Spannendes Thema.
Ich bin erstaunt, wie viele hier es unangemessen finden, vor dem Partner zu rülpsen oder zu pupsen. Beides sind normale Körperfunktionen, und mir wäre das ehrlich gesagt zu mühsam, das zuhause oder in Gegenwart des Partners zu unterdrücken. Vor anderen, klar, da unterdrücke ich das auch, aber der Partner ist doch der Mensch, der alles von mir kennen und sehen darf, und vor dem möchte ich nichts zurückhalten müssen.
Ich hatte auch noch nie einen Partner, der das anders gesehen hat. Vielleicht finden Männer das auch weniger schlimm als Frauen oder meine Partner haben sich leise gefreut, dass ich nichts dagegen habe ("obwohl" ich eine Frau bin). Aber ich würde gar nicht auf die Idee kommen, dass der Partner damit ein Problem hat.
Zu den anderen Beispielen:
Zitat von HeikoA13: - Online sein, am PC zocken, TV-Nutzung
- Handy-Nutzung, Handyspiele, Whatsapp, Status senden
- facebook, Insta, snapchat, etc.
- spezielle Hobbys
- Musik
- Kochen, essen, Ernährung
- Sozialverhalten, Freundeskreis
- Alk. oder Dro.
Das sind für mich alles Dinge, wo ich zwar eine persönliche Grenze habe, aber nie auf die Idee käme, von meinem Partner zu verlangen, dass er sie einhält. Dafür ist doch ein Kennenlernen da: wenn ich da merke, er betrinkt sich jedes Wochenende zur Besinnungslosigkeit, dann wird er halt nicht mein Partner.
Ich sehe das so: ich habe meine persönliche Komfortzone, wie ich gern mit den Dingen umgehen oder es mir vom Partner wünsche. Bei den meisten Themen gibt es drumherum einen Bereich, der verhandelbar ist, je nach Thema und wie wichtig es mir ist, ist der mehr oder weniger breit. Was da rein fällt, entspricht zwar nicht meiner eigenen Vorliebe, ist aber tolerierbar, ggf mit Absprachten oder Kompromissen. Und was außerhalb liegt, da mach ich keine Ausnahme, das ist nicht verhandelbar und so jemand passt dann nicht zu mir.
Entsprechend ergeben sich für mich wenig Themen, die man gemeinsam einordnen muss, denn entweder ist etwas für mich tolerierbar oder eben nicht.
Wenn ich meine, mein Partner ernährt sich "falsch", kann ich das ja meinen, aber ich habe kein Recht zu erwarten, dass er sich ändert. Mein Partner kann gerne Veganer sein, solange er toleriert, dass ich keiner bin und es aushält, wenn ich in seiner Gegenwart Fleisch oder tierische Produkte esse. Er kann sich auch gern nur von Fast Food ernähren (solange er es schafft, nicht übergewichtig zu sein und zu bleiben), ich muss da ja nicht mitmachen. Ich würde ihm da nicht reinquatschen, sondern lediglich schauen, ob man trotzdem friedlich miteinander auskommen kann, den Partner so lassen wie er ist und das auch umgekehrt erwarten.
Und wenn jemand in zu vielen Bereichen außerhalb meines Toleranzbereiches liegt, passt er halt nicht zu mir, dann gehe ich keine Beziehung ein.
Zitat von HeikoA13: Aber er macht es natürlich für Sie.
"Natürlich"? Ich finde das nicht natürlich.
Also wenn man so will, wäre meine Grenze erreicht, wenn mein Partner von mir verlangen würde, in seiner Gegenwart meine Körperfunktionen zu unterdrücken. Nicht weil ich seine Grenze übertrieben finde, sondern weil es
meine Grenze sprengen würde, das einzuhalten. In meiner eigenen Wohnung will ich furzen dürfen, wenn mir danach ist.