2435

Partner wird schnell wütend / viele Streits - Trennung?

Kirschsaft
PS: Mir ist auch die ganze Zeit kalt gewesen, weil wir draußen waren und ich nur ein dünnes Shirt anhatte. Er hatte einen Mantel dabei, der die ganze Zeit hinter ihm auf dem Stuhl hing, den er selbst also gar nicht gebraucht hat. Trotzdem hat er irgendwie überhaupt nicht wahrgenommen, dass ich die ganze Zeit frierend mit verschränkten Armen dagesessen habe. Klar hätte ich auch einfach sagen können, dass mir kalt ist, aber ich fand es trotzdem auffällig, dass ihm das gar nicht aufgefallen ist. auch noch so eine Kleinigkeit...

x 2 #901


Ema
Du machst dir gigantisch was vor, Kirschsaft.

Zitat von Kirschsaft:
Und ich saß einfach nur da und dachte: Was für ein erbärmlicher Mann. Nicht einmal ein Mann, der mir überhaupt gefällt.

Und dennoch hast du dich überhaupt schon wieder mit ihm getroffen.

Zitat von Kirschsaft:
Er war unhöflich zum Kellner, hat mich in einem fast dreistündigen Gespräch kein einziges Mal gefragt, wie es mir geht, hat sich hauptsächlich über Arbeitskollegen beschwert, wobei ich jedes Mal dachte, dass ich deren Perspektive deutlich besser nachvollziehen kann als seine. Dazu kamen Ansichten zu verschiedensten Themen, bei denen ich nicht einmal das Bedürfnis hatte, zu diskutieren, weil sie mich einfach nur kopfschüttelnd zurückgelassen haben

Und dennoch bist du da hocken geblieben und hast ausgeharrt.

Zitat von Kirschsaft:
Mir ist auch die ganze Zeit kalt gewesen, weil wir draußen waren und ich nur ein dünnes Shirt anhatte.

Und noch einmal: Dennoch bist du nicht aufgestanden und einfach nach Hause gegangen.

Zitat von Kirschsaft:
Ich habe mich gefühlt wie bei einem richtig schlechten ersten Date, bei dem man am liebsten einfach aufstehen und gehen würde.

Und noch einmal: Wenn du dir vorkommst wie bei einem ersten schlechten Date, wieso stehst du nicht auf, verabschiedest dich höflich und gehst? Das würde ich zumindest bei einem ersten richtig schlechten Date tun.

Du hängst da drin bis zum Hals. Und redest dir ein, er sei dir plötzlich egal und du könntest ihn auf einmal ganz klar sehen.
Findest du den Fehler?

x 4 #902


A


Partner wird schnell wütend / viele Streits - Trennung?

x 3


aequum
@Kirschsaft das liest sich richtig toll, denn ich weiß nur zu gut wie es ist, wenn es plötzlich klick macht und dann von jetzt auf plötzlich diesen Aha-Efekt hat, nachdem einem auf einmal alles sehr viel klarer erscheint.

Ich hoffe sehr für dich dass du diese Eigenschaft erhalten können wirst, denn sie wird dir auch in vielen anderen Situationen des Alltags zugute kommen, bzw. helfen.

x 2 #903


Heffalump
Zitat von Kirschsaft:
aber ich fand es trotzdem auffällig, dass ihm das gar nicht aufgefallen ist

😂

Läufst du noch rund?

Dann hock ich mich nicht draußen hin, wenn ich das dünnste Gewand anhabe, was Schrank hergibt. Er muss nicht für dein Wohlbefinden sorgen.

I H R
Seit getrennt. Schon ne geraume Weile. Und woher sollte er wissen, dass dir kalt?

Zu viel „Romana und julia“ gelesen?

x 1 #904


Winza
@Kirschsaft
Ich gratuliere 💐
Die Wege des Entliebens sind unergründlich, Hauptsache es passiert.

x 3 #905


B
Sei mir nicht böse über meinen Eindruck, ich würde ihn trotzdem gerne mit dir teilen:


Zitat von Kirschsaft:
Früher hätte ich das wahrscheinlich ewig in mich hineingefressen, bis es irgendwann eskaliert wäre. Diesmal wollte ich es anders machen und habe ihm deshalb einfach geschrieben, dass mich das ein bisschen triggert bzw. dass mein Anteil, der nach Sicherheit sucht, dadurch angesprochen wird.

