AndiY
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ich hatte meine Trennung nach 20 Jahren Beziehung vor 2 Jahren. In einem eigenem Forumsbeitrag
die-affaere-meiner-frau-krankheit-oder-fehlende-liebe-t69403.html
Wurde darüber viel diskutiert, anbei die Kurzfassung:
- jung zusammengekommen, 20 Jahre Beziehung, 10 Jahre Ehe, Haus, 2 Kinder (2 Mädchen - 7 und 5)
- Beziehungsende aufgrund Affäre(n) und fehlende Liebe der Exfrau
- Ich wohne ca. 20min vom Lebensmittelpunkt der Kinder entfernt
- Kinderbetreuung im Wochenmodell
- Exfrau weigert sich über die Kinder zu kommunizieren, Unterhalt zu zahlen und sonstige Zahlungen (Zugewinn, Haus, usw.) zu tätigen. Sie "bestraft" mich für den Auszug durch Machtspiele und gezieltes "Schlechtreden" gegenüber den Kindern.
Ich befinde mich aufgrund der Situation in Therapie.
Meine erste Therapie war eine reine Verhaltstherapie zum Thema "wer bin ich eigentlich auérhalb der Beziehung" - "Was will ich" - Selbstbewusstsein stärken, depressive Episoden überwinden, nach vorne schauen, in die Selbstverantwortung kommen usw.
Ich habe nun eine Anschlusstherapie bei einer Traumapsychologin, die sich auf "Innere Kindarbeit" konzentriert und sich gut in das Gefühlsleben meiner Kinder einfühlen kann.
Ich stecke in einem Dilemma.
Aufgrund meiner Beziehungserfahrungen, der wirkenden emotionalen Mechanismen der Beziehung und den weiter anhaltenden Einfluss meiner Frau auf mein Leben, wird in der Literatur die "Zero Contact" Strategie empfohlen. Das hat mir beenfalls meine letzte Therapeutin, meine Anwältin und Gott weiß wer noch empfohlen. Es fühlt sich für mich sehr gut an zu meiner Exfrau keinen Kontakt zu haben.
Die Traumapsychologin ist nun komplett anderer Meinung. Sie stellt folgende Hypothese auf:
Sie sagt, wenn ich meine Exfrau ablehne, lehne ich auch 50% der Kinder ab. Und die Kinder merken das (wohl anhand meiner Körpersprache, wenn es um "Mama" geht und fühlen sich dann verletzt. Sie nehmen unbewusst auch die Mutter in Schutz und finden es nicht gut, dass ich schlecht über sie urteile. Deshalb sollte ich:
- Ich sollte mich in das Gefühlsleben meiner Exfrau reindenken und versuchen Ihre Sichtweise zu verstehen
- Ich sollte Dankbarkeit dafür zeigen, dass Sie uns die beiden Kinder zur Welt gebracht hat und sich um sie kümmert.
- Prio 1 sollte für mich sein zu dieser Person eine wohlwollende, dankbare Haltung aufzubauen und mir sagen "Sie tut ihr Bestes im Rahmen IHrer Möglichkeiten"
- Dabei sollte ich versuchen mit dem was passiert ist abzuschließen und ihr zu vergeben
- Ich soll immer wieder versuchen auf Sie zuzugehen, den Kontakt zu halten, über die Kinder zu sprechen und ein freundschaftliches, wertschätzendes Verhältnis aufzubauen. Ich darf sagen, dass es eine sehr einseitige Nummer wird - Ich bemühe mich, stecke Energie rein, versuche alles richtig zu machen - woraufhin sich Exfrau dann in ihrer Großartigkeit bestätigt fühlt, mit mir umspringt wie es ihr gefällt, mich verletzt und das alte Beziehungsmuster wieder kommt.
Das Ganze soll dazu dienen eine positive innere Haltung aufzubauen. 1. Damit ich damit meinen Frieden finde. und 2. damit die Kinder merken, dass ich Ihre Mutter wertschätze und damit auch 100% der Kinder akzeptiere. Die Psychologin meint, dass die Kinder am Ende davon profitieren und bei mir "frei" sein können und sich nicht verstellen müssen und keine Angst haben müssen, wenn Sie was von Mamas zuhause erzählen. Es wäre sogar besser, wenn ich zugunsten der Kinder wieder in die Gegend in Ihren Lebensmittelpunkt ziehe und mich damit auch örtlich annähere - was die Gefahr birgt, dass meine Exfrau wieder Einfluss auf mein Leben nimmt.
Aber wie kann ich gegenüber jemanden eine positive Haltung und Wertschätzung aufbauen, wenn der Gegenüber Machtspiele treibt, emotional verletzt, demütigt und mich vor den Kindern schlecht redet?
Was haltet ihr davon? "Zero Contact" vs. "einseitig wertschätzendes Miteinander für die Kinder" und die Idee des Wohnungswechsels in die alte, emotional belastete, Heimat ?