SeySan
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ich bin nicht ganz sicher ob ich an dieser Stelle richtig bin aber schiebt mich ruhig in den richtigen Bereich, falls nicht.
Erstelle mich kurz vor, weil ich tatsächlich ganz neu hier bin und mich sehr freue, ein Forum gefunden zu haben. Ich glaube, dass es passt.
Ich bin 57, weiblich, verheiratet, zwei Erwachsene Kinder und trage mich mit dem Gedanken tatsächlich nach über 30 Jahren eventuell eigene Wege zu gehen.
Hier sind doch bestimmt einige, die mir da vielleicht einen Tipp geben können oder die ihre Gedanken vielleicht einbringen möchten, damit ich irgendwie klarer sehe. Ich wäre auf jeden Fall sehr dankbar, wenn ich ein paar Anstöße bekommen würde. Gedankenanstöße.
Ich beschreibe mal kurz das Problem. Wie bestimmt manche von euch bin ich mit meinem Mann schon früh zusammengekommen und jetzt über 30 Jahre zusammen. Wir haben auch irgendwann geheiratet, das ist aber für mich Nebensache. Schon vor 20 Jahren haben wir unsere Ehe mehr oder weniger arrangiert. Zunächst ein bisschen und dann immer mehr. Und jetzt ist es fast wie eine WG - fast wie Freunde. Am Anfang war es eigentlich nur, dass wir immer weniger körperlichen Kontakt hatten, jetzt haben wir gar keinen Kontakt mehr, sondern nur das Zusammenleben einzig und allein hält uns noch zusammen - mehr oder weniger. Natürlich sind da und waren da auch große Gefühle. Die sind vielleicht jetzt anders, also nicht mehr ganz so groß, aber dennoch wertschätze ich meinen Mann natürlich sehr, er war und ist mein Fels in der Brandung.
Wir sind aber mittlerweile so weit voneinander weg, dass ich uns kaum noch sehe, dass ich ihn kaum noch sehe und dass ich zunehmend eigentlich nur genervt bin. Vor allem genervt von unserer Freundschafts -Beziehung.
Vor kurzem habe ich mit ihm darüber gesprochen. Er war am Boden zerstört, sehr traurig und hat es nicht kommen sehen. Er wollte mit mir alt werden, genau auf dieser Ebene, also sich gegenseitig wertschätzen und sich gegenseitig tragen. Der Beziehung, die einer Freundschaft ähnelt.
Ich muss dazu sagen, dass wir nicht oft der gleiche Meinung sind. Unsere Meinungen liegen sehr oft weit auseinander und bis jetzt haben wir immer Kompromisse suchen müssen, was wir auch geschafft haben. Aber ich finde es wird zunehmend mühseliger.
Ich möchte keine Kompromisse mehr machen. Möglicherweise bin ich damit auch sehr spät dran. Hätte ich vielleicht auch viel früher alles schon machen müssen. Ich weiß es nicht.
Ich möchte viel mehr mein eigenes Ding. Ich möchte aber auch nicht alleine sein, dass ist die andere Seite: Ich habe Angst vorm Alleinsein. Ich brauche eigentlich die starke Schulter. Einen Menschen, der mir immer den Rücken stärkt.
Aber ist das Grund genug in dieser Beziehung zu bleiben? Ich habe natürlich nach über 30 Jahren große Angst, dass ich nicht alles auf die Reihe bekomme, dass ich finanzielle Problemen habe, dass ich von unserem gemeinsamen Freundeskreis ausgestoßen werde und so weiter und sofort - da hängt ja irgendwie auch ein ganzer Rattenschwanz dran.
Und jetzt würde ich mich freuen, wenn ihr mir über eure Erfahrungen erzählt. Eure Gedanken einfach nur - damit ich mich damit weiter auseinandersetzen kann, weil ich das Gefühl hat, dass ich jetzt auf der auf der Stelle trete.
Zwischen meinem Mann und mir steht halt unser gesprochenes Wort, so dass ich unzufrieden bin und er wirkt so verletzt und ängstlich .
Aber irgendwie muss es ja auch noch weitergehen.
Ich bin ganz offen und freue mich über jegliche Anmerkungen, Gedanken, Ideen. Vielen vielen lieben Dank und ein schönes sonniges Wochenende! Viele herzliche Grüße Sey