Ich lese ab und zu mit und ich hoffe, ich hab nichts in den falschen Hals bekommen...
Zitat von Doppelherzchen: Regretting Motherhood - ist zwar Tabu, aber dennoch existent. Leider. :-/
Ich finde, du stellst das falsch dar. Hast du dich damit mal ausgiebig beschäftigt?Es gibt dazu ne ganz gute, aber sehr kurze Doku auf ZDF, wenn du magst.
Regretting motherhood ist in unserer Kultur absolut tabuisiert. Da geht es aber nicht darum, ob diese Frauen ihre Kinder lieben. Das tun sie nämlich alle. Es geht vielmehr darum, dass Mutterschaft so dargestellt wird, dass dies die Erfüllung für eine Frau ist und das ist absoluter Blödsinn. Es gibt sehr viele Frauen, die nicht nur Mütter sein wollen, sondern auch eine Karriere haben, in den Urlaub fahren wollen ohne Kinder, sich selbst außerhalb von Mutterschaft verwirklichen möchten. Das ist in unserer Gesellschaft noch immer nicht möglich, ohne eine "Rabenmutter" zu sein. Rein statistisch machen Frauen noch immer den Großteil der Elternzeit, reduzieren häufiger ihre Arbeitszeit und übernehmen den Löwenanteil an der Kinderbetreuung. Regretting motherhood weist auf diesen Umstand hin, dass Frauen über viel weniger Ressourcen verfügen plötzlich wenn sie Mutter werden. Dieser Ressourcenverzicht haben Väter nicht in dem Maße, wenn wir erstmal von einem Wlternpaar ausgehen, das zusammen bleibt. Stattdessen haben sie es schwer, ihrem Arbeitgeber zu verklickern, dass sie ihre Arbeitszeit zugunsten der Kinder reduzieren oder Kind krank Tage zu nehmen.
Regretting Motherhood hat also was mit dem sichtbar machen zu tun, dass Ressourcen auf einmal nicht mehr da sind und die Frauen für die Kinder massiv verzichten. So massiv machen das Männer in unserer Kultur statistisch gesehen nicht.da ist auch keiner ein Rabenvater, wenn er in den "Männerurlaub" fährt.
Ganz ehrlich? Ich finde es schlimm, dass mir als Frau suggeriert wird, nur ein Kind würde mein Glück ausmachen und nicht noch Freunde, Freiheit und mein Job.
Trotzdem kann ich meine Kinder lieben.