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Trennung von erster Beziehung nach 16 Jahren

Dennis4a1

Dennis4a1
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Hallo zusammen,

meine Frau und ich sind 35 und seit 16 Jahren ein Paar.
Wir haben 2 kleine Kinder (5 & 6), ein Haus und sind seit einigen Jahren auch verheiratet.

Nun hat sie mich vor ca. 2 Monaten verlassen.
Für mich kam das extrem überraschend. Ich bin erstmal in Panik verfallen. Dann in einem Kampfmodus, wo ich dachte durch verstehen könnte ich vielleicht noch irgend etwas retten. Mittlerweile aktzeptiere ich und versuche ein Leben aktiv ohne sie zu planen.

Trennungsgrund:
Hauptsächlich wohl: Sie sagt, sie hätte ihre Selbstidentität in unserer Beziehung verloren, bis dass sie irgendwann gar keine Emotionen mehr gespürt hat.
Und dann hat sie sich, wohl so Anfang des Jahres, auf eine Affäre eingelassen.

Meine Ist-Situation:
Ich werde in unserem Haus wohnen bleiben. Sie richtet sich gerade eine Wng. in der Nähe ein. Wir betreuuen die Kinder im Wechselmodell. Ich habe einen Job, Interressen und Hobbys.

Mein Problem:
Ich habe mein gesamtes Erwachsenenleben mit meiner Frau verbracht. Ich hatte davor noch keine andere Partnerschaft. Ich habe sämtliche Erfahrungen mit ihr zusammen erlebt.
All meine Probleme habe ich mit ihr geteilt. Wenns mir schlecht ging, bin ich zu ihr gegangen. Und sie zu mir.
Wir haben unser gesamtes Leben gemeinsam aufgebaut.
Ich habe meine Zukunft nie ohne sie geplant.

-> Und nun muss ich herausfinden, wer ich eigentlich ohne sie bin.

Ich habe seitdem wieder viel mehr Kontakt zu meiner Mutter. Ich kann mit ihr reden und sie nimmt sich viel Zeit. Aber das Gleiche ist es für mich nicht.

Ich habe die Befürchtung, mich einsam zu fühlen.
Ich denke bereits über neue Partnersuche nach aber bin eigentlich noch nicht bereit.
Ich bin sportlich, sehe wohl ganz gut aus, habe Interressen, bin nicht dumm. Aber ich habe ein ziemlich enges soziales Umfeld. Ich habe das nie gepflegt, da ich nie wollte. Mein Fokus war immer ganz klar meine Familie und einige wenige sehr gute Kontakte.

Vielleicht war ja mal jemand in einer Ähnlichen Situation und/oder kann Tipps geben.
Danke!

Die genaue Trennungsgeschichte schreibe ich in einem seperaten Post, um das hier kompakt zu halten.

x 3 #1


Dennis4a1
Langfassung: Hintergrund zu unserer Trennung
Wir haben vor fünf Jahren ein Haus gekauft. Seitdem habe ich einen großen Teil meiner Freizeit in Renovierung und Ausbau investiert. Gerade in den ersten Jahren ist dadurch auch die Beziehung zu meiner Frau und meiner Familie teilweise zu kurz gekommen. Mit der Zeit habe ich das aus meiner Sicht aber immer besser ausbalanciert. Vor allem im letzten Jahr war der große Druck aus dem Hausprojekt weitgehend raus, es fühlte sich eher wie ein Hobby an.

Ab Herbst 2025 lief es zwischen uns nicht besonders gut. Mir ist aufgefallen, dass wir uns etwas voneinander entfernt hatten. Für mich wirkte das aber nicht außergewöhnlich, weil wir solche Phasen in unserer Beziehung schon öfter hatten. Ich hatte mir vorgenommen, 2026 wieder bewusster Zeit für meine Frau und die Familie einzuplanen.

Anfang 2026 begann sich meine Frau zunehmend zurückzuziehen. Sie wirkte distanziert und mied mich.
Anfang April waren wir noch einige Tage gemeinsam im Urlaub. Danach sprach ich sie direkt an, was mit ihr los sei

Sie sagte mir zum ersten Mal, dass in ihr etwas zerbrochen sei. Als Auslöser nannte sie, dass ich ihren Brief zum Jahrestag im Vorjahr nicht beantwortet hatte. Sie sagte außerdem, dass sie über eine Trennung nachdenke.
Für mich kam das völlig überraschend. Ich reagierte mit einer Mischung aus Trauer, Unverständnis und Unsicherheit.

