Liebe @Tania03,
ich würde ehrlich gesagt weniger daran feilen, irgendwelchen Manipulationstechniken der SM aufzudecken, sondern vermehrt deinen Partner ins Visier nehmen.
Zitat von Tania03: Ihr gehts körperlich nicht so gut und sie macht sich Gedanken um ihren Tod, da in ihrem Bekanntenkreis in den letzten Monaten einige Menschen unerwartet starben & den Angehörigen Chaos "hinterlassen" haben.
Ich finde, die Motivation deiner SM hier recht gut und auch verständlich dargestellt. Das hört sich vernünftig und verantwortungsbewusst an. Auch der Zeitpunkt ist damit erklärt.
Zitat von Tania03: Sie ist dabei ihr Testament zu verfassen, inkl Trauerfeier (sie möchte ihren Körper der Wissenschaft hinterlassen) bis hin zu einer ehrenamtlichen Bevollmächtigten, die ihrem Wunsch nachkommt "nur" Palliativversorgung beim Sterbeprozess einsetzen zu lassen. Mein Partner drehte fast durch als sie diese Vorstellungen vor ein paar Monaten ansprach. Er war wirklich tagelang neben der Spur und macht(e) sich extrem viele Sorgen um seine Mutter.
Darüber bin ich mehrfach gestolpert. Denn offensichtlich haben die SM und dein Partner doch schon Gespräche über ihre Wünsche, ihren letzten Willen, geführt. Er will das nicht an sich ranlassen. Muss er ja auch nicht. Aber was besorgt ihn denn so, dass er tagelang neben der Spur läuft? Ist es die Tatsache, dass sich seine Mutter mit ihrem Tod und den Folgen beschäftigt, ist es die Angst davor, dass sie stirbt -überhaupt mal sterben könnte- oder ist es die Art der "Verwendung" ihres Körpers nach dem Tod? Hier wäre es doch mal sehr hilfreich, einzugrenzen, wo die Aufruhr deines Partners liegt, bevor weitere fruchtlose Diskussionen aneinander vorbei geführt werden.
Zitat von Tania03: Meine persönliche Einstellung dazu ist, dass sie Recht hat, dass es wichtig ist zum eigenen Wohle & zum Wohle aller Entscheidungen zu treffen, wenn man weiß die Angehörigen werden damit überfordert.
👍 Es ist für die Angehörigen meist sehr hilfreich, sich in Trauersituationen nicht noch den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, was denn nun geschieht, was die verstorbene Person sich gewünscht hätte.
Zitat von Tania03: Ich habe sie gefragt, da es um ihren letzten Willen geht, was sie sich konkret von mir wünscht. Sie sagte, sie wünscht sich dass ich für ihren Sohn da sein werde, damit er nicht völlig den Boden unter den Füßen verliert.
Der hehre Wunsch einer Mutter, die ihren Sohn gut aufgefangen wissen möchte. Hier sehe ich auch keine Aufforderung zur Übernahme irgendwelcher "Vollstreckungsverantwortung" ihres konkreten letzten Willens oder Testaments.
Zitat von Tania03: Mein Freund ist ein sehr sensibler Mann, der seit dem Tod seines Vaters massive Verlustängste hat, extrem an seiner Mutter hängt, sie früher täglich besuchte und völlig auf Durchzug schaltet, sobald sie das Thema Tod anspricht.
Ich glaube, hier gilt es in Wirklichkeit anzusetzen. An der Verarbeitung seines Traumas. Nicht einfach die Augen zu verschließen, dann sind keine Probleme mehr da und auch die Schmerzen sind weg. Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Schwiegermutter irgendwann mal vor ihrem Sohn stirbt, ist ja nun sehr hoch. Was soll den dann passieren, wie gedenkt dein Mann denn damit umzugehen?
An deiner Stelle würde ich ihm kurz mitteilen, dass seine Mutter das Gespräch mit dir über das Thema ihres Todes gesucht hat. Dass sie ihn vermutlich am Wochenende damit -nochmals- konfrontieren wird. Dass er sich aussuchen kann, ob ihr den Besuch verschiebt, bis seine Probezeit beendet ist und er eine eigene, stabile Haltung dazu gefunden hat. Die zumindest auf dem Respekt des letzten Willens seiner Mutter fußen sollte. Vor allen Dingen, dass du dich da nicht weiter engagieren willst und diesen Gespräche zwischen Mutter und Sohn stattfinden werden. Ohne dich. Denn du solltest auch nicht in die Rolle der Beschützerin oder Therapeutin deines Partners geraten. Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, dich abzugrenzen und deinen Partner als selbständigen, eigenverantwortlichen Erwachsenen ernst zu nehmen.
Edit: Ich hatte es so gelesen, dass Schwiegermama bereits dabei ist, ein Testament zu verfassen, Sohnemann dies aber nicht akzeptiert und die TE sich als Mittlerin -ohne konkreten Auftrag- jetzt irgendwie in Stellung bringen will/soll... . Liebe @Tania03 bitte korrigier mich, wenn ich falsch unterwegs bin.