Naja, was ich hier so lese ist teilweise schon hart. Meine Noch-Frau als dumm zu bezeichnen gefällt mir nicht. Ich würde auch nie sagen, dass sie das ist oder irgendetwas anderes abwertendes in diese Richtung. Sie ist eher naiv, hat wenig oder gar keine Erfahrung in vielen wichtigen Themen, wenig Engagement und Initiative und eben sehr viel fehlenden Elan. Natürlich hat sie dafür sehr viele positive Seiten, aber um ehrlich zu sein ist es auch gerade schwer, das alles aufzuzählen - so mitten im Schmerz. Um ehrlich zu sein erkenne ich meine Noch-Frau gar nicht mehr wieder. Ich weiß gar nicht mehr, wer sie ist und möglicherweise sie selbst auch nicht.
Ich habe vor allem in den letzten Tagen sehr deutlich verstanden, dass die ursprüngliche Fragestellung in diesem Thread - nämlich ob es das wirklich war - beantwortet ist: Ja, das wars.
Vor dem Wochenende erhielt ich ein neuerliches Anwaltsschreiben mit harten Formulierungen und Forderungen, die schwer zu verdauen sind. Wie hier ein Rosenkrieg verhindert werden soll, den meine Frau ja angeblich nicht will, ist schwer zu beantworten. Aber das Schreiben hat mir weitere Klarheit und Gewissheit gegeben, dass sie emotional weg ist und da auch nichts mehr zurückkommen wird - der Patient Liebe ist tot. Auch ist da immer mehr die Klarheit in mir, dass sie mich vermutlich gar nicht verdient hat.
Ich hatte wirklich meine Fehler, habe ordentlich dazu beigetragen, dass unsere Ehe eingeschlafen ist. Habe mich emotional zu wenig um meine Frau gekümmert. Daraus lerne ich. Und doch habe ich das nicht verdient, dass sie sich immer mehr von mir entfernt hat ohne je nur ein einziges Mal wirklich mit mir darüber gesprochen zu haben. Und mich jetzt so zu behandeln, dass ich mich ernsthaft frage, was ich ihr angetan haben muss, habe ich zweimal nicht verdient.
Was die Zukunft für mich bringen wird, weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass ich noch einige Monate mit meiner Noch-Frau unter einem Dach leben muss, bis sie irgendwann auszieht. Die Kinder werden mit ihr gehen und ich hoffe, dass ich die Bindung zu ihnen nie verlieren werde. Momentan ist es schwierig. Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbilde, aber es fühlt sich aktuell schon so für mich an, als würden meine Noch-Frau, ihre Schwester und deren Mann die Kinder "ködern", dass sie möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen anstatt mit mir. Ich muss mir die Zeit förmlich erkämpfen, was mir schwer fällt, weil ich meine Kinder nicht anbetteln möchte. Ich bin zwar stark gemessen an meiner Situation, aber es kostet alles extrem viel Kraft und erschöpft mich. Und alles weitere muss man halt schauen, aber die Beziehung zu meiner Frau ist definitiv beendet.
In einem Punkt möchte ich ehrlich sein. Wir alle sind in diesem Forum um uns auszutauschen. Andere Meinungen zu lesen, andere Perspektiven zu sehen. Stand heute, im Juni 2026, noch mitten im Auge dieses schmerzhaften Sturms, fällt es mir schwer, meiner Noch-Frau für ihre Zukunft etwas Gutes zu wünschen. Ich würde mir wünschen, dass sie auf die Nase fällt und irgendwann zumindest erkennt, dass es nicht nur meine Schuld war, dass unsere Ehe gescheitert ist. Ich wünsche mir eine Form der Gerechtigkeit. Erkenntnis, Einsicht, vielleicht auch etwas Reue. Ob ich die bekommen werde? Wahrscheinlich nicht. Sie sieht extrem gut aus, die Typen werden reihenweise bei ihr Schlange stehen, da wird sich für sie schon was finden um diesen eigenen Prozess auf Pause zu stellen. Und meistens ist es im Leben doch eben auch so, dass es keine Gerechtigkeit gibt. Solche Menschen landen immer wieder auf den Beinen. Und Menschen wie ich, die vermutlich viel zu gut waren, wirklich Fehler erkennen, zugeben und an sich arbeiten, nie jemanden etwas Böses getan haben, dürfen sich dann über die Runden schlagen. Ja, vielleicht spricht da gerade viel Selbstmitleid, aber ich fühle mich vom Leben schon sehr verraten.
Ich werde irgendwann wieder berichten, wie es weitergegangen ist. Finde es immer schade, wenn man interessante Forenbeiträge liest, die Geschichte dann aber endet und man nicht weiß, wie es sich weiter entwickelt hat. Vielleicht hilft es auch dem ein oder anderen für seine eigene Situation.
Ein Satz, der mir aber immer Mut macht: "Vertraue dem Prozess". Ich hoffe nur, der Prozess weiß, dass ich ihm vertraue.