Wahrscheinlich habe ich auch Druck aufgebaut, weil ich verstehen wollte, was das konkret für uns bedeutet. Ich merkte, das sie emotional völlig verschlossen war und nicht über ihre Gefühle sprechen wollte.

Wir beschlossen zunächst, es noch einmal miteinander zu versuchen. Rückblickend haben wir aber nie wirklich offen gesprochen oder aktiv an unserer Beziehung gearbeitet. Ich ging davon aus, dass wir etwas Zeit brauchen würden und irgendwann wieder ins Gespräch kommen.

Am 1. Mai sagte sie mir dann, dass sie keine Zukunft mehr für uns sehe und sich trennen wolle.
Ich versuchte immer wieder, Gespräche zu führen und die Gründe besser zu verstehen. Als Begründungen nannte sie vor allem den nicht beantworteten Brief und das Gefühl, dass ich mir zu wenig Mühe gegeben hätte. Gleichzeitig zeigte sie kaum Emotionen, was es für mich noch schwerer machte, die Situation einzuordnen.

Nach der Trennung geriet ich in eine Art Panik-Zustand. Ich schlief kaum noch, hatte starke Verlustängste und das Gefühl, mein bisheriges Leben sei plötzlich nicht mehr real. Immer wieder versuchte ich, mit ihr ins Gespräch zu kommen, doch sie blockte weitgehend ab.

Etwa eine Woche später erfuhr ich, dass sie seit einigen Monaten eine Affäre hat. Er hat selbst Familie und Kinder. Die beiden trafen sich regelmäßig, gingen gemeinsam essen, verbrachten Zeit an der Elbe, übernachteten in Hotels und waren sogar zusammen auf einem Konzert mit anschließendem Kurzurlaub. Damals hatte meine Frau mir erzählt, sie gehe dort allein hin

Als ich davon erfuhr, brach für mich noch einmal alles zusammen. Vertrauen war für mich immer die wichtigste Grundlage unserer Beziehung gewesen, und ich hatte ihr vollkommen vertraut. Als ich sie zunächst vorsichtig darauf ansprach, tat sie ahnungslos. Auch als ich sie später direkt und ruhig konfrontierte, wich sie dem Thema aus.
Gleichzeitig warf sie mir vor, enormen Druck auf sie auszuüben. In dieser Zeit begann sie offenbar auch, aktiv nach einer eigenen Wohnung zu suchen.

Nachdem ich einige Tage allein verreist war, ging es mir langsam etwas besser. In dieser Zeit schrieb ich ihr mehrere Briefe. Darin habe ich viele Fehler eingestanden, die ich heute selbst sehe: zu wenig Wertschätzung, zu wenig Entlastung im Alltag, häufige Kritik an Kleinigkeiten und oft eine grundsätzliche Unzufriedenheit.
Gleichzeitig habe ich ihr geschrieben, wie viel wir gemeinsam aufgebaut haben: zwei Kinder, ein Haus, stabile Arbeitsverhältnisse und ein gemeinsames Leben, das über viele Jahre gewachsen ist. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich bereit wäre, an unserer Beziehung zu arbeiten.
Ihre Antwort war, dass sie grundsätzlich positiv auf unsere gemeinsame Zeit zurückblicke, aktuell aber nicht an unserer Beziehung arbeiten wolle. Ihr Entschluss sei klar.

Erst in den letzten Wochen hat sie begonnen, sich etwas mehr zu öffnen. Das fiel ihr offensichtlich schwer. Zum ersten Mal räumte sie ein, dass sie jemanden kennengelernt hat. Anfangs übernahm sie wenig Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Oft wirkte es so, als seien Entscheidungen einfach passiert. Beispielsweise sagte sie über die neue Wohnung sinngemäß, sie habe das eigentlich gar nicht gewollt und plötzlich sei die Wohnung eben da gewesen.

