Zitat von Arnika:Ein Klassiker von Borderline ist, den anderen am Anfang zu spiegeln. Das würde also schon dazu passen, dass sie deinen Traum vom Leben in der Bausparvertrag-Werbung übernahm, ohne dass er wirklich der ihre war. Natürlich fehlt sie dir, alles andere wäre ja auch komisch. Aber da ist auch viel Gewohnheit dabei. Nur: Alles gemeinsam schaffen klingt lieb, aber ist nicht so einfach. Was ist, wenn ihr ein krankes Kind habt, ...
Und wieder ein Volltreffer!
Beispiel: In der ersten Woche hatte sie stärkeren Husten. Ich fragte, willst du nicht mal beim Doc vorbeischauen? Und sie sagte wie aus der Pistole geschossen: Das ist eine gute Idee, das mache ich sofort!
Und sie ist dann auch sofort am nächsten Morgen beim Arzt gewesen.
Beispiel: Ich interessiere mich für eine bestimmte Literatur, Krimis aus Skandinavien. Sie sah die 3 Bücher auf meinem Tisch. 2 Tage später erzählte sie mir, dass sie auch 2 Krimis gekauft hat, die ebenfalls in Skandinavien angesiedelt sind, darüber wolle sie mehr erfahren, und brachte sie neben dem Stapel auf dem Schreibtisch. Hat sie einmal vor mir angelesen, sonst nix. Irre! Und das fand ich damals schon!
Leute: Ich habe die rosarote Brille abgenommen!

Dank euch, liebes Forum, besonders Dank
Arnika, weil ich durch sie das Schema der Krankheit erkannt habe, die Regeln, nach denen sie leben muss. Das es
kein natürliches Mann-Frau-Ding ist, wo man zappeln lässt etc., sondern eine echte Krankheit! Und Dank meinen Bezugspersonen, die mir den Kopf gewaschen haben! Es trifft alles zu. Alles. Ich habe es selbst 1 Jahr erlebt. Von Anfang bis Ende: es sind alles Symptome, die bei Borderline vorkommen! Ihre Familie: Mehrmals habe ich schon mitbekommen, wie meine ehemalige Partnerin von ihrer Mutter bei Erfolgen wiederholt fertig gemacht wurde. Sie zeigt ihre Liebe zur Tochter nicht. Noch nie. Sie zeigt sie durch Drill. Ich habe ihr gesagt, dass ich es total beschissen finde, wie sie runtergemacht wird, und habe mich da immer vor sie gestellt. Das Heftige ist: Sie selbst traf es überhaupt nicht, weil das der jahrzentelange Umgangston ist.
Ich habe heute für mich schlüssig herausgefunden: Diese Person hat mich von Anfang bis Ende benutzt. Sie wollte nicht alleine sein, hatte Existenzängste, und verzweifelt nach einer Beziehung gesucht. Sie hatte nie Liebe empfunden, sondern sich wie bei jeder Beziehung davor von einer Liane zur nächsten geschwungen - aus Bequemlichkeit. Nie aus Liebe. Die Männer, die sie wahrscheinlich liebte, bekam sie nicht, weil ihre schnell hochkochenden Gefühle den Mann weglaufen ließen. Mit mir war sie unzufrieden und hatte vor Psychiatrieaufenthalt schon den Plan, währenddessen eine neue Liane zu ergreifen. Sie suchte regelrecht innerhalb der ersten Tage in der Klinik nach Männern, das gestand sie mir beim Schlussmachen. Dann hat sie dort jemanden gefunden, der jedoch auch in einer Beziehung ist,
und noch massivere Probleme als sie selbst hat.

