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Habt ihr gar kein schlechtes Gewissen?

DiesDasAnanas
Zitat:
Das ist jetzt wahrscheinlich wieder klassische Affairentaktik aber er sagt, er möchte warten, bis sein Sohn 18 ist. Falls sie eine krumme Nummer versuchen würde, könne der Sohn dann alleine entscheiden, ob er Papa sehen möchte oder nicht.

Auch für dich als Hinweis.
Beschäftige dich bitte mal mit dem Begriff Future Faking.
In einer Affäre passiert es sehr häufig, dass der gebundene Affärenführer seiner Affäre falsche Versprechungen gibt. Gerade was den Zeitpunkt der Trennung betrifft passiert das ganz häufig. Es wird irgendein Event, Anlass, Ereignis ...Zeitpunkt in eher ferner als naher Zukunft genannt, welches zum Abwarten genannt wird und erst dann kann er sich angeblich trennen. Rückt dieser genannte wichtige Grund dann in nähere Zukunft oder ist eventuell sogar schon verstrichen, wird der Zeitpunkt zur Trennung vom Ehepartner aus irgendwelchen anderen mal mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen nach hinten verschoben.
Also deine Sorgen welche Gründe als nächstes kommen, sind durchaus berechtigt.

Zumal mir der lange Zeitraum 2 Jahre(!) alle Haare zu Berge stehen lässt.
Er hat also vor die Affäre min. 2 Jahre laufen zu lassen....und du würdest das wirklich nicht als skrupellos bezeichnen?

Zitat:
Seine Gründe: a) die Kinder, die noch zu Hause wohnen. b) seine finanzielle Situation. c) er will ihr nicht weh tun. d) ihm fehlt der Mut. Tja... Ich kann das Meiste nachvollziehen. Ich weiss, es ist schwer, das Gewohnte, "Sichere" zu verlassen und neue Wege zu gehen. Und dass Wohnungen ordentlich was an Miete kosten, weiss ich auch. Immerhin gibt er zu, dass ihm der Mut fehlt. Dass er Angst hat, wie sie reagiert, wenn er sich trennt. Dass er Angst hat, sie würde ihm den Umgang mit dem jüngeren Kind (das andere ist schon erwachsen) erschweren.

Zu seinen Gründen:
A)
- Der Sohn wird wahrscheinlich auch nicht direkt am Tag nach seinem 18. Geburtstag ausziehen. In zwei Jahren wohnt also immernoch min. 1 Kind daheim.
- Bei vielen Ehen die geschieden werden, wohnen noch Kinