötzlich entwurzelt, hab mein Zuhause von einem Tag auf den anderen verloren - es war die Hölle!
Den email-Kanal konnte ich in dem Sinne ja nicht sperren und so hat er den Weg gewählt mich zu beleidigen, mir zu schreiben, wie toll seine Neue wäre, dass er jetzt endlich weiß, was Glück ist etc. pp. (und ich mich da schon gefragt habe, wenn er so verknallt ist - warum verschwendet er kostbare Zeit mir Hassmails zu schreiben?!)
Nimm ihm jede Möglichkeit Dich zu kontaktieren. Tu es für Dich!
Leider steht nicht dabei wie lange Ihr zusammen ward, macht aber auch oft keinen Unterschied. Ggf. such Dir therapeutische Hilfe, denn der Weg zurück zu Dir selbst kann sehr lang dauern (auch oft zu lange für Freunde und Familie, die dann der Meinung sind, es müßte doch jetzt langsam mal wieder gut sein...)