Zitat von victim_reloaded:
Ein paar Denkanstöße:
Borderliner neigen oft dazu, am Beginn einer Beziehung, meist schon bei der ersten Begegnung, ein regelrechtes Feuerwerk abzubrennen, den Partner zu idealisieren und ihm das auch auf alle möglichen und unmöglichen Arten und Weisen zu zeigen. Das muss nicht unbedingt alles gleich schlecht sein, denn dahinter steckt oft eine erstaunliche Kreativität und Phantasie.
Anscheinend hat dieses Verhalten bei Dir irgendwas bei Dir angesprochen, eine bestimmte Saite bei Dir zum Schwingen gebracht - ein bestimmtes Bedürfnis getriggert!?
Partnerschaften mit Borderlinern können nur halbwegs funktionieren, wenn der "gesunde" Partner genug Selbstwert hat, um nicht an den irgendwann zwangsläufig auftretenden verbalen Impulsen, der Abwertung und der Distanzierung zu verweifeln.
Was sagen in dieser Hinsicht Deine Reaktionen auf das Verhalten Deiner Partnerin über Dich aus?
Du hattest anscheinend auch immer einen starken Wunsch zu helfen.
Helfen ist nicht gleich helfen. Es gibt ein selbstloses Helfen und ein solches, das dazu dient, das eigene Ego dadurch zu stärken, weil man sich dadurch besser fühlt und aufwerten kann.
Was war Deine Motivation hinter dem Bdürfnis, ihr helfen zu wollen?
Das sind wirklich interessante Einblicke.
Ja, ich erkenne alles, wie sie mich gespiegelt hat. Sie musste mich spiegeln, da ich mich liebe. Sie müsste mich nicht spiegeln, wenn ich keine Selbstliebe hätte - denn dann erkennt sie sich darin.
Sie hat mich gespiegelt, um das Abhängigkeitsverhältnis aufzubauen. Sie sieht, dass sie das nicht ausfüllt, weil sie nicht ich bin. Meine Persönlichkeit wird nicht dauerhaft zu ihrer, nur weil sie mich spiegelt. Irgendwann fällt es auf, und dann kommen die Ausbrüche und Zweifel, dass ich sie doch nicht ausfüllen konnte.
Wie gesagt, interessiere ich mich für skandinavische Krimis. Das hat sie hervorragend gespiegelt, ich hatte mich sehr gefreut, dass sie das scheinbar auch interessiert.
Irgendwann war es soweit, dass ihre Ausraster mir wirklich Angst machten. Ich glaube, da reicht kein sehr hoher Selbstwert aus. Irgendwann war es einfach zu viel, das wird vermutlich jeden umhauen. Oder sollte man darüber stehen, wenn sie Türen zuknallt, laut zu Nachbarn redet, dass sie gehen wird? Ich denke nicht, sondern einsehen, dass sie sich erst entwickeln muss, um lieben zu können.
Ich wollte gerne helfen. Nicht für mein Ego, oder um irgendwas damit zu erreichen, als Held zu gelten.Nicht um geliebt zu werden. Sowas brauche ich nicht. Sondern weil ich einfach sah, dass ein Mensch am Boden lag. Nicht, um deswegen Liebe zu erhalten. Sondern weil ich es kann. Wenns passt, dann passt es. Wenn sie mich liebt, passt es. Ich bin auch kein eifersüchtiger Mensch. Ich habe ihr z.B. gesagt, dass Fremdgehen für mich erst bei Sxx anfängt. Ich habe mich gefreut, und ihr das auch gezeigt, dass sie in der Klinik viel Anschluss findet, und mich auch für ihren Typen interessiert. Erst als sie sagte, dass da mehr sein könnte, bekam ich ein blödes Bauchgefühl und es zog mich runter - weil ich die Mechanismen der Krankheit
noch nicht erkennen konnte. Oft habe ich auch gesagt, dass sie das und jenes alleine lösen soll. Und es war schön zu sehen, dass sie eigene Probleme selbst angehen konnte.
Ich freue mich z.B. grundsätzlich darüber, wenn ein mir wichtiger Mensch dazulernt, Aufgaben von alleine lösen kann, oder Fehler nicht wiederholt.