Zitat von Nalf:Sie sitzt seit 6 Jahren zu Hause. Mit kleinen Kindern. Konnte sich also 6 Jahre nicht entziehen. Wenn sie jetzt einen Wochenendvater oder sogar ein Wechselmodell hat, bekommt sie Freiheit, die sie 6 Jahre nicht hatte. Zitat von Maximus111 Sie verlässt das Haus kaum. Wie passt das denn zusammen? Wenn sie ständigen ...
Sie ist ein sehr lethargischer Mensch. Man muss sie führen, an die Hand nehmen. Von ihr aus kommt wenig. Sie hatte sechs Jahre Zeit, sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken zu machen und ich habe sie in der Hinsicht immer versucht zu fördern und zu unterstützen. Aber sie nahm es nicht an. Erst als sie dann wirklich arbeitslos war, nachdem ihre Elternzeit endete und sie nicht mehr zurück in den alten Job wollte, bewegte sie sich um jetzt einen Job in einem völlig neuen Metier auszuüben. Darauf habe ich sie übrigens gebracht und unterstützt, denn auch hier war sie völlig unselbstständig wie bei so vielem.
Wir reden hier von "Gefangen" und "Freiheit", aber ich habe sie nie eingeengt, die Türen waren immer offen, aber sie kam nicht aus dem Saft, was mich extrem genervt hat. Und wahrscheinlich begann sie sich zurückzuziehen von mir, als ich selbst mentale Probleme bekam und auf mich schauen musste. Die Wahrheit ist, dass ich zu wenig für sie da war, aber sie war auch für mich nicht da. In der Phase, wo ich sie am meisten gebraucht hätte, ließ sie mich im Stich.
Ihr Drang nach Selbstbestätigung fand über Instagram-Posts statt und sie benötigt auch ganz oft, dass man ihr sagt, wie hübsch sie ist und wie toll und wie sehr man sie liebt. Das war schon immer so. Sie sagte das sogar i ihrem Ehegelübte, dass sie mich liebt, weil ich ihr immer sage, wie hübsch sie ist. Das hätte mir damals eine Warnung sein sollen. Heute ergibt das alles einen Sinn.
Zitat: Warum traust Du Deiner Frau nicht zu, ihr Leben allein auf die Reihe zu bekommen? Hast Du ihr viel abgenommen? War sie nicht in alle Entscheidungen oder Vorgänge rund um Hausbau, Finanzen, etc. einbezogen?
Sie ist völlig unselbstständig. Sie ist auch völlig unbeholfen und war immer von mir abhängig. Ich habe ihr alles abgenommen, ja. Trotzdem habe ich oft versucht, ihr Sachen zu zeigen und zu erklären, aber sie zeigte gar kein Interesse daran. Es war mir wichtig, dass sie in bestimmte Vorgänge involviert ist, aber ich muss gestehen, dass ich sie da überschätzt habe. Jetzt, wo sie sich von mir löst, hat ihre Schwester meine Rolle übernommen und hilft ihr, berät sie. Nur ist die Schwester ihr sehr ähnlich um es vorsichtig auszudrücken, daher kommen auch Ergebnisse dabei heraus, wo ich manchmal nur den Kopf schütteln kann. Aber es zeigt mir, dass meine Noch-Ehefrau von einer Abhängigkeit in die nächste gerutscht ist. Und eben weil sie so ist, wie sie ist, wird sie es brutal schwer haben in ihrem Leben. Erstmal. Vielleicht wächst sie über sich hinaus, aber sie ist jetzt schon völlig überfordert mit vielen Dingen, obwohl ich das System zuhause noch am Laufen halte.
Zitat: Das verstehe ich auch unter "ihr Vertrauen ist weg", weil Du trotz aller Reflektion und äußerer Veränderung die innere Einstellung, dass sie für eure Ehe und euer 6-Leben verantwortlich ist, aber Du nicht für ihre Müdigkeit oder Lustlosigkeit, sich nicht geändert hat.
War blöd von mir formuliert. Ich meinte es eher so, dass sie mir nie die Chance gegeben hat, wirklich zu erkennen, dass sie unglücklich ist. Dass sie es einfach mit sich selbst ausgemacht hat, nie auf meine Zweifel reagierte, und so lange es hat laufen lassen, bis sie nicht mehr wollte. Ich kenne meinen Anteil, aber um ehrlich zu sein bezweifle ich sehr stark, dass meine Noch-Ehefrau ihren eigenen Anteil erkennt. Ich gebe ihr nicht die Schuld, ich gebe sie uns. Bei ihr ist es sehr einseitig - ich bin schuld.
Zitat: Mich wundert allerdings auch, dass ein Mann das Ende als "aus heiterem Himmel" empfindet, wenn seit vier Jahren im Bett kaum noch etwas läuft er mit 40, sie mit 30. Welche Ansprüche haben dann allerdings beide?
