Zitat von BernhardQXY: Ich bin der Meinung dass kompetente Kinder das sehr wohl unterscheiden können, ob gut oder böse.
Hmm. Veto. Mir ist jetzt auch ein bisschen unklar , wie du das genau meinst. Dass sie, wenn sie belästigt/misshandelt/missbraucht werden, wissen, dass das nicht Ordnung ist? Ich denke, dass wissen die wenigsten. Und vor allem, sind diejenigen, denen nicht klar ist, dass da etwas passiert, das nicht sein darf und nicht nicht rechtens ist, ja dennoch betroffen.
🤷🏻♀Zitat von BernhardQXY: Denn die größte Gefahr droht Kindern aus dem Kreise der Vertrauenspersonen.
Jein. In den meisten Fällen ja, da gebe ich dir Recht. (Hier würde übrigens in meinen Augen deine Rechnung mit Gut und Böse nicht aufgehen. Durch das Vertrauen wird aus Böse schnell zumindest ein „das ist schon irgendwie okay“.) Aber leider ist es Realität, dass die @rschlöcher genau dort zu finden sind, wo Kinder sind. Kita, Schule, Spielplatz….
Zitat von BernhardQXY: Und das fängt schon im kleinen an. Gib der Oma ein Küsschen geht gar nicht. Wird aber sehr oft praktiziert.
Oder ohne Anklopfen ins Kinderzimmer plauzen
Oder ins Taschentuch spucken, um den Mund abzuputzen.
Oder oder oder
Was ich auch schrecklich finde, Kindern ihre Empfindungen abzusprechen. „Ach Quatsch, das tut doch gar nicht weh. Der Pullover KANN doch gar nicht kratzen. Fühl doch mal, wie kuschelig weich der ist.“ was ich auch immer wieder unterwegs sehe, dass Kinder mit Essen beruhigt werden bei Kummer, abgelenkt oder bespaßt. Also schon die gesteigerte Variante, sich selbst nicht spüren zu dürfen. Dann haben wir natürlich noch on top die Bestrafung, wenn das Kind Bedürfnisse und Gefühle äußert oder signalisiert. Sei es Wut, Trauer oder gar Freude (das ist dann wohl die sadistischste Form).
Nicht falsch verstehen, ich gehöre nicht der Helikopter-/Wattebauschfraktion an. Hineinsteigern ist für das Kind ebenfalls nicht lehrreich, aber es darf eben nach Außen tragen, wo im Innern der Schuh drückt + Erfahrung, dass darauf angemessen reagiert wird.
Ebenso darf es weinen/wüten OHNE getröstet werden zu wollen und dass mit sich selbst ausmachen zu dürfen. Wenn da nur nicht die Leute wären, die sich mal wieder was denken und zu gerne auch noch einmischen. „Wollen Sie Ihr Kind gar nicht in den Arm nehmen, es weint gerade?!“ „Nein, mein Kind möchte das gerade nicht. Aber wenn es Ihnen damit besser geht, kann ich ja Sie kurz in den Arm nehmen.“