Zitat von Taja1976: Es ist ok eine Affäre anzufangen
Nein, das ist es nie.
Man kann aber etwas verstehen, ohne es gut zu heißen. Und sie schreibt und liest hier nicht, daher nützt es niemandem, hier mit ihr oder über sie zu schimpfen.
Zitat von ElGatoRojo: Und ist realistisch, was sie von ihm erwartet angesichts der Bausituation?
Zitat von Worrior: Kann man sich da als erwachsene Frau nicht mal selbst regulieren?
Zitat von Worrior: wo blieb er da?
Ich denke, sie hat sich ein paar Jahre reguliert. Nicht die ganzen 16, aber sicherlich mehr als 3, wenn sie so eindeutig geht und alles in Kauf nimmt. Denn Dennis ist ja so wie er hier schreibt ein Guter. Da hat sich also wahrscheinlich etwas zunächst Kleines zu etwas Großem aufgestaut.
Und ja, es ist realistisch, auch mit kleinen Kindern und Hausbau dem anderen eine Heimat zu sein.
Sie war es ja offenbar für ihn auch die ganze Zeit. Siehe
Zitat von Dennis4a1: Da ich einfach immer jemanden hatte, der da war
Er hat sich also bei ihr ausreichend wiedergefunden.
Zitat von Dennis4a1: Wie kommst du darauf?
Weil es ein naheliegendes Muster ist. Wir nehmen all die Red Flags und Makel des Partners (oder potentieller Partner) nicht wahr, die wir von zu Hause gewohnt sind. Und eure Beziehung hat ja lange gehalten. Und es ist nichts Krasses deinerseits vorgefallen. Das alles spricht dafür, dass sich langsam etwas in ihr aufgebaut hat, das sie selbst nicht gesehen oder ernst genommen hat, bis ein anderer Mann den Kontrast geboten hat, bei dem ihr das Defizit auffiel. Das passiert und eigentlich nur mit Dingen, die wir konstant beklagen (das hättest Du dann aber berichtet) oder gar nicht von Anfang an einfordern, weil wir dieses Defizit gewohnt sind. Bei Deiner Ursprungsfamilie würde ich z.B. tippen, dass Deine Eltern getrennte Zuständigkeiten hatten, also z.B. Deine Mutter nicht im Betrieb des Vaters mitgearbeitet hat oder sie Arbeiten im Haus gemeinsam erledigt haben.
Zitat von Dennis4a1: Anders werden Sinnlücken schnell mit Worst-Case annanhmen und selbstbequemen Wahrheiten gefüllt.
💯 Gut, dass Du das so früh erkennst.
Das, was sie getan hat, ist schrecklich. Und sie wird noch vieles tun, was Du überhaupt nicht nachvollziehen kannst, was Dich verletzt und was Du gerne einordnen und verstehen möchtest. Bei meinem völlig unsinnig handelnden Mann habe ich zuletzt nur noch gedacht: "Keine Bösartigkeit unterstellen, wo bloßes Unvermögen reicht." Anders wäre unsere Co-Elternschaft die letzten 10 Jahre gar nicht möglich gewesen.
Zitat von Dennis4a1: Du beschreibst meine Frau fast wie eine komplett passive Person, ohne Eigenverantwortung für ihr Handeln, getrieben und abhängig von der äußeren Bestätigung anderer Männer.
So sehe ich Deine Frau nicht. Ich denke eher, dass sie im Alltagstrubel genauso wie Du bestimmte Bereiche von sich selbst stillgelegt hat, die sich nun umso lauter melden. Dazu passt auch ihre Euphorie jetzt, wo sie einen Ausweg aus ihrer Stilllegung gefunden zu haben glaubt. Jetzt erst geht es für sie weiter. Vorher war es vielleicht eher wie Wassertreten. Ich glaube auch nicht, dass sie von der äußeren Bestätigung anderer Männer abhängig ist. Jedenfalls hast Du sie so nicht beschrieben. Deine Beschreibung passt eher auf einen Menschen, der mit dem Gefühl aufgewachsen ist, sich seinen Platz verdienen zu müssen.
Zitat von Dennis4a1: Nichts von dem was zwischen uns passiert oder auch nicht passiert ist mündet logischerweise und konsequent in den Folgen, die eingetreten sind.
