Ein kleines Update. Es hat sich mal so eingependelt, dass jetzt jeder für sich selbst sorgt und einkauft. Es entstehen dadurch aber auch recht absurde Szenen und die Essgewohnheiten der Kinder sind nun völlig durcheinander. Klar, sie verstehen es nicht, warum Mama und Papa zeitlich versetzt kochen und essen, jeder sein eigenes Essen macht und ich teilweise im Dachgeschoss alleine esse, während die anderen unten am Esstisch sitzen. Ich wasche mein Zeugs nun selbst, was dazu führt, dass die Waschmaschine praktisch von Morgens bis Abends läuft, manchmal nur wegen zwei Shirts, obwohl die Farbe eine Stunde vorher schon gewaschen wurde. Aber macht ja nichts, Strom und Wasser zahle ja ich.
Ich habe das soweit akzeptiert, auch wenn ich mich seither wie ein unerwünschter Gast oder Untermieter in meinem eigenen Haus fühle. Ich schlafe auf der Couch im Dachgeschoss, koche alleine, esse alleine, fühle mich unter ständiger Beobachtung und völlig unwohl. Ein Auszug kommt dennoch nicht in Frage, dann wäre ich wirtschaftlich völlig ruiniert und würde hinsichtlich der Kinderbetreuung Fakten zu meinem Nachteil schaffen.
Die Gegenseite hat in der Zwischenzeit Druck gemacht, dass die Trennungsvereinbarung abgeschlossen wird. Ich muss nun für zwei Kinder über 700 Euro Unterhalt bezahlen. Auf Trennungsunterhalt verzichtet man gnädigerweise vorerst. Alle anderen laufenden Kosten, Hauskredit, Nebenkosten, Versicherungen, Kindergarten und so weiter muss ich weitertragen. Mir bleiben nun für Lebensmittel, Kleidung, Benzin und ein bisschen Spaß im Leben noch 300 Euro im Monat. Die Noch-Ehefrau hat mit Unterhalt, Kindergeld und ihrem Minijob 1.600 Euro für Lebensmittel und Spielgeld zur Verfügung. Klar, Kindergeld und Unterhalt sind für die Kinder, nicht für sie. Ja ja, schon klar. Meine Anwältin hat das alles durchgerechnet und der Unterhalt in dieser Höhe kommt nun mal zustande, weil ich schlichtweg zu gut verdient habe. Die Ehefrau lebt nun wie die Fürstin und ich muss schauen, wie ich mit 300 Euro klarkomme. Selbstbehalt wurde alles schon berücksichtigt, greift in dem Fall aber anders, da ja alle Fixkosten schon berücksichtigt wurde. Schon krass, aber selbst ChatGPT hat es plausibilisiert. Und ich bin auch schlichtweg zu müde, das jetzt nochmal von einem anderen Anwalt querprüfen zu lassen. Meine Anwältin meinte, wenn ich das nicht unterschreibe, würde die Gegenseite klagen und das Risiko, dass ich am Ende noch mehr zahlen müsste, sei groß.
So lebe ich nun aktuell mit der Noch-Ehefrau und meinen Kindern unter einem Dach, zahle alles, kümmere mich täglich nicht unwesentlich um die Kinder, muss aber Unterhalt leisten.
Die Noch-Ehefrau schreibt nun täglich Protokoll, was sie alles für und mit den Kindern gemacht hat, wie toll sie sie betreut. Recht einseitig, denn dass ich da bei vielen Dingen mit dabei bin und wir die Kinder hier gemeinsam betreuen, kommt in ihrer einseitigen Dokumentation nicht vor. Sie notiert sich jedes Wort, dass ich gesagt habe - allerdings nach ihrem Narrativ und gerne aus dem Kontext gerissen, notiert sich wann ich komme und gehe und fotografiert ständig alle möglichen Dinge. Die Kommunikation ist momentan sehr sehr schwer und es belastet mich enorm.
Ich will diese Frau nicht zurück. Gott bewahre. Aber die Situation ist mental belastender als je zuvor. Ich rechne auch fest damit, dass sie versuchen werden, mich aus dem Haus entfernen zu lassen. Da es keinen Streit gibt, keine lautstarken Diskussionen, keine häusliche Gewalt und auch die Kinder - meiner Meinung nach - keinerlei erkennbaren Anzeichen liefern würden, dass sie unter der Trennung leiden und somit die Situation unzumutbar wäre, wird das natürlich schwierig. Umso mehr mache ich mir daher Sorgen, dass Dinge einfach behauptet werden könnten. Ich traue es ihr und ihrer Schwester inzwischen zu. Ich mache mir selbst seit einigen Wochen daher umfangreiche Notizen, bin da recht professionell darin und weiß worauf es ankommt. Ich sichere mich ab soweit es geht. Aber es ist der blanke Horror und ich hätte nie gedacht, dass diese Frau mir mein Leben mal versuchen wird zu zerstören.
Eine Frau, deren Mutter ihr als Kind und Teenager wiederholt gesagt hatte "ich mache dir dein Leben zur Hölle" macht nun dem Mann das Leben zur Hölle, der sie 12 Jahren gut behandelt hat, geliebt hat, zwei Kinder und ein Haus geschenkt hat. Und noch vieles mehr. Der sich vielleicht nicht immer gut angestellt hatte, was Gefühle zeigen betrifft, der aber ein liebender Ehemann und Vater war. Ich will nie mehr in meinem Leben heiraten. Und ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt jemals wieder in der Lage sein werde, dass ich einem Menschen nochmal ansatzweise so vertrauen kann.