Hallo

Ich bin ja eher stille Mitleserin aus Langeweile, aber ich kann den Te hier schon verstehen.
Meine Schwester hat eine ähnliche Angststörung wie die Frau des Te und bekommt ihr Leben leider auch überhaupt nicht hin. Schule abgebrochen, Lehre wieder abgebrochen, noch nie gearbeitet. Praktikum bei der Mutter in der Firma wird nicht angenommen, weil sie der Meinung ist sie schafft das nicht. Sie sitzt den ganzen Tag zu Hause und macht nichts. Wenn auch nur das kleinste bisschen gefordert wird, beginnt sie zu weinen.. Kritik ist auch ganz böse..
Ich verstehe, dass der Te lange an der Beziehung festgehalten hat. Denn es ist ja eine Krankheit und man hofft ja auf Besserung und Fortschritte. Man will die Person ja auch nicht verurteilen für eine Krankheit, für die sie nichts kann. Die Person ist einem ja auch wichtig und man will natürlich auch unterstützen und dann passiert.. Nichts..
Besonders zermürbend empfinde ich diese Vermeidungshaltung. Sie kann sich nicht mal Arzttermine selbst ausmachen. Natürlich tut sie mir auch leid, aber wo soll das auf Dauer hinführen.. Es ist null Motivation da zu lernen mit der Störung umzugehen sondern es wird eben einfach alles vermieden was unangenehm ist.
Wenn die Frau des Te auch so ist, verstehe ich leider, dass er das nach 20 Jahren nicht mehr kann. Es ist als hätte man noch ein Kind für das man alles übernehmen muss, weil es sonst zu weinen beginnt.. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen bei meinem Partner würde ich das auch nicht wollen! Kann mir kein Mensch erzählen, dass er das auf Dauer sexuell anziehend findet..
Zitat: Dann verlang nicht dass deine kranke Ehefrau noch arbeitet sondern lade sie ein, verwöhn sie, mach ihr teure Geschenke. Was glaubst du wie das flutscht...
Stattdessen kommt man auf sowas, weil du klingst wie ein Würstchen und nicht wie ein Mann.
Den Tipp finde ich daher daneben, denn es geht sicherlich nicht nur ums arbeiten an sich, sondern auch darum einfach selbstbestimmt zu leben und nicht nur zu Hause vor sich hin zu dümpeln und alles unangenehme zu vermeiden oder zu weinen. Sie muss lernen mit der Krankheit umzugehen, eine Therapie machen. Es gibt ja Möglichkeiten aber man muss sie halt auch nutzen.. Da helfen Geschenke nichts.
Angenommen er trennt sich, was macht sie dann? Den ganzen Tag alleine zu Hause sitzen und von seinen Allimenten leben? Angenommen er stirbt irgendwann nach der Scheidung, bekommt sie dann als geschiedene Witwenrente oder wovon lebt sie dann? (Wer nichts in System einzahlt bekommt auch nix vom Staat.. Zumindest bekommt meine Schwester trotz Diagnose keinen Cent)
Eine Trennung wird vermutlich teuer und eine Katastrophe für sie, von dem her würde ich auch schauen, dass beim Trennungsgespräch jemand dabei ist, der sie auffängt. Hat sie Freunde? Familie?