Hallo ihr Lieben,
wie versprochen sende ich nach etwa sechs Wochen ein kleines Update.
Emotional habe ich mich vor allem in diesen sechs Wochen immer mehr von meiner Noch-Ehefrau gelöst. Mir wurde klarer, dass diese Ehe vorbei ist und es für sie kein Comeback gibt. Mir wurde aber auch klarer, dass ich das gar nicht möchte. Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen an die vielen Jahre zuvor zurück, ich denen ich selbst unglücklich und unzufrieden mit ihr war. In denen ich zweifelte, ob sie wirklich die richtige Frau an meiner Seite ist. Es ist erstaunlich, wie sehr ich gerade das in dieser psychischen Ausnahmesituation direkt nach der Trennung vergessen hatte und plötzlich etwas idealisierte, was ich oft zuvor kritisiert oder bemängelt habe.
Auch das Verhalten meiner Noch-Ehefrau mir gegenüber hat dazu beigetragen, sie immer mehr emotional loszulassen zu können. Während ich weiter respektvoll und freundlich bin und teilweise immer noch fürsorglich war, ist sie phasenweise kalt, sehr ignorant und teilweise auch frech und respektlos zu mir.
Begünstigt wurde dieser Prozess für mich auch, als ich neulich über einen handgeschriebenen Zettel stolperte, auf dem sie sich Notizen über ein Gespräch gemacht hatte. Was dort stand, schockte mich, denn über ein, aus meiner Sicht völlig normales und ruhiges Gespräch, in dem ich ihr eigentlich Kooperation signalisierte, schrieb sie sich auf, dass ich sie manipulieren, ihr ein schlechtes Gewissen machen und indirekt drohen würde. Auch noch weitere Dinge schrieb sie auf, die sie völlig verdreht und aus dem Kontext gerissen notiert hatte. Ich war so fassungslos, dass ich an meinen eigenen Aussagen zweifelte und tagelang rätselte, wie sie auf solche Notizen kommt. Ich konfrontierte sie nicht damit, teilte dies aber meiner Anwältin mit und mache mir seither auch jeden Tag Notizen über Vorkommisse (auch wenn es keine gab), was und wie wir kommunizieren und wie die Betreuung der Kinder geregelt ist.
Vor kurzem hatten wir dann einen gemeinsamen Termin mit unseren Anwälten. Ich war total erstaunt, wie ausgewechselt sie dort saß, völlig arrogant, überheblich und auch frech und provokant - voll aufgehend in einer Opferrolle. Einen Auszug aus dem gemeinsamen Haus lehnte sie ab - ich sei der sozial stärkere und solle ausziehen - und auch ein künftiges Wechselmodell schließe sie aus, ohne dies zu begründen. Eine wirkliche Lösung konnten die Anwälte nicht erarbeiten, da auch ich einen Auszug aus dem Haus ausgeschlossen hatte. Viel mehr soll die Trennung im gemeinsamen Haus nun deutlicher erfolgen und ich soll sogar Kindesunterhalt bezahlen, obwohl wir noch gemeinsam die Kinder betreuen. Selbst meine Anwältin sieht das als unvermeidlich, aber vorrübergehend an. Wirklich nachvollziehen kann ich die Logik hinter diesem Schritt noch nicht, fair ist das für mich auch nicht - eben weil wir die Kinder noch gemeinsam betreuuen und ich ohnehin bereits für alle Kosten der Kinder aufkomme, aber ich muss noch warten, bis meine Anwältin mir das genau erklärt. Aber es schürrt eine gewisse Ohnmacht, Machtlosigkeit und Verzweiflung über Ungerechtigkeit in mir. Und auch Wut, wie man als Frau in einer Scheidung offenbar viel Vorteile auf seiner Seite hat.
Sie kauft seit dem Termin nur noch für sich und die Kinder ein und klebte überall ihren Namen auf ihre Wasserflaschen und Sachen im Kühlschrank. Sie kocht auch nur noch für sich und die Kinder. Ich stehe dann daneben, muss warten bis Herd und Backofen frei sind, mir mein eigenes Zeugs kochen und darf dann allein essen. Das ist ehrlich gesagt das demütigendste, was mir in meinem ganzen Leben erfahren ist. Aber ich kommentiere es ihr gegenüber nicht. Ich kann selbst kochen und mir meine eigene Sachen kaufen, aber andersherum hätte ich mich nie so ihr gegenüber verhalten. Die Notwendigkeit hierfür hätte ich nie gesehen. Ich empfinde es als würdelos und ich habe so ein Verhalten einfach nicht verdient, ich habe ihr nie etwas getan. Nie.
Was das Wechselmodell betrifft, werde ich dafür einstehen und kämpfen. Wir betreuen die Kinder heute bereits nahezu in gleichem Maße mit einer leichten Mehrbetreuung durch sie, die bei mir beruflich bedingt ist (60/40). Ob mir das gelingen wird, bezweifle ich. Die Voraussetzung wären alle gegeben, selbst beruflich. Aber sie wird es blockieren wie es nur möglich ist, wobei ich mir sicher bin, dass dies rein finanzieller Natur ist, weil sie dann weniger Unterhalt bekommen würde.
Ich rechne auch damit, dass die Provokationen meiner Noch-Ehefrau weitergehen. Sie führt inzwischen auch täglich eine Art Protokoll, was ihr anwaltlich geraten wurde. Vermutlich wird man mich irgendwann versuchen, aus dem Haus entfernen zu lassen. Ich mache mir auch Sorgen, dass sie irgendwann Dinge behaupten wird, die nie passiert sind, die dann aber zum Nachteil für mich wären. Sich dagegen zu wehren ist wahrscheinlich kaum möglich.
Das alles macht etwas mit mir. Es tut weh, so etwas zu erleben, aber es hilft mir mich von ihr zu lösen. Ich bin schon an dem Punkt, an dem ich sie nicht mehr zurückhaben wollte. Speziell die letzten zwei Monate hat sie sich so viele Dinge erlaubt, die ich ihr nie verzeihen würde. Lieber alleine, als mit so einer Frau zusammen sein zu müssen. Nur zugetraut hätte ich ihr so ein Verhalten nie im Leben.
Während sie mit 33 Jahren angefangen hat, Zig. zu rauchen und B. zu trinken, sie sich momentan ein Tattoo nach dem anderen machen lässt (sie hatte vorher keine), arbeite ich weiter an meinem Leben, meinem Mindset und meinem Körper. Ich gewinne sehr viel dadurch, aber das tägliche Leben auf einem Pulverfass erschöpft mich brutal und kostet mich wahnsinnig viel Energie. In drei Wochen fliege ich mit meinen Kindern alleine für eine Woche in den Urlaub. Ein Wunder, dass sie hier keinen Stress gemacht hat und das auch vor den Anwälten bestätigt wurde. Aber doch bleibt auch die Sorge, dass die Kinder mich plötzlich bei der Abreise stehen lassen könnten und doch lieber bei Mama bleiben wollen.
Dieser Weg ist noch lange. Klar ist für mich nur, dass es von meiner Seite aus keinen Weg zurück in diese Ehe geben wird. Ich will nicht mehr. Ich habe etwas besseres verdient. Ich hoffe nur, dass mich das psychisch nicht brechen wird, wenn das noch ewig so weitergeht. Und es wird wohl leider noch viele Monate so weitergehen.