Dass du reflektieren kannst was genau dich stört, was du brauchst und das dann auch aussprechen kannst mag ich nicht im geringsten kritisieren. Das ist wunderbar, dass du das gelernt hast.
Es fehlt in dieser Situation mMn aber ein gewisses Feingefühl für den Zeitpunkt dieser Kommunikation und auch das Gespür dafür, wann diese Mitteilung überhaupt nichts bewirken wird.
Ihr habt euch nach langer Zeit nochmal angenähert und innerhalb weniger Tage konntest du es nicht aushalten, dass er sich zwischen den Treffen nicht meldet.
Das ist ein Du-Problem, ihr habt eine neue, erste Annäherung und wie in jeder frischen Kennenlernphase wird das Gegenüber die Beine in die Hand nehmen, wenn nach ein paar Tagen das Meldeverhalten kritisiert wird. Es nimmt die Leichtigkeit und es passt von vornherein nicht, sonst wäre das Thema nie aufgekommen.
Vielleicht hast du darauf vertraut, da er einsichtig war, dass er’s diesmal besser macht, wenn du dich ihm öffnest.
Aber du machst es DIR SELBST gegenüber auch nicht besser und überlässt ihm die Macht, dir dieses Sicherheitsbedürfnis zu erfüllen oder nicht. Er hat es unterlassen und deine Reaktion war folglich Panik.
Ich habe das früher auch so gemacht und mittlerweile würde ich zu Beginn derartiger Annäherungen niemanden mehr mit seinem Meldeverhalten konfrontieren, ich würde meine Schlüsse daraus ziehen, wenn es mir nicht passt.
Ihr passt hinten und vorne nicht zusammen, fürchte ich.

x 1 #906


DieSeherin
Zitat von Kirschsaft:
Ich kann gar nicht beschreiben, wie frei ich mich gerade fühle.

Zitat von Kirschsaft:
Ich habe mich gefühlt wie bei einem richtig schlechten ersten Date


hurraaaaa.... endlich Tanzender Smiley

#907


aequum
Hallo @Kirschsaft wie geht es dir und wie läuft es für dich. Ich hoffe doch gut?

#908


Kirschsaft
@aequum danke, ja Lachendes Gesicht mir gehts super! Es gab keinen Kontakt mehr und vor allem: kein Bedürfnis mehr.
Fühle mich das erste mal wirklich wieder frei von ihm

x 7 #909


aequum
Zitat von Kirschsaft:
@aequum danke, ja Lachendes Gesicht mir gehts super! Es gab keinen Kontakt mehr und vor allem: kein Bedürfnis mehr. Fühle mich das erste mal wirklich wieder frei ...

Wow, das ist wirklich schön zu lesen und es freut mich sehr für dich. Denn wenn es einem gut geht, fühlt man sich doch gesamtheitlich sehr viel besser, bzw. unbeschwert.

WEiter so... 😉😌

x 1 #910


M
Zitat von Kirschsaft:
Fühle mich das erste mal wirklich wieder frei von ihm

Ein verdammt langer Weg bis dahin, gepflastert mit Relativierungen (es ist ja "nur" Wut!), Selbstbelügungen und dem Suchen nach Entschuldigungen für sein Verhalten.
Ich gratuliere dir, dass du dich endlich frei fühlst. Dieses Gefühl ist unbezahlbar!
Und darüber hinaus hoffe ich für dich, dass du auch Lehren für dein weiteres Leben daraus gezogen hast, denn dann hat es sich gelohnt, diesen steinigen Weg zu gehen.

x 2 #911


M
Zitat von merretich:
ch würde mich an Deiner Stelle eher fragen, warum Du einem Mann noch Deine Energie in Form von melden, klären, Gesprächen, Telefonaten etc hinterherwirfst, wenn er keinen Finger rührt sondern Dich auflaufen lässt. Letztlich kommunizierst Du damit, dass Du gerne 100% der Arbeit machst auch wenn das Gegenüber NULL macht und Du je mehr gibst desto schlechter oder gleichgültiger Du behandelt wirst. Gerade einen psychisch gesunden Mann würde das abstossen (also für die Zukunft). Es grenzt ja schon fast an Stalking.

und der schwächere Part zeigt dem übergeordneten, der die Spielregeln vorgibt damit ja auch, dass er niemals aufgibt und immer bereit steht für eine neue Runde in einem Spiel, das immer derselbe gewinnt.