Absolut! Es war vermutlich ein unglücklicher Zufall, dass sie jemandem begegnet ist, der ihre blinden Flecken bedient hat.
Dass sie sich auf ihn eingelassen hat, statt zu reflektieren, welche Saiten in ihr dieser Mann zum Schwingen bringt und warum sie das so sehr berührt. Und ob nicht auch Du diese Saiten hättest bespielen können, wenn sie ausreichend laut darauf bestanden hätte, ist ihre Verantwortung, die sie nicht getragen hat. Dass sie diese Schuld spürt, siehst Du ja daran, dass sie mit ganz wenig und leise geht. Sie scheint keine offene Rechnung mit Dir zu haben, die sie jetzt über Materielles begleichen will.
Sie wirkt auf mich nicht wie eine passive Frau, sondern eher wie eine geduldige Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse nicht konsequent bedient, sich vielleicht auch nicht immer zugesteht und deshalb leider mit sich selber ausmacht. Ich glaube, dass sie sich leider zu gut selbst regulieren konnte und dadurch selbst von der Lawine überrascht wurde, die jetzt euer Haus zum Einsturz bringt.
Zitat von Dennis4a1: Wir waren viel zu beschäftigt und abgelenkt von unserer Beziehung um uns dieser Fragestellung ernsthaft nähren zu können.
Und das passiert in so vielen Beziehungen, in denen gemeinsame Werte aufgebaut werden. 100% Arbeit und Hausrenovierung. 70-80% Arbeit und zwei kleine Kinder und Fortbildung. Ihr habt beide nicht mehr gut für euch selbst und den anderen sorgen können. Und dann kommt jemand, der sich kümmert...
Zitat von Gorch_Fock: Letzrlich tauscht sie Dich 1:1 aus.
Das denke ich nicht. Sie tauscht 95% gegen 5%. Und ein volles Leben gegen ein Leben mit Lücken. Der andere Mann ist nicht vertraut und nicht der Vater ihrer Kinder. Er kann Dennis nicht ersetzen. Ich glaube auch nicht, dass es darum ging, "gleiches" oder "besseres" zu finden, sondern "anderes".
@Dennis, wenn Du Dir bislang keine Gedanken um die Finanzen Deiner Frau, ihre Sparrate o.ä. gemacht hast, dann fang damit nicht ausgerechnet jetzt an. Wenn sie über Kosten klagt, versuch es zu überhören. Es gibt drölfzig Erklärungen, warum sie das sagt, also liegt die Chance, da etwas Falsches reinzuinterpretieren, viel zu hoch. Mein Ex hat kurz nach der Trennung laut Kind kein Mittagessen für den Rückweg dabei gehabt oder an der Raststätte kaufen können, weil er kein Geld gehabt habe, so dass ich um 18 Uhr ein Kind in Empfang nahm, das seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. Und wenige Wochen später fuhr der Ex in Skiurlaub. Klar liegt es da nahe, einen schlechten, selbstsüchtigen Vater mit mindestens organisatorischen Defiziten zu vermuten. Aber es gibt auch andere Erklärungen und am Ende bringt es Dich nicht weiter, Dich da reinzuhirnen oder Theorien aufzustellen. Geh zum Familienrechtsanwalt, lass den Trennungsunterhalt und etwaigen Kindesunterhalt ausrechnen, überweis den und lass es dabei bewenden. Mit neuen Steuerklassen und anderen Arbeitszeiten aufgrund des Wechselmodells werden die finanziellen Karten ja ohnehin neu gemischt.
Viel mehr Energie wirst Du vermutlich in das Netzwerk rund um die Kinder stecken müssen. Traditionell haben da ja die Mütter viele Telefonnummern und Routinen mit anderen Müttern rund um den Alltag der Kinder. Je nachdem inwiefern Du bislang in all den WhatsApp-Gruppen, Emailremindern und Infozirkeln beteiligt warst, wirst Du da eventuell aufrüsten und aktiv werden müssen. Das verbreitert dann auch Deinen sozialen Zirkel wieder.
Es dient jedenfalls Deiner mentalen Gesundheit, nicht zu sehr auf das zu achten, was Deine Frau gerade tut oder nicht tut, sondern Dich auf Dich und die Kinder zu fokussieren.