Zitat von kata_smiles: Feminismus-Emanzenbild definieren/ erklären?
Meine Meinung: Es geht um die Auslagerung von Trauma, mal wieder an Frauen.
Also, was "all-men" anprangert, ist das Frauen nach wie vor Opfer von Gewalt, Benachteiligung und zB Mikroaggressionen werden, die Anzahl der Femizide spricht für sich. Klar ist, daß damit ja kein Vorwurf an einen ganz bestimmten individuellen Mann gemacht wird, sondern wir reden von einem strukturellen Problem. Die meisten Männer können das so wahrnehmen und sich zB ebenfalls für die Sache stark machen, manche Männer brauchen ein bissl um abstrahieren zu können, verstehen aber dann eben auch, daß es weder gegen sie persönlich geht, noch, daß damit negiert wird, daß nicht auch Gewalt gegen Kinder oder Männer statt findet. Ist vergleichbar mit dem BLM und all lives matter.
Und dann gibt es Männer, die haben ein Trauma erlitten, (zumeist eben durch Männer und zumeist Gewalt) für die ist die Vorstellung, in die Gruppe der Täter gepackt zu werden so unfassbar und auch so unaushaltbar, daß sich dies in Aggressionen äußert. Statt sich aber eben gegen diese Peinigern zu wenden, wenden sie internalisierte Muster an, weil deren Verhältnis zu Frauen im allgemeinen komplex und eben auch nicht immer unbelastet ist (zB. Jungs die in der Kindheit Gewalt durch erwachsene Männer erfahren und die Mutter kann diese nicht schützen).
Das Ende vom Lied ist halt, daß diese dann mit ausgesprochen großer (verbaler oder eben physischer, kommt beides vor) Aggression gegen eine Gruppe von Frauen agieren, weil sie Traumabearbeitung mal wieder an Frauen auslagern, wie eben Täter häuslicher Gewalt oft ursprünglich selbst Opfer waren.
Männliches (individuelles) Trauma geht eben immer berechtigten strukturellen weiblichen Protesten vor.