Es ist ein gigantisches Beziehungsgefälle zwischen dem Mächtigen, der sich verhält wie er sich fühlt, keinerlei Grenzen akzeptiert und den Schwächeren immer wieder durch Liebesentzug bestraft.
Der Untergebene hechelt ja wieder hinterher, sucht wieder zum hundertsten Mal das Gespräch, will sich (möglichst vorsichtig und vorwurfsfrei) erklären, trippelt also hilflos dem Übergeordneten hinterher. Und der weiß nach kurzer Zeit was gespielt wird und dass seine miesen Verhaltensweisen keinerlei Konsequenzen haben. Ungebremst lebt er seine Wutfanfälle auf, wird ausfallend und beleidigend, wertet den Partner massiv ab und was passiert? Beleidigter Rückzug, Geheule was den Mächtigeren ja nur bestärkt und in seiner Machtstellung bestätigt. Es dauert nicht lange und Kirschsaft trabt wieder an und der Kreisel dreht sich von Neuem.
Es ist eine Choreogradie die ständig von Neuem abgespult wird.

Der Mächtige kennt die Schwächen und Verletzungen des Untergebenen und sticht absichtlich immer wieder in dieselbe Wunde. Da wo es richtig weh tut. Er geht in Distanz, entzieht sich und löst beim Schwächeren Angst und Panik aus. Der will wiederum die Distanz verringern, was nur durch Kontaktaufnahme funktoniert und beginnt damit das Spiel von neuem. Der Mächtigere zeigt sich vielleicht ausnahmsweise mal zugänglich und verständnisvoll, fällt aber bald wieder in seine Verhaltensweisen zurück. Er muss sich nicht anstrengen, nicht bessern, der Schwächere trabt sowieso wieder an.

Der Schwächere verlässt das Spielfeld nicht, denn dann steht er draußen, dort wo es so einsam ist, viele Gefahren lauern und das, was er sich am sehnlichsten wünscht, nämlich eine emotionale Tankstelle, nicht findet. Also lieber so als gar nicht, lieber alles akzeptieren, alles abschwächen und uminterpretieren (er meint es ja nicht so, er ist ja nur wütend) .
Und dann beginnt der Schwächere noch damit sich selbst in Frage zu stellen. Vielleicht reagiere ich ja über, vielleicht interpretiere ich seine Worte ja falsch, vielleicht bin ich ja falsch und beziehe alles auf mich. Ja, ich müsste souveräner sein, gelassener damit umgehen können, ich müsste stärker sein .... aber ich bin es nicht.

Das Gefälle bleibt und die Positionen sind klar verteilt. Kurze Atempausen gibt es, nämlich wenn der Schwächere wieder auf den Stärkeren zugeht und der ausnahmsweise mal scheinbar verständnisvoll reagiert, womöglich selbst zugibt, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war. Oh, wie gut fühlt sich der Schwache dann! Er hat es wieder geschafft, den anderen in seinen Orbit geholt und er zeigt ja sogar Verständnis und guten Willen. Für kurze Zeit fühlt der Schwächere sich gleichauf. Ich habe ihn erreicht, zum Nachdenken gebracht, ab jetzt wird alles anders.
Es wird nichts anders, es ist nur eine wohlige Unterbrechnung, in der sich der Schwache sicher fühlt und ausnahmsweise mal Harmonie herrscht. Ja, das ist toll, so müsste es immer sein, aber vielleicht wird das ja noch. Diese wenigen Phasen erscheinen dem Schwächeren so wertvoll, dass er sie immer wieder zu erreichen versucht. Sie werden hochstilisiert zu etwas ganz Wertvollem und suggerieren dem Schwächeren, dass er ernst genommen wird und Gehör findet.

Der Schwächere agiert wie eine Motte, die um das Licht tänzelt und nicht davon wegkommt. Der Übergeordnete ist der D ealer, der darüber entscheidet, ob der Abhängige seine Dosis bekommt, wie oft und ob überhaupt.

Alles ist vorhersehbar, weil die Tanzschirtte immer dieselben sind. Bis einer es endlich schafft auszusteigen und vor allem konsequent zu bleiben und nicht wieder rückfällig zu werden. Die Sucht des Untergeordneten ist ja noch längst nicht überwunden und der Entzug schmerzhaft und Kräfte raubend bis er geschafft ist.

Und dann kommt die wunderbare Erlösung. Es ist endlich geschafft und das Gefühl der Freiheit ist wohltuend und man ist zurecht stolz auf sich.

Hoffentlich hat man was gelernt und erkennt beim nächsten potentiellen Partner rechtzeitig die red flags Eine davon ist, wenn man seine eigenen Wahrnehmungen anzweifelt und sich fragt, ob man womöglich der eigentlich Schuldige der Misere ist, weil man die Mechanismen des Partners nicht erkennt. Dann hat es der Partner schon so weit geschafft, dass man sich seiner selbst überhaupt nicht mehr sicher ist und nicht mehr weiß, wem man noch trauen kann. Dann sollte man eine Beziehung umgehend beenden, denn die Beziehung ist dann schon zersetzt.

x 5 #912


A


x 4