Zitat von Lebengehtweiter: Wenn ich den ersten 1.000 Seiten Roman gegendert lesen müsste nicht mehr.
Beim ersten gegenderten Blockbuster würde ich nach 5 Minuten mit Kopfschmerzen das Kino verlassen.
Mal ne Frage: Die Mehrheit lehnt gendern ab. Kann man das nicht akzeptieren?
Gestern hat jemand im Forum angeführt, daß selbst Kinofilme die Frauennamen tragen, vom Sprechanteil Männer bevorzugen, daß also Männer generell mehr Text und damit mehr Aussage zukommt, selbst wenn die Protagonistin eine Frau ist. Die Antwort war dann, dann schau halt einen anderen Film.

Was Deine Lesegewohnheiten oder die Kopfschmerzen angeht, ohne das irgendwie böse zu meinen, aber dann gerne noch mal für die hinteren Reihen: individuelle Befindlichkeiten sind völlig in Ordnung, aber kein Gegenargument, wenn es um die Beseitigung struktureller Benachteiligung geht. (warum Gendern wichtig ist, da verweise ich auf meinen Beitrag zu gestern
Zitat von E-Claire: Ich wollte noch mal auf die Genderdebatte zurück kommen, weil ich die ja ziemlich feiere.
).
Die Mehrheit lehnt also Gendern ab: Gendern möchte eine Zustand der jetzt besteht, verändern. Das bedeutet, daß der jetzige Zustand ja zunächst von ganz vielen als normal, gewohnt und damit psychologisch gesehen vorzugswürdiger erscheint.
Veränderung mit Lenkungsfunktion ist nie willkommen, frag mal nen Raucher nach Erhöhung der Tbk oder Rauchverbot in Lokalen (am Anfang total umstritten und schau, jetzt mögen das auch die Raucher ein bissl).

Daraus kannst Du aber nicht ableiten, daß der Zweck den die Veränderung sucht zu erreichen, nicht gewollt ist oder sinnlos.
Wenn mal wieder die Bildzeitung von einem besonders brutalem Verbrechen berichtet, dann wirst Du sicherlich eine Mehrheit für die Wiedereinführung der Todesstrafe finden, diese nicht wieder einzuführen, wäre also nach Deiner Argumentation auch wider der Demokratie?
Demokratie ist ein bissl mehr, als die Momentaufnahme der Mehrheitsmeinung eines Territoriums. Da in Deutschland nicht mal direkte Demokratie gilt, gab da so einen demokratisch legitimierten österreichischen Maler auf den man in Nachhinein gerne verzichtet hätte, ist das Argument eher ein schwieriges.
Aber ich habe da mal ne Gegenfrage: Sind dir Deine Kopfschmerzen von einem Film, den Du ja nicht unbedingt sehen musst, wirklich so viel wichtiger, als in der Sprache verankert zu sehen, daß der Chef auch im Mutterschutz war?