Mittlerweile habe ich folgendes Bild von der Situation:
Sie beschreibt, dass sie sich über Jahre so gefühlt habe, als würde sie mich deutlich mehr lieben als ich sie. Sie habe sich stark unter Druck gesetzt gefühlt, es den Kindern und mir recht zu machen, und dabei ihre eigenen Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund gestellt. Irgendwann habe sie sich selbst dabei verloren.
Zusätzlich fühlte sie sich durch die vielen kleinen Aufgaben des Alltags überlastet. Gleichzeitig übernahm sie beruflich immer mehr Verantwortung und nahm völlig unrealistische Fallzahlen für eine Dreiviertelstelle an.

Irgendwann habe sie sich emotional taub gefühlt. Sie sagte, sie habe kaum noch Emotionen gespürt und nicht mehr gewusst, wer sie eigentlich selbst ist. Teilweise habe sie sich fast nur noch über unsere Beziehung definiert.
Daraufhin habe sie beschlossen, sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen und aufzuhören, ständig „zu ziehen“. Dabei habe sie sich immer weiter von mir entfernt. Und irgendwann gabs dann etwas, womit sie sich wieder lebendig und bestätigt gefühlt habe.

Aktuell lebz sie laut Aussage nur im Jetzt; plant und denkt nicht ihre Zukunft. Sie denkt auch nicht darüber nach, ob das mit dem Mann etwas längeres oder kurzfristiges ist.
Sie schließt nicht vollständig aus, dass wir irgendwann wieder zueinander finden könnten, hält diese Möglichkeit aber selbst für eher unwahrscheinlich.

Gleichzeitig scheint sie inzwischen zunehmend mit den praktischen Folgen ihrer Entscheidung konfrontiert zu werden. Die Renovierung ihrer neuen Wohnung bringt sie zeitlich und finanziell an ihre Belastungsgrenzen. Sie schläft viel, wirkt erschöpft, zieht ihren Weg aber konsequent durch.

Ich habe ihr kürzlich nochmal klar gesagt, dass ich ihre Kritik an mir und die Probleme in unserer Beziehung annehme. Und auch ihre Entscheidung zur Trennung.
Gleichzeitig halte ich es für zu kurz gegriffen, die Hauptursache allein in unserer Beziehung oder bei mir zu suchen.
Sie hatte schon immer die Tendenz, sich für andere Menschen übermäßig verantwortlich zu fühlen – früher beispielsweise für ihre Mutter oder ihren Bruder. Dadurch setzte sie sich häufig selbst stark unter Druck und verlor ihre eigenen Bedürfnisse aus dem Blick. Bereits zu Beginn unserer Beziehung war das Verhältnis zu ihrer Mutter ein großes Thema, das später so stark eskalierte, dass beide erheblich darunter litten.
Außerdem hat sie, seit ich sie kenne, immer wieder Phasen mit krassen Albträumen: Näher kommende Wände, aus denen sie nicht entkommen kann. Mal treten diese Träume häufiger auf, mal seltener. Nach Beginn der Affäre scheinen sie deutlich zurückgegangen zu sein.
Für mich wirkt das ebenfalls wie ein Hinweis auf ein Gefühl des Eingesperrtseins oder Überfordertseins. Aber dieses Muster deutlich älter als unsere Beziehung.
Und ich habe auch gesagt, das sich glaube, dass ihre Affäre ein wesentlicher Faktor ist. Auch, wenn wir kaum darüber sprechen, als hätte es nichts mit uns zu tun.
Ich kann gar nicht einschätzen wie ernst und wie tief das ist. Er arbeitet glaube ich mit ihr zusammen, wohnt aber 100 km entfernt und hat selbst 3 Kinder und ist glaube ich nicht gerennt. Der Freiheitswunsch passt für mich auch nicht zu neuer Bindung. Für mich wirkt das eher wie ein Katalyssator. Aber ich weiß es nicht...

