Zitat von DaisyL:Diese habe ich noch nicht kontaktiert. Und Erziehungsbeistand hört sich nach JA an. Für die ist der Fall ja eigentlich abgeschlossen nach dem ...
@DaisyL nicht zu danken und sehr gerne, ich wünsche dir bei allem alles Gute für euch!
Ich verstehe sehr gut, dass du im Moment vorsichtig bist, gerade was das Jugendamt angeht. Nach einer belastenden Eskalation hat man oft die Sorge, dass eine erneute Kontaktaufnahme „noch mehr Ärger“ bringen könnte oder dass man dadurch etwas auslöst, das man gar nicht möchte. Das ist ein sehr nachvollziehbares Gefühl.
Wichtig ist: Unterstützung anzufragen bedeutet nicht automatisch, dass etwas am Sorgerecht geändert werden soll oder dass ein neues Verfahren startet. Es gibt verschiedene Arten von Hilfe, die man unabhängig davon in Anspruch nehmen kann.
Eine Möglichkeit sind Erziehungs- oder Familienberatungsstellen. Diese arbeiten neutral und kostenfrei, und sie sind in der Regel nicht direkt mit dem Jugendamt verknüpft. Dort geht es darum, einen geschützten Rahmen zu haben, in dem man Belastungssituationen besprechen kann, Handlungsstrategien entwickelt und Möglichkeiten findet, wie man Eskalationen in Zukunft besser auffangen kann. Beratung heißt nicht automatisch, dass jemand etwas meldet, solange keine akute Gefahr besteht.
Eine andere Möglichkeit ist sozialpädagogische Familienhilfe oder ein Erziehungsbeistand. Diese Angebote laufen in der Regel über das Jugendamt, aber sie sind als
Unterstützung gedacht, nicht als Kontrolle. Man kann dort ganz klar sagen, dass man vorbeugend Hilfe möchte, um Alltagssituationen besser bewältigen zu können, weil die Situation sehr belastend war. So ein Wunsch wird in der Regel als verantwortliches Handeln gesehen.
Viele Eltern haben die Sorge, „schlafende Hunde zu wecken“. Es ist hilfreich zu wissen, dass die Beantragung von Unterstützung nicht automatisch zu Veränderungen beim Sorgerecht führt. Sorgerechtsfragen werden normalerweise nur dann relevant, wenn eine
akute und dauerhafte Gefährdung für ein Kind besteht. Wenn man sich wegen Beratung meldet, um die Situation zu stabilisieren, wird das grundsätzlich nicht negativ ausgelegt.
In einer Beratungsstelle kann man sehr neutral formulieren, dass die Situation sich zwar beruhigt hat, dass sie aber belastend war und dass man vorbeugend Unterstützung sucht, um erneute Eskalationen zu vermeiden. Das ist ein Satz, den Fachkräfte gut kennen und den viele Eltern genauso äußern.
Es ist nicht notwendig, alles allein tragen zu müssen. Unterstützung zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt Verantwortungsgefühl gegenüber sich selbst und dem Kind.