Zitat von acre: Du hast das Bild deiner Ex, dass sie wenig Kontrolle darüber hat, was sie so erzählt.
Halt...dieses "ich blubber einfach drauf los", sagt sie über sich selbst.
Dem kann ich im Grunde nur zustimmen. Sie ist recht impulsiv und denkt manchmal nicht dran das sie bestimmte Dinge entweder garnicht zu unserer Tochter sagen sollte oder halt anders formuliert.
Einfach weil Kinder, gerade so kleine zwar schon sehr sehr viel mitbekommen, aber eben noch nicht alles verstehen.
Suggestivfragen waren auch so ein Problempunkt.
Zitat von acre: Sie ist aber lern- und veränderungsfähig. Du beschreibst ja auch, dass sie sich schon entschuldigt hat, wenn sie zu weit gegangen ist. Das heißt doch, dass da eine gewisse Reflexion stattfindet.
Ich denke jeder ist in einem gewissen Rahmen lern- und veränderungsfähig.
Dieser Entschuldigung ging wohl ein recht langes Gespräch mit einer gemeinsamen Freundin voraus die ihr wohl sagte das sie sich glücklich schätzen kann wie ich mich um unsere Tochter kümmere. Also diese Freundin hat ihr meine Perspektive dargelegt. Also es war jetzt nicht das Ergebnis einer Selbstreflexion. Und es war auch nur von begrenzter Dauer.
In meinem, mit den Gesamtumständen, wohl recht speziellen Fall denke das NF für viele Dinge die ihr Missfallen mich als Ursache sieht. Ihrer Meinung nach ich sie immer "unterbutter" wie sagte und "gegen sie arbeite".
Aber letztlich hat sich an meinen Rahmenbedingungen nicht viel geändert, ich habe mein möglichstes getan und die masse der Entscheidungen die ich treffe sind die Folge von entweder "ich hab eigentlich keine Wahl" oder "für unsere Tochter ist es das beste".
Zitat von acre: Ihr habt doch eine halbwegs funktionierende Kommunikation was euer Kind betrifft. Daran wird sie doch auch einen gewissen Anteil tragen.
Natürlich trägt sie daran Anteil und im Moment gibt es zumindest keinen Stress.
Im Kern lief es die meiste Zeit nach der Trennung aber so: Wenn ich etwas wissen wollte wegen unserer Tochter musste ich nachfragen, wichtige Dinge für sie sollte ich aber von mir aus mitteilen. Wenn etwas für NF nicht wichtig war, blieb es liegen...wenn ihr etwas wichtig war sollte ich springen und umgehend schauen wie ich das (oder ihr) Problem löse.
Forderungen oder Wünsche die an mich herangetragen wurden, das ich doch bitte dies oder jenes mache, bedeutet nicht zwangsweise das sie das auch so handhabt. usw.
Wie gesagt, seit naja...einigen Monaten ist es eher ruhig geworden und darüber bin ich froh. Letztens hatten wir ein Gespräch wo es aber auch im ihre Probleme mit Next ging. Dieses mal kam sie sogar von selbst auf den Gedanken und fragte ob es denn für mich Ok ist wenn sie damit zu mir kommt.
Im Grunde war es recht angenehm das Gespräch...aber ich habe dennoch meine Zweifel ob wir je wieder sowas wie Freunde werden könnten. Und auch ob ich das wollen würde....aktuell nicht. Weil es eine Einbahnstraße ist. So wie es auch in unserer Beziehung war.
Zitat von acre: Das ist ja genau der dritte von die zitierte Punkt. Er soll anerkennen, dass seine Ex auch das bestmögliche für die Kinder macht. Ob die beiden sich einig sind, was das bestmögliche ist, steht ja wieder auf einem anderen Blatt.
Nunja...es gibt halt Menschen für die ist jedes Problem ein Nagel. Und da hilft immer der Hammer. Aber bei einer Schraube ist der Hammer nunmal kontraproduktiv...da macht es der Umstand zu wissen "ach...sie oder auch er, je nachdem, kennt ja nur den Hammer..." nicht besser.
Manipulatives Verhalten, Beeinflussung, Suggestivfragen usw. bei solchen Dingen spielt es doch keine Rolle ob er/sie es nicht besser kann oder ob das jetzt direkt gegen mich ist einfach so. Das Ergebnis muss dennoch ausgebadet werden.
Zitat von acre: Wenn er darüber nachdenkt und feststellt, seine Ex macht dies und jenes aus x und y und gar nicht um ihm eins reinzuwürgen oder als Reaktion auf ihn, entlastet ihn das hoffentlich aus diesem Verantwortungsgefühl
Teils steht ja schon was dazu ein paar Zeilen weiter oben und zum Thema verantwortung...ja....das ist so ein Punkt.
Ich muss da immer an Wolfgang Borchert denken...
"nun gebe ich Ihnen die Verantwortung zurück, Herr Oberst, ich will sie nicht mehr, ich gebe sie Ihnen zurück, Herr Oberst."
Das ist wirklich etwas was man lernen muss...das man für den anderen nicht mehr verantwortlich ist. Und ich gebe zu das viel auch mir anfangs schwer....vielleicht weil da noch zu viel Gefühle meinerseits im Spiel waren.