Am Ende werden hier 16 Jahre Beziehung mit Kindern begraben, ohne, dass wir jemals gemeinsam daran aktiv gearbeitet haben. Das macht es für mich besonders schwer.
Als ich mit der Entscheidung konfrontiert wurde war sie schon emotional entschlossen und hat wohl nur noch gezögert, es wahr werden zu lassen.
Sie hat zwar mal unzufriedenheit geäußert, aber nie so klar, dass mir die Ernsthaftigkeit bewusst geworden ist.
Ich bin mir sicher, dass wir unsere Beziehung so gestalten könnten, dass Wertschätzung und Selbtentfalung mehr Raum hätten. Ich bin da glaube ich sehr selbsteinsichtig. Aber sie zieht ihre Entscheidung durch.

x 2 #2


A


Trennung von erster Beziehung nach 16 Jahren

x 3


Heffalump
Was für ein ominöser Brief soll das sein? Und ist das nicht beantworten dessen wirklich eine Trennung wert?

Ich glaube, das ist ein vorgeschobener Grund. Nicht der reale.

Tut mir leid, dir da nicht viel tröstendes da lassen zu können

x 6 #3


T
@Dennis4a1 es tut mir sehr leid was Du erlebst. Das ist mir auch so ergangen, kein Arbeiten an der Ehe möglich.Einfach schluss . Und das nach so vielen Jahren. Hier bist Du richtig, alle haben den selben Schmerz, leider. Für mich liest es sich so, daß Sie Sich auf eine Affäre eingelassen hat und dann Schluss gemacht hat. Die leeren Gefühle zu Dir hätte Sie ansprechen sollen, aber Sie sucht sich erst die Affäre und redet dann von Emotionale Taubheit. Egal wie man es dreht, es tut weh und man muss etwas loslassen, was man festhalten wollte.

x 5 #4


Dennis4a1
Zitat von Heffalump:
Was für ein ominöser Brief soll das sein?

Sie hatte mir zum 15. Jahrestag einen Brief geschrieben in der sie schreibt, wie froh und stolz sie über uns ist und dass sie unsere Beziehung nie bereut hat. Und sich auf die nächsten 15 Jahre freut.

Sie hatte mich später gebeten darauf zu antworten. Das habe ich versprochen aber nie getan. Ich habe andere Sachen gemacht, ihr mit den Kindern ein Vogelhaus gebaut zum Beispiel. Aber es ist nicht das gleiche, das sehe ich.
Ich glaube, dass das etwas mit ihr gemacht hat. Aber ich habe schon immer gesagt, dass das nicht der einzige Grund sein kann.
Und ja, ich sehe mittlerweile auch, dass da viel Selbstrechtferitgung bei ist nachdem ich anfangs in Selbstvorfüfen versunken bin. Aber es ändert nichts. Trennung genau 1 Jahr später.
Zitat von Taja1976:
kein Arbeiten an der Ehe möglich

@Tanja1976: Für mich macht es das auch sehr schwer, dass ich nichtmal die Einsicht haben kann, dass wir es nicht hätten schaffen können.

x 1 #5


Igelfisch
Hallo Dennis,

Es tut mir leid, dass Du das jetzt durchmachen musst. Auch wenn Du es jetzt noch nicht glaubst, es wird wieder besser werden. Ihr beide seid früh zusammen gekommen und habt Euch nun weiter entwickelt. Ihre Art damit umzugehen, nämlich Dich zu betrügen, ist aber die denkbar schlechteste Art. Deine ist besser... Erkennen wo Deine Anteile an der Misere liegen, daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

Sie macht es sich ganz schön einfach,

Zitat von Dennis4a1:
Als Begründungen nannte sie vor allem den nicht beantworteten Brief und das Gefühl, dass ich mir zu wenig Mühe gegeben hätte.


schiebt die Schuld für ihr Fremdgehen einfach auf Dich. Das ist ganz schön armselig. Sie hätte auch mit Dir reden können um Dir den Ernst der Lage zu verdeutlichen.


Zitat von Dennis4a1:
Etwa eine Woche später erfuhr ich, dass sie seit einigen Monaten eine Affäre hat.


Du schreibst, es lief immer mal wieder so schlecht. Es kann gut möglich sein, dass es da auch schon ein anderen Mann in Ihrem Orbit gab. Wie hast Du das mit dem anderen Mann denn erfahren? Hat sie es Dir gesagt? Hat es Dir jemand anderes gesagt? Oder hast Du es selbst heraus gefunden?

Zitat von Dennis4a1:
Sie beschreibt, dass sie sich über Jahre so gefühlt habe,


Reden hätte vielleicht geholfen. Sie hat sich fürs Schweigen entschieden. Oder aber, es stimmt garnicht und soll nur ihre obige Begründung, nämlich dass Du Schuld bist, noch ein bisschen untermauern.