Da es unsicher ist, ob es mit dem klappt (wir wohnen zusammen, und falls es nicht klappt, muss ich ihr ja noch zuhause die Türe aufmachen

) meldet sie sich nach 3 Wochen Kontaktsperre in der Klinik ganz normal und schlägt vor, was wir die Tage alles unternehmen, und das sie mich ganz doll liebt und jeden Tag an mich gedacht hat. Dann kommt eine kleine Grenzüberschreitung von mir. Sie explodiert und macht Schluss. Sagt mir zuerst, dass es einfach nicht passt - und dann die Wahrheit, dass es wegen eines anderen ist, und sie in den ersten Tagen die ganze Zeit Ausschau nach einem hielt, und mich
überhaupt nicht vermisst hat und sich in der Klinik so wohl fühlt, sie möchte gar nicht mehr zurück! Dann nochmal die weiche Tour zur eigenen Gewissensberuhigung, da sie selbst merkt, wie unsozial ihr Benehmen ist, und sie sich ja auch weiterentwickelt haben will in der Klinik: "Du wirst eine andere wunderbare Frau finden, die dir alles geben kann. Ich werde immer an unsere guten Zeiten zurückdenken" Bla Bla Bla
Dann mein Kämpfen um sie (keiner vorher hatte gekämpft - die sind geflüchtet vor ihr!), ich sehe die Schuld hauptsächlich bei mir, sage mir, sie konnte ja nur einen neuen Mann suchen, so böse war ich ja zu ihr. Fühlt sich extrem gebauchpinselt, weil das noch nie jemand gemacht hat:
Plötzlich alles wie vorher, liebt mich, haben Sxx, unser Bild im Chat, soll ihr einen Antrag machen, sie will sich dort ehrlich gesagt gar nicht öffnen, beschützt ihre Familie und ihre Vergangenheit vor den Therapeuten, will das WE bei mir verbringen, hat kaum noch Lust auf die Klinik, will nur noch zurück. Dann zwei Grenzverletzungen von mir, sie wird getriggert an ihre Mutter, Glücksgefühle werden gegen alte Erinnerungen, Ekel, getauscht.
Sie muss nachdenken, Gefühlschaos. Braucht das WE und macht immer was mit anderen und hatte noch keinen Tag, wo sie mal für sich Zeit hatte (und das in einer Therapie!).
Dann endgültiger Schluss: Sie hat keine Gefühle
mehr, sie will anderen, hat Probleme sich zu öffnen, Ärzte sagen, dass ihr Paket nicht kleiner wurde, mit dem sie dort ankam. Ich soll aufhören zu kämpfen.
Ich akzeptiere.
Dann Reinwaschung ihrer Schuldgefühle (die sie durch mein Kämpfen bekam) in Perfektion - Rechnung zahle ich mit einem finalen Schock in der Magengrube unten rechts - Rolle der weiterentwickelten Musterpatientin wird perfekt gespielt: Ich habe dich nie geliebt, dir 1 Jahr was vorgemacht, wollte einfach eine bequeme Zeit, bin jetzt persönlich weitergekommen (bla bla bla, und die Ärzte sagen wiederholt, dass sie sich nicht öffnen will

), eines Tages wirst du sehen, dass du mit mein wichtigster Mensch warst (den sie direkt in der Klinik heimlich absägen wollte), Bla Bla Bla. Ihre Schuldgefühle sind nun weg und sie hat sich mit mir nochmal versöhnt wegen des Umzugs, damit sie notfalls vielleicht noch ein paar Tage wohnen darf und auch der Abgang ohne Komplikationen läuft. Habe natürlich nichts geantwortet.
Oder in einem Satz: Die Liane war unbequem geworden, die nächste wurde schon freudig ergriffen. 
Ich werde einige Sitzungen bei einem Psychologen machen, warum ich anderen Frauen helfen will, sie retten will; warum suche ich bei einer Trennung die Schuld hauptsächlich bei mir, und sie darf deswegen unverschämte Sachen tun; warum will ich Schlussmachen, höre nicht auf meine dramatische Sprachmemo, und als sie es tut, verfalle ich in Panik und kämpfe.
Habe keine Lust auf Anrufe von ihr, werde ihre Sachen möglichst zusammenpacken, damit hier alles raus ist.
Ich danke euch, und vor allem mir, dass ich es begriffen habe.