Ich sah es nicht so kritisch. Genau genommen sind es drei Jahre. Das erste Jahr war geprägt von Baby + Kleinkind + Hausbau + drohendem Jobverlust. Das zweite von massivem seelischen Stress bei uns beiden. Da hatte ich auch nicht wirklich Lust, sie sowieso nicht. Erst letztes Jahr nahm bei mir der Frust zu, weil ich allmählich wieder Lust hatte, sie nicht. Ich sah es aber noch nicht dramatisch, nahm wirklich naiverweise an, dass es dieses Jahr besser werden würde. Ich nahm mir auch wirklich vor, mehr an unserer Ehe zu arbeiten, da mir klar war, dass es hier langsam mal wieder aufwärts gehen muss. Meine Frau kam mir mit der Trennung zuvor.
Zitat: Erstmal finde ich es schön, wie reflektiert du (mittlerweile) zu sein scheinst und dass ihr trotz der Situation wertschätzend, ruhig miteinander umgeht.
Danke. Ich arbeite brutal hart an mir. In unserem Trennungsgespräch war mir klar, dass dies Konsequenzen für mich haben muss. Dass mein Leben nicht so weitergehen darf wie bisher. Es muss sich in mir auch etwas verändern, dass dies nie wieder passieren kann. Was die Situation angeht... den Kindern zu liebe und auch weil ich mir nichts nachsagen lassen möchte, gehe ich sehr respektvoll und behutsam mit ihr um. Ich schlucke aber auch sehr vieles herunter. Sie behandelt mich teilweise ignorant, kaltherzig. Wahrscheinlich gar nicht absichtlich um mich zu verletzen, sondern weil sie sich selbst emotional schützen muss. Das ist keine Frau, die mit Vollgas und Glückseligkeit in ihre neue Freiheit rennt. Das ist eine Frau, deren Leben gerade zusammenbricht, die keinen Plan hat, die Angst vor der Einsamkeit hat, aber weiß, dass sie dort wo sie ist nicht bleiben will.
Fakt: Viele die uns nicht oder oberflächlich kennen denken, dass ich derjenige bin, der Schluss gemacht hat. Ich blühe auf, habe einen Glow-Up, bin voller Energie und schaue nach vorne. Sie dagegen... naja.
Zitat: Eure Geschichte liest sich irgendwie auch traurig. Vielleicht weil Potential da gewesen wäre, aber die Beziehung leider doch unter den Herausforderungen des Alltags/des Lebens zerbrochen ist.
Das sehe ich auch so. Ich war immer zufrieden mit ihr. Nicht immer glücklich, aber ich betrachtete es nie als etwas, was man nicht hinbekommen würde zur richtigen Zeit. Ich sah es als ungünstige Phasen in unserer Ehe, die vorbeigehen. Mit der Trennung habe ich daher nie gerechnet. Sie hat ihre Fehler und Macken. Ich liebe sie immer noch. Aber die Wahrheit ist, dass diese Person gar nicht mehr existiert. Die Frau jetzt, mit der ich zusammenlebe ist die Realität und mein Verstand sagt mir oft, dass ich eigentlich was besseres verdient habe, als nach 12 Jahren so abserviert zu werden. Das Potenzial war riesig. Wir haben es nicht genutzt. Das ist auch meine Schuld, nicht nur ihre.
Zitat: Wäre es nicht möglich, dass du vorübergehend anderweitig unterkommen könntest? Einfach damit jeder etwas Abstand bekommt und zur Ruhe kommt? Das würde euch beiden sicherlich nochmal zu mehr Klarheit verhelfen.
Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, aber ich sehe es ehrlich gesagt auch nicht ein. Ich habe irgendwann verstanden, dass es ihr am liebsten wäre, ich würde einfach ausziehen, zahle alles weiter und leiste zusätzlich noch Unterhalt. Sorry, aber diese Selbstaufgabe kommt für mich nicht in Frage. Sie bemüht sich aktuell nicht mal um eine Wohnung, arbeitet 8 Stunden in der Woche, wartet bis das Unterhaltsthema geklärt ist, aber ich bin mir gar nicht sicher, ob da das herauskommen wird, was sie sich vielleicht erhofft. Ich glaube inzwischen echt, dass sie an Weihnachten noch mit mir zusammenwohnt. Abgesehen davon habe ich immer ihre Probleme gelöst. Genau das wird mir heute vorgeworfen. Würde ich nun ausziehen, wenn auch nur vorübergehend, würde ich wieder Probleme lösen, die sie nun ganz alleine lösen sollte. Oder denke ich hier zu egoistisch? Weiß nicht, welche Klarheit ein vorübergehender Auszug meinerseits auch letztendlich bringen sollte. Klarheit würde ihr nur dann bringen, wenn sie selbst auszieht - egal ob dauerhaft oder vorübergehend.