Zitat von Dennis4a1:
Irgendwann habe sie sich emotional taub gefühlt.


Zitat von Dennis4a1:
Und irgendwann gabs dann etwas, womit sie sich wieder lebendig und bestätigt gefühlt habe.


Ja, ein anderer Mann. Wie praktisch, dass der dann grad bereit stand.



Zitat von Dennis4a1:
Sie schließt nicht vollständig aus, dass wir irgendwann wieder zueinander finden könnten


So versucht sie übrigens, Dich in trockenen Tüchern zu behalten. Dass Du schön die Beine still hältst, an Dir selbst arbeitest und auf ein Comeback hoffst. In dieser Position würdest Du ihr keine Schwierigkeiten bereiten und sie könnte in aller Ruhe schauen, ob das mit dem neuen Mann was wird und falls nicht, könnte sie auf Dich zurück greifen wenn sich nichts besseres bietet.

So sehe ich das nach Deinen Schilderungen. Überlege Dir, ob Du das so haben möchtest. Ob Du nur eine Option sein möchtest für eine Frau die Dich betrogen und belogen hat.

Du schreibst, Du hast wenig soziale Kontakte aber machst gern Sport. Vielleicht findest Du einen passenden Sportverein für Dich. So kommst Du unter Menschen mit gleichen Interessen. Das könnte Dir gut tun.

Zudem rate ich Dir, Dir einen Termin bei einem guten Anwalt für Familienrecht zu holen und Dich beraten zu lassen. Ihr seid verheiratet, es gibt die Kinder, das Haus. Da wird es viel zu klären geben und es ist gut, wenn Du weißt wie es läuft. Du bleibst im Haus: will sie die Kinder in die Wohnung mitnehmen oder bleiben die bei Dir?

Einen guten Schritt hast Du schon getan, Du hast Dich hier geöffnet. Du kannst jederzeit hier schreiben, es ist fast immer jemand da und die meisten sind wirklich nett und können hilfreiche Tipps geben.

Du bist nicht so allein wie Du Dich gerade fühlst 🌻

x 9 #6


A
Zitat von Dennis4a1:
Ich denke bereits über neue Partnersuche nach aber bin eigentlich noch nicht bereit.

Ja, das ist verlockend. Sich betäuben. Ablenken. Aber wenn du jetzt nicht heilst und dir Zeit gibst, kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mist raus. Für dich und vielleicht auch für andere (neue Frau, Kinder etc.).

Lass dir Zeit auch wenn es weh tut, durch dieses Tal zu gehen und diese Gefühle auszuhalten. Es ist es so kurz her, dass du diesen Schock erlitten hast.

Ich könnte dir jetzt sagen: Du bist jung, hast dein Leben noch vor dir. Es wird besser, schön werden. Ganz sicher. Du wirst wieder lieben, Freude haben etc. Aber natürlich fühlt es sich für dich gerade an, als sei alles vorbei.

Zu Deiner Frau: Ich finde es ja schön, dass du so viel einsiehst. Aber es liest sich so, als blendest du die Tatsache dass sie dich einfach ganz schnöde betrogen und belogen hat anstatt die Klappe aufzumachen völlig außer Acht.

Verstehe mich bitte richtig: Ich rate dir keinen Rosenkrieg an. Aber du darfst auch sauer sein. Ganz mies was sie da gebracht hat. Man kann das auch sauber lösen.

Ich rate dir, so wenig Kontakt wie möglich mit deiner Ex zu haben. Nutze Mail so weit es geht. Keine privaten Infos tauschen. Das wird dir helfen.

x 5 #7


A
Zitat von Dennis4a1:
Sie hatte mich später gebeten darauf zu antworten. Das habe ich versprochen aber nie getan.

Ja das enttäuscht. Aber nach 15 Jahre nicht den Mund aufzumachen und deutlich zu sagen, dass die Beziehung kippt und stattdessen mit einem Kerl rumzumachen, der auch Familie hat, und in Urlaub zu fahren, ist - denke ich - ein anderes Level.

Hör auf dich in Scham zu wälzen.
Du hast Fehler gemacht, sie hat Fehler gemacht.

