Zitat von Frank: Mein Großer hat sich gegen mich gewendet und lebt zusammen bei seiner Mutter und der Kleinsten jetzt 250 km weit weg! Bei ihrem neuen Macker. Warum er sich gegen mich gewendet hat, weiß ich nicht! Er will einfach keinen Kontakt mehr mit mir.
Lieber Frank,
so individuell jeder Mensch ist, so unterschiedlich verarbeiten Kinder die Trennung ihrer Eltern. Ich habe das auch erlebt und es war für mich erst einmal eine herbe Enttäuschung.
Mein Sohn war immer ein "Mamakind" und meine Tochter immer an der Seite ihres Vaters.
Als ich mich nach mehr als 22 Ehejahren von meinem Mann trennte, war das für unsere Kinder ein harter Schlag und nicht so leicht zu verdauen (das ist jetzt fast 3 Jahre her). Eigenartigerweise wendete sich mein Sohn von mir ab, würdigte mich keines Blickes mehr und sprach auch nicht mehr mit mir. Ich war für ihn Luft. Und das, obwohl er derjenige war, der am meisten erleben durfte, was letztlich zur Trennung führte. Meine Tochter dagegen verstand meine Entscheidung und wich mir nicht mehr von der Seite. Ich habe sie oft gebeten, ihrem Vater trotzdem Aufmerksamkeit zu schenken, denn er hatte ihr ja nichts getan.
Ich konnte das Verhalten meines Sohnes zunächst auch nicht einordnen und es tat mir sehr weh. Aber ich bedrängte ihn nicht, ließ ihn in Ruhe und dachte mir, dass er meine Nähe schon suchen würde, wenn er soweit ist. Es hat ein paar Monate gedauert, bis wir uns wieder annäherten. Er kam ganz allein auf mich zu und heute ist wieder alles in Ordnung zwischen uns.
Wir haben darüber gesprochen. Darüber, warum ich mich trennte und auch darüber, warum er sich so verhielt. Er dachte lange, dass die Trennung mit ihm zu tun hat, was ich ihm aber immer wieder verneinte. Trotzdem hatte er Schuldgefühle. Manche Kinder sind so feinfühlig und glauben, es hänge mit ihnen zusammen. Es ist wichtig, dass man ihnen erklärt, dass die Trennung nur eine Trennung zwischen den Eltern bedeutet und nicht die zwischen Eltern und Kindern. Man bleibt trotzdem Mama oder Papa für das Kind, daran ändert sich nichts.
Lass deinem Sohn erst einmal ein wenig Abstand! Er muss das Ganze erst einmal verdauen. Wenn sich die Wogen etwas geglättet haben und ein normales Gespräch wieder möglich scheint, dann ergreife die Gelegenheit.
Bei mir hat es geklappt. Warum sollte es bei dir nicht auch funktionieren?