Zitat: Das sehe ich auch so, aber ich möchte das nicht auf sexlos, sondern mehr als verbindungslos beschreiben. @Maximus111 Trennt euch so schnell es geht räumlich. Bleib klar und freundlich, auch wenn sie sich von der Schwester zu anderem verleiten lässt. Deine Frau macht, was sie wohl mal als Strategie für sich ...
Ja, sie vermeidet. Sie flüchtet. Das ist immer ihr Muster gewesen. Unangenehmen Themen, Gesprächen oder Gefühlen aus dem Weg gehen, sich ablenken, sie zu betäuben (z. B. mit Social Media), aber bloß nicht sich ihnen stellen. Habe ich oft bei ihr erlebt, aber nie realisiert, dass das mal unsere Beziehung brechen würde. Sie fühlt aktuell nur ihren Schmerz, drückt aber die Ursachen weg. Sie hat schon verstanden, dass sie Themen aus der Kindheit hat, das hat sie auch zugegeben, aber sie sieht nicht hin - sie schaut weg. Und deswegen bin ich mir auch sicher, dass es sie bereits eingeholt hat. Wenn sie ihre Hausaufgaben nicht macht, wird sie bald wieder ein einer Beziehung sein, die vielleicht Jahre lang hält und funktioniert und dann wiederholt sich die Geschichte.
Zitat: Aber Eltern seid ihr, bleibt ihr. Wie geht sie aktuell mit den Kindern um?
Sie ist überfordert und gestresst mit den Kindern, obwohl ich mein allerbestes gebe um ihr so viel wie möglich abzunehmen. Sie ist schnell gereizt und dünnhäutig und flippt oft aus. Das war aber schon immer so. Ich war früher auch so, habe mich aber radikal geändert mit der Trennung und bin jetzt der Ruhepol für die Kinder. Ist nicht immer einfach und möglich, aber sie haben bereits gemerkt, dass ich emotional stabiler bin und schaffe es auch, die Kinder oft zu beruhigen.
Zitat: Dass es bei deiner Frau vielleicht einen Dritten gibt, zumindest eine emotionale Bindung würdest du sicher ausschließen?
Ich sehe keinerlei Indizien dafür, sie ist ja auch immer zuhause.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass mir meine Fehler durchaus bewusst sind. Ich war emotional nicht stabil, habe mich selbst verloren, habe nicht mehr geführt, war kein Mann mehr. Ich habe nur noch funktioniert. Aber ich war immer für offene Kommunikation - reden konnte ich. Meine Frau nicht. Sie hat mir wirklich nie deutlich gesagt oder das Gefühl gegeben, dass ich etwas ändern müsste. Sie hat ganz klar extreme Schwierigkeiten, Bedürfnisse klar zu äußern. Sie erwartet viel vom gegenüber, was sie selbst nicht bereit ist zu geben. Sie hat von sich selbst ein sehr verzerrtes Bild, widerspricht sich häufig selbst. Sie hat kein Selbstwertgefühl, braucht daher die Bestätigung von anderen. Sie fordert in einer Partnerschaft sehr viel, was ihr kein Partner auf Dauer wirklich geben kann.
Die Art und Weise, wie sie unsere Ehe beendet hat und ihre Schritte danach sind massiv verletzend und das habe ich nicht verdient. Ich habe sie nie betrogen, war immer gut zu ihr, habe alles für sie gemacht. Daran gemessen zu werden, dass ich in einer tiefen Selbstkrise zu wenig auf sie eingegangen bin, tut schon weh. Zu hören, dass sie sich von mir nicht gut behandelt und nicht geliebt gefühlt hat, ist schon ein Schlag ins Gesicht, wenn ich berücksichtige, dass ich sie definitiv mehr geliebt habe als ihre eigene Mutter und auch ihre Schwester (die, die ihr heute bei allem hilft um von ihren eigenen Themen abzulenken).
Mein Verstand sagt mir, dass ich diese Frau abhaken muss, hoffen sollte, dass sie so schnell wie möglich aus meiner täglichen Sicht verschwindet und darauf vertrauen sollte, dass nichts von diesem Schmerz umsonst gewesen sein soll. Ich bin ein Beziehungsmensch, ein Familienmensch, ich liebe ehrlich und tief und bin loyal. Ich kenne meinen Wert. Wieder. Ich habe mich verloren, aber wiedergefunden und ich bin stolz darauf, dass ich heute sagen kann, dass der Mann, den sie Anfang des Jahres verlassen hat, gar nicht mehr existiert.
Und doch tut es sehr weh. Trotzdem ist da noch die unrealistische Hoffnung, dass wir irgendwann wieder zueinander finden, weil es sich falsch anfühlt, dass diese Ehe vorbei sein soll. Wir scheitern nicht an fehlender Liebe, sondern an schlechter Kommunikation, vielen Missverständnissen, zu viel Stress und auch ein wenig Pech.