Den Todesstoß hat sie euch versetzt.

x 8 #8


M
Hallo @Dennis4a1,

gut, dass du hergefunden hast.

Ich kann deine Zeilen gut nachempfinden. Das Thema ist, dass du nicht nur deine Frau und Geliebte verloren hast, sondern auch deine beste Freundin. Dir fehlt sichtlich der Austausch und du musst dich erst selbst neu entdecken, wer du unabhängig eigentlich von deiner Frau bist.

Deine Frau hat leider den unfairen Weg gewählt. Suche die Fehler bitte nicht bei dir, sie hat sich entschieden, eure Beziehung auf diese Weise zu beenden. Mir scheint, deine Frau hat den Kontakt zu sich selbst verloren und erlebt jetzt sozusagen nochmal einen zweiten Frühling. Oftmals liegen diese Dinge dann gar nicht beim Partner oder an der Beziehung, sondern ihre eigenen Defizite lassen sie so handeln.

Das mit dem Brief halte ich persönlich für vorgeschoben. Um eine langjährige Ehe mit Kindern aufs Spiel zu setzen, braucht es schon mehr.

Wenn sie nicht mehr an der Beziehung arbeiten möchte, dann lass einfach los. Es hat keinen Sinn, einen Neustart zu wagen, wenn jemand nur mit halben Herzen dabei ist.

Suche die Fehler nicht nur bei dir, sondern fokussiere dich auf eure Kinder und deinen neuen Alltag. Lass deine Gefühle am besten raus und achte darauf, ihr gegenüber klar zu begegnen.

x 3 #9


mokka_23
Zitat von Dennis4a1:

Am Ende werden hier 16 Jahre Beziehung mit Kindern begraben, ohne, dass wir jemals gemeinsam daran aktiv gearbeitet haben.

Hey, ich verstehe, dass dich dieser Punkt besonders hart trifft. Das war bei mir auch so. Ich sehe es aber inzwischen so, dass es nicht allen Paaren möglich ist, an ihrer Beziehung zu arbeiten oder nur schon reinen Tisch zu machen, weil das Voraussetzungen erfordert, die nicht alle mitbringen (können) wie insb. Selbstreflektion. Gewisse Menschen brauchen eine Affäre, um wieder mit sich selbst in Kontakt treten können. Und in Beziehungen entstehen Verletzungen oder nur schon Prägungen und Dynamiken, die sich nicht einfach so umkehren oder annulieren lassen. Wenn ihr also nie aktiv an der Beziehung gearbeitet habt, dann gibt es wohl Gründe dafür und es bringt dir nicht viel, über verpasste Möglichkeiten zu trauern, die vielleicht gar nie gegeben waren.

x 7 #10


Dennis4a1
Danke für eure Unterstützung und die ganzen Zusprüche! Das gibt mir Mut und ist viel mehr, als ich an einem Sonntagmorgen erwartet hätte!

Um es nochmal klarer einzuordnen: Wir wohnen noch zusammen. Sie renoviert aktuell ihre neue Wohnung, das stellt sie aber zeitlich und finanziell unter Herausforderungen.
Der Plan ist aktuell, dass ich im Haus wohnen bleibe und wir die Kinder 50/50 im Wechselmodell betreuen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich kein Wochenendvater sein will und darüber bin ich jetzt sehr glücklich.

Zitat von Igelfisch:
Sie macht es sich ganz schön einfach,

Sie sagte kürzlich, der Weg, den sie gewählt hat sei für sie der schwerere: Die ganze Arbeit sich ein neues Zuhause aufzubauen und dass es ihr sehr schwer fällt das hier alles hinter sich zu lassen.
Ich denke mir, dass das zwar stimmt aber ich empfinde es auch als Flucht davor sich mit ihrem moralischen Konflikt, ihren Problemen und ihrer Ambivalenz auseinander setzen zu müssen.

Zitat von Igelfisch:
Sie hätte auch mit Dir reden können um Dir den Ernst der Lage zu verdeutlichen.

Das denke ich mir auch immer. Sie sagt, es hätte im August ein Gespräch gegeben, wo sie das gewollt habe. Sie hätte wohl gesagt, dass sie so eine Distanz spürt. Aber ich kann mich daran nicht erinnern. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es einfach nicht begriffen habe, was sie mir sagt oder ob es das Gespäch (genau wie die Affäre, die sie mir vorgeworfen hat) nie gegeben hat.

