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Habt ihr gar kein schlechtes Gewissen?

GarstigeGräte
@Maribelle

Um ehrlich zu sein: Ich finde es zunehmend ermüdend, mich mit den persönlichen Befindlichkeiten anderer, die bei jeder klaren Ansprache versteckte Kritik oder Herabsetzung wittern, auseinander zu setzen. Hätte ich die TE abwerten wollen, so kann ich dir versichern, dass dies aus meinem Post unmissverständlich hervor gegangen wäre, da ich in diesem Fall sehr direkte Worte gewählt hätte. Du wirst nicht erleben, dass ich mich hinter vermeintlich wohlwollenden Beiträgen verstecke, um der Person hintenrum einen rein zu drücken.

Dass der TE ihr eigenes Wohlbefinden wichtiger ist als das der EF des AM ist weder Spekulation noch Abwertung, sondern logische Schlussfolgerung ihres Handelns. Das ich zwar bewertet, aber an keiner Stelle verurteilt habe. Im Gegenteil: Ich halte es für menschlich, manchmal egoistische Entscheidungen zu treffen, auch wenn man jemanden anderen damit verletzt. Ich bin der Meinung, dass ich dies mit meiner Aussage "Manchmal ist sich halt jeder selbst am Nächsten" deutlich ausgedrückt habe.

Denn das ist so. Niemand kann sich davon freisprechen. Du nicht, ich nicht und auch kein anderer.
Dennoch ist und bleibt es in Fällen wie diesen egoistisch und das benenne ich dann auch so.
Warum du meine Aussage als Spitze gegen die TE interpretierst, weiß ich nicht und der Grund ist mir auch egal.
Ich halte jedenfalls nichts davon, sein eigenes egoistisches Verhalten durch Wischiwaschi zu verschleiern. Dann steht man halt dazu und gut ist. Dass ich diese Verantwortung von anderen weder erwarten noch einfordern kann, ist mir bewusst, hindert mich aber nicht daran, meine Sicht darauf zu äußern.

Und ja, die Posts von @Kaffee-Eulchen strotzen vor Schönfärberei und Relativierungen, um ihr Handeln -und das ihres AM- zu rechtfertigen. Ich unterstelle ihr dabei aber weder Bosheit noch Gewissenlosigkeit, sondern "Betriebsblindheit" aufgrund emotionaler Betroffenheit. In einem anderen Beitrag von mir habe ich betont, dass ich ähnliche Gedankengänge aus eigener Erfahrung kenne. Ist man emotional involviert, entwickelt das Hirn scheinbar ein Eigenleben und bastelt sich Scheinargumente zurecht, die man -egal wie sinnfrei sie von außen betrachtet sind- tatsächlich selber glaubt.
Trotzdem -oder vielleicht auch gerade deswegen- finde ich es nicht zielführend, bloß zu sagen: Ja, du, kenn ich, fühl ich*kopftätschel*, sondern sie auf ihren blinden Fleck hinzuweisen.

Die TE selbst war es übrigens, die ihr schlechtes Gewissen ins Spiel gebracht hat. Zweifel darüber erlaube ich mir angesichts der Schilderungen dennoch zu äußern; ebenso wie die wahren Motive hinter ihren Aussagen zu hinterfragen, wenn mir Worte und Taten nicht kongruent erscheinen.
Für mich spielt der Faktor Zeit in Bezug auf die Erstellung des Fadens auch keine Rolle. Ich halte die TE für in der Lage, rational sehr schnell zu begreifen. Verinnerlichung und Umsetzung sind ein anderes Paar Schuhe, auf das ich mich nicht einmal bezogen habe.

Die Aussage, trotz des Wissens herausfinden zu wollen, wie es ausgeht, sagt aber eben auch aus, dass es nicht (allein) ums Nicht-Können geht, was die sofortige Beendigung der Affäre betrifft, sondern auch und vor allem ums Nicht-Wollen.
Ja, passt doch. Wenn sie nicht will, ist das auch ok für mich. Das wäre dann wenigstens ehrlich. Aus meiner Sicht braucht man sich dann aber auch kein schlechtes Gewissen einzureden, weil man vielleicht denkt, dass man Gewissensbisse haben sollte oder dass sie irgendetwas besser machen.

Sollte ich mich bei der Erstellung meines Antwortbeitrags auf eine veraltete Aussage bezogen haben, habe ich womöglich etwas überlesen. Passiert. Ich bin auch nicht fehlerfrei.

Dennoch bleiben meine Aussagen im Grundsatz so bestehen. Bewertend, aber nicht mit der Intention zu verurteilen.
Wer meine Aussagen trotzdem als abwertend empfinden möchte, darf es gerne tun. Kann ich dann nämlich auch nicht ändern.

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Ragna
Zitat von Ameise_78:
Das stimmt, die zwei Jahre Schonfrist, die er sich von Anfang an ausbedungen hat, in Kombination damit was er zur TE sagte, lassen absolut nicht ...

Kinder als Argument für den fehlenden Mut zu missbrauchen, na ja muss man wollen.
Natürlich wird er rechnen was ihm bleibt, wenn er die Ehe verlässt, das kann mitunter schon sehr ernüchternd wirken und die Schmetterlinge schnell vertreiben.
Dann soll er wenigstens ehrlich sein und der TE sagen, dass es nicht zu finanzieren ist und er kein Leben in "Armut" oder von ihr finanziell abhängig sein möchte.
Eine Trennung, Scheidung inkl. Unterhaltszahlungen muss Mann sich leisten können, so ist das, da ist man erst einmal verhaftet.
Daher laufen viele Affären so, wie sie laufen, man schafft sich eine Oase um vom grauen Alltag entfliehen zu können, zumindest temporär.

#452


sonntag_morgen
Zitat von Wasabix:
Genau. Und dafür braucht man eben Zeit: anders zu fühlen. Damit man anders handeln kann. Und am Anfang wackeln Herz und Verstand oft wie ein Lämmerschwanz

Nein, man muss nicht seinen Gefühlen folgen. Man kann entgegen seinen Gefühlen handeln.

Ich will manche Sachen nicht machen, schaffe es aber doch diese zu tun.

Ich glaube sogar, das Gegenteil ist der Fall: Gefühle folgen dem Handeln.

#453