Zitat von Depp1972:Ich weiss gar nicht, ob sie tatsächlich wahnsinnig viel reflektiert, vielleicht später mal wie du schreibst. Momentan beneide ich sie sogar fast: um die Leichtigkeit mit der sie so durchs Leben schreitet, während ich hier im Trennungsforum unterwegs bin und in meinem Hirn vor und zurück reflektiere.
Ich habe ja gesagt, dass ich dich sehr gut verstehe, wenn du wissen willst "Wie geht das?"
Fremdgeher verwenden ja fast immer gerne diese Standard-Lehrbuch-Fremdgeher-Sätze.
Einer davon ist z.B. "Das hatte mit dir/uns nichts zu tun" (Vielleicht hast du den ja auch schon gehört).
Dieser Satz beweist ja quasi die fehlende Selbstreflexion. Wenn jemand alles über Bord wirft, was eine Beziehung zusammenhält, dann hat das eben
sehr viel mit dem "uns" und dem "dir" zu tun. Mit wem denn sonst? Mit Angela Merkel, oder wem?
Selbstreflexion und Selbsterkenntnis bewahren einen doch gerade vor solchen immensen Fehlern. Ich beschreibe das immer so, dass man die Fähigkeit hat mal ein paar Schritte "zurückzutreten" und sich selber quasi von außen zu beobachten. Im Sinne von "Was mache ich hier eigentlich". Dann wird man auch ganz schnell erkennen, was sein eigenes Handeln für Folgen haben kann. Das ist ein ganz einfacher Akt der Bewusstseinswerdung.
Wenn man das aber nicht tut oder nicht kann, dann kann man einfach "fröhlich" durchs Leben schippern ("die Leichtigkeit mit der sie so durchs Leben schreitet") und wird immer wieder Situationen so leben, als wäre man alleine auf der Welt.
Ich glaube sie
können es einfach nicht erklären. Weil ihnen die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis fehlt. Und sie
wollen es ja auch nicht. Das hätte ja irrsinnige Folgen. Sie würden sich selbst in einem Licht sehen, was ihnen auf gar keinen Fall gefallen würde. Vielleicht würde es sie auch tatsächlich psychisch angreifen, diese Selbsterkenntnis. Das eigene Selbstbild wäre, wenn vollständige Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, ja vollkommen zerstört.
Und darum haben alle diese Gespräche nach einer Affäre immer diesen faden Unehrlichkeits-Beigeschmack. Weil sie sich selbst schützen wollen/müssen. Das kann man sich selber dann auch noch gut verkaufen als "Das tut meinem Partner zu weh"

Eigentlich müsste doch jeder Fremdgeher irgendwas in der Art sagen: "Ich habe das so genossen, es war so schön. Und du, unsere Beziehung, meine Versprechen, deine Gefühle, meine Weltanschauung und alles, was mir mal wichtig war, war mir einfach sch. . . egal. Meine Lust, meine Bedürfnisse standen über allem. Es ging um
mich, mein Ego".
Das ist nämlich genau das, was dieser Satz (Das hatte mit dir/uns nichts zu tun) aus Sicht des Fremdgehers meint "
Meine Frau hat mal zu mir gesagt "Ich dachte ich nehme dir doch gar nichts weg". Irgendwie sagenhaft so ein Satz.
Als ginge es hier um mein Auto oder irgendwas. Dass sie das einzigartige Band der exklusiven Intimität für immer "zerstört" hat, weil es eben ab da nie wieder exklusiv sein kann, versteht sie nicht.