Zitat von Igelfisch:
Wie hast Du das mit dem anderen Mann denn erfahren? Hat sie es Dir gesagt?

Nein, sie hat es bis vor kurzem konsequent abgestritten und meidet seitdem das Thema. Hätte ich keine eindeutigen Beweise, hätte ich wohl bis heute an mir selbst gezweifelt.
Ich wills jetzt nicht genau sagen. War keine aktive Überwachung. Sagen wir ihr Handy lag vor mir und ich konnte nicht länger widerstehen darin nach Antworten zu suchen. Und die waren dann 100% eindeutig und echt hart.
Sie hat mich auch nie gefragt, woher ich das weiß. Sie weiß glaube ich auch nicht, wie viele Details ich kenne.

Zitat von Igelfisch:
So versucht sie übrigens, Dich in trockenen Tüchern zu behalten.

Da bin ich mir nicht sicher. Ich glaube sie ist sich nicht sicher, ob sie den richtigen Weg geht. Aber wir haben ganz klar gesagt, dass wir unsere Zukunft ohne einander planen und ich habe auch gesagt, dass die Chance gering ist, dass wir wieder zueinander finden, wenn wir uns jetzt trennen. Jetzt würde ich mich darauf einlassen aber ich glaube in einem Jahr fehlt mir die emotionale Verbundenheit um die Verletzungen und den Schaden zu überbrücken.

Zitat von Igelfisch:
will sie die Kinder in die Wohnung mitnehmen oder bleiben die bei Dir?

50/50. Wir haben einen guten Umgang und eine gute Regelung mit den Kindern ist uns beiden extrem wichtig. Da sind wir uns weiter einig.

Zitat von Manchmal_Hexe:
Lass deine Gefühle am besten raus und achte darauf, ihr gegenüber klar zu begegnen.

Das habe ich die letzten Tage verstärkt versucht. Bis vor einigen Tagen habe ich wenig widersprochen, da ich froh war, dass sie sich überhaupt öffnet.

Ich habe jetzt schon klar benannt:
- dass das ganze extrem verletzend für mich war
- dass ich verstehe, dass es so nicht weiter gehen konnte aber das der von ihr gewählte weg nicht der nächstliegende oder notwendige war
- dass ich die Affäre für viel zentraler halte, als sie aktuell in unseren Gesprächen Raum einnimmt
- ich habe sie auch nochmal ganz klar gefragt, wann sie entschieden hat, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein will. Sie hatte keine Antwort. Ich habe gesagt, dass ich glaube, dass das erst nach Beginn der Affäre war.
- Ich habe gesagt, dass ich mir sehr viele Vorwürfe gemacht habe, dass ich aber auch klar meine Position benennen möchte. Dass ich viele Probleme bei ihr sehe und nicht glaube, dass ihr jetztiger Weg diese Probleme lößt. Aber dass sie das letzlich selbst entdecken muss. Aber dass ich mir wünschen würde, dass sie darüber nachdenkt.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie das annimmt oder ignoriert. Ich habe den Eindruck, bei ihr herrscht viel ambivalent. Sie war immer ein sehr empatischer Mensch, der sich zu viel um andere und zu wenig um sich selbst gekümmert hat. Ihr bester Freund war völlig abgestützt, nachdem er in einer ähnlichen Situation wie ich heute war. Ich glaube nicht, dass ihr Verhalten in ihr Selbstbild passt. Aber sie sagte auf Nachfrage, sie sei im reinen mit sich selbst.

Ich kann da jetzt wenig machen aber es tut mir gut auch meine Position gut zu sagen.

Zitat von Akelei76:
Ich rate dir, so wenig Kontakt wie möglich mit deiner Ex zu haben.

Vermutlich wäre das gut für mich. Aber ich mache genau das Gegenteil. Noch wohnen wir zusammen. Wir haben Kinder und ich möchte auch ein Stück Familienalltag bewaren. Ich glaube, ich bin stark genug um das zu tragen.
Wir werden auch künfig viele Kinderprobleme gemeinsam lösen müssen.

