Zitat von paulaner:Genauso argumentieren Fremdgeher doch fast immer.
Erst torpedieren sie die Beziehung mit Kanonen, und gehen die Gefahr ein den Partner extrem zu verletzen. Solange die Affäre läuft ist ihnen das aber meist vollkommen egal.
Wenn die Affäre aber vorbei ist (egal wie, also auch wenn, wie hier, eine neue Beziehung entstanden ist), dann meinen sie auf einmal, dass sie Rücksicht auf die Gefühle des (Ex)Partners nehmen müssen.
Und merken dabei gar nicht, dass sie damit einfach nur feige sind und nur sich selbst vor den Konsequenzen ihres eigenen Handelns schützen wollen. Nicht mal dann können sie aufrichtig und integer sein. Schwach...
Ich finde diese ganze Geschichte aus psychologischer Sicht sowieso hoch interessant. Was ich hier vor allem sehe, ist: Egoismus und kaum vorhandener Selbstwert. Daher habe ich auch die menschlichen "Qualitäten" angesprochen.
Ausgangspunkt war die vermeindliche Verletzung/Herabwürdigung des TE. Aus dieser Verletzung entstand die Affäre. Ob damit die "Verletzung" kompensiert werden sollte oder tatsächlich Liebe im Spiel war, ist erst einmal nebensächlich ((allerdings ließt es sich für mich so, dass Stein des Anstoßes Rache war, weil SEINE Gefühle verletzt wurden)).
Und auch bei der Trennung geht es nur darum, dass der TE gut aus der ganzen Geschichte kommt. Geschmeidig wie ein Aal. Er scheut die Konfrontation. Er scheut die Wahrheit. Und er scheut das Unbequeme. Also wird alles ganz gemütlich eingepackt in eine extra dicke Schicht "Ich will meine Ex-Freundin Schützen", wobei es vermutlich darum geht, dass er unbequemen Fragen ausweichen will.
Und das erklärt für mich auch die Motiviation dieses ganzen Themas. Warum diskutieren wir hier eigentlich noch? Das Thema ist doch schon lange gegessen. Warum wurde der Strang überhaupt eröffnet? Nacht Tipps wurde nie gefragt (und wenn welche kamen, wurden sie nicht angenommen). Auch hier geht es wieder nur um Schutz und Bestätigung. Vielleicht ein Schulterklopfer, weil es ja verständlich ist, die Freundin zu bestrafen, nachdem sie ihn so bösartig deklassiert hat. Und Anerkennung dafür, dass er sie nun so ritterlich schützt.
Das bringt uns auch wieder zu diesen menschlichen Qualitäten. Ich glaube, hier ist sehr wenig Selbstwert im Spiel. Wenn dieser intakt wäre, dann hätte der TE nicht wie ein getretener Hund auf den abgelehnten Antrag reagiert. Dann hätte er direkt Konsequenzen gezogen. Dann hätte er nicht rumgeiert und im Schatten seiner Beziehung die eigene und eine fremde zerstört. Und dann hätte er jetzt die Größe, für seine Entscheidungen einzustehen.