Zitat von PUA:Ohne Attraction keine gesunde Beziehung, und nicht jede Manipulation ist verwerflich. Es gibt auch liebevolle Manipulationen, die der Beziehung zugute kommen.
Was bedeutet denn hier die Beiordnung von Attraktion und Manipulation?
"Ohne Attraktion" keine gesunde Beziehung - ist zunächst mal eine völlig triviale Aussage. Denn ohne das sich gegenseitig AN-ziehende welcher Essenz auch immer, Aussehen, Ausstrahlung, Charakter, Wesensverwandschaft, Geld, sozialer Status keine BE-Ziehung. Das sagt also mal so gar nichts aus.
"Nicht jede Manipulation ist verwerflich". Da es im Handeln des Menschen und gerade an dieser Stelle nicht um moralische Vor-Urteile gehen soll, ist auch diese Aussage trivial und inhaltsleer.
"liebevolle Manipulationen" - ausnahmsweise mal kein Trivial-Zusammenhang sonder eine "contradictio in adiecto", ein Widerspruch in sich. Denn der soziologische-sozialpsychologische Manipulationsbegriff ist definiert, als ein Verhalten, das zielgericht ein Handeln des anderen im Auge hat, das - bewusst oder unbewusst - lediglich dem eigenen Vorteil dient.
Das aber ist gerade nicht das Wesen der Liebe, die immer das Wohl des anderen und das gemeinsame Wohl im Sinne hat. Also leider Unsinn....
Zitat von PUA:Mag etwas überspitzt gewesen sein, doch es gibt definitiv Menschen, die Fremdsprachen ohne das Studium von Regelwerken erlernen können. Das ist auch gut belegt. Dauert aber lange und kann nicht jeder. Mit Regelwerken geht es deutlich schneller.
Zum Fremdsprachenlernen aus der Sicht eines, der auch Linguistik studiert hat.
Zitat von leilani1801:Natürlich geht das und zwar bei JEDEM, nur die Geschwindigkeit ist je nach Befähigung unterschiedlich.
Beobachtung - Kontext - Wiederholung und Imitation.
Kommt immer darauf an, was man unter Lernen versteht. Wenn jemand auf einen Tisch zeigt, auf einen Fuß, einen Baum und so weiter und diese benennt, dann beherrscht man natürlich diese Vokabeln, insofern hat man etwas gelernt, klar, ist aber noch längst nicht in der Lage das Sprachspiel der fremden Sprache mit Bedeutungsnuancen, Verbindungen, Abstraktionen und so weiter zu durchschauen, wie der Philosoph Wittgenstein das beschrieben hat.
Und "Beobachtung - Kontext - Wiederholung und Imitation" bezieht sich in der Theorie Banduras als "Lernen am Modell" explizit darauf, ein konkretes Verhalten nachzuahmen, eine Fertigkeit zu erwerben, z.B. Autofahren, aber nicht auf das Erlernen von Gedankeninhalten hoher Abstraktionsfähigkeiten wie das Erlernen einer Sprache.
Das funktioniert tatsächlich nur bei Kleinkindern, weil sich deren Fähigkeit, den Geist zu bilden und Bedeutungen zu konstruieren analog mit dem Spracherwerb vollziehen, vgl. dazu zum Beispiel die Untersuchungen von Jean Piaget zur Entwicklungspsychologie des Kleinkinds.
Also ist es beim Erlernen einer Sprache nicht damit getan, Sprache zu beobachten und zu imitieren, man muss auch die Regeln, nach denen sich Wörter und Sätze bilden lassen, erlernen, und das dürfte in einer absehbaren Zeit ohne Zuhilfenahme eines Regelwerks kaum möglich sein.
Natürlich mag das bei dem einen oder anderen schneller gehen, wenn man ein Talent zum Erlernen einer Sprache hat oder eine Sprache erlernt, die eine enge Verwandtschaft zu einer anderen hat, die man beherrscht, z.B. eine weitere romanische Sprache.
Aber jedenfalls bedarf es grundsätzlich der Aneignung von Vokabeln und des Regelwerks, um eine Sprache zu erlernen, in welcher Form auch immer, das kann auch durch induktive Lernmethoden funktionieren, die stärkeren Bezug auf die Hörpraxis legen und so in der Praxis die Grammatik erfahren lassen - aber jedenfalls muss das systematisch sein. Also z.B. erst Übungen mit Verben in Gegenwart, dann einfache Vergangenheit, Futur I. usw.
Im bunten Durcheinander des Alltags durch Beobachten sprachen erlernen - das ist völlig unrealistisch.