#11


T
@Dennis4a1 ja aber Sie hat diesen schwereren Weg gewählt

#12


S
Zitat von Dennis4a1:
Sie hatte mir zum 15. Jahrestag einen Brief geschrieben in der sie schreibt, wie froh und stolz sie über uns ist und dass sie unsere Beziehung nie bereut hat. Und sich auf die nächsten 15 Jahre freut.

Sie hatte mich später gebeten darauf zu antworten.

Zusätzlich hatte sie den Eindruck, dass sie mehr liebt als du. Das Ignorieren dieses Briefes hat bei ihr wohl einen Riss verursacht. Wenn man seinem Mann so etwas Tolles schreibt zum 15. Jahrestag und bekommt null Antwort darauf trotz Nachfrage, dann wäre das für mich auch eine Aussage, die mich zweifeln ließe, die mich tief verletzen würde. Ich hätte verstanden, dass mein Gegenüber nicht dasselbe empfindet für mich, es aber nicht aussprechen möchte. Eigentlich hat die Nichtantwort eine deutliche Aussage. Klar, hätte sie noch einmal nachfragen können, aber dann wäre die Antwort für mich nur ein Lippenbekenntnis gewesen, weil sie nicht freiwillig mit Freude aus dir selbst heraus gekommen wäre. Stattdessen ein Vogelhaus zu bauen, hat auch die Aussage, dass du nicht auf den Brief antworten möchtest, also nicht dasselbe für sie empfindest. Danach hätte für mich jedes übersehen werden, jede Nichtbeachtung ein viel stärkeres Gewicht, als nach einer positiven Antwort auf die Aussage in diesem Brief. Das Vertrauen in deine Liebe war angeknackst. Dadurch hat ihre weitere Entwicklung eine Kurve von dir weg bekommen und ihr Abstand zu dir wurde im Laufe der Zeit immer größer.
Ist nur meine Sichtweise, ich kann mich auch irren.

x 7 #13


Dennis4a1
@Sincerite Das ist hart aber ich glaube, du hast Recht. Und es tut mir unendlich Leid für sie, für mich, für unsere Familie. Ich war zu viel mit den Hausprojekten und Alltag beschäftigt. Und habe mir nicht klar gemacht, wie wertvoll das alles für mich ist. Und dass es nicht selbstverständlich ist. Ich sage ganz klar: Großes Versäumen meinerseits.

Trotzdem ist es unendlich hart, was die Konsequenz daraus ist.
Dass meine Selbsteinsicht zu spät kommt.
Und dass es keine 2. Chance gibt.

x 1 #14


Worrior
@Dennis4a1
Schade dass es so kam, tut mir leid für Dich.
Es mag sich nicht schön anhören/lesen aber Du bist schlichtweg betrogen worden.
Da hilft auch das ganze emotionale Blabla nicht die Sache schön zu reden.

Wie Du beschrieben hast drehte sich Dein ganzes soziales Umfeld nur um due Beziehung.
Ehe, Kinder, Arbeit, das hat Dich voll in Anspruch genommen, das war Dein Leben, auch Deine Identität.
Das alles ist jetzt ruckartig weg und ein erfülltes Leben ohne dies ist für Dich nicht vorstellbar.

Gut ist dass sie bald auszieht, da wird Dir vieles klarer werden.
Du wirst viel an Dir selbst arbeiten und da werden auch Dinge hochkommen die für Dich sehr unangenehm sind.
Jedoch ist das sehr wichtig für Dich, Du wirst wachsen.

Eile nicht hinterher, denn sobald da ein anderer Mann ist kannst Du nur verlieren und Dich selbst erniedrigen.
Schau jetzt dass Du alles Organisatorische zügig regelst, freundlich, respektvoll aber emotional nach außen ungerührt.
Jetzt musst Du Dich in all dem Schmerz neu aufbauen.
Das wird knüppelhart aber genau so wird auch Dein Selbstwert.

Mach nicht den Fehler und suche Dein Heil bei irgend welchen anderen Frauen.
In diesem Zustand wirst Du niemals jemanden anziehen mit dem Du eine schöne, gesunde Verbindung aufbauen kannst, die Deine Lebensqualität bereichert.

Dir alles Gute!

x 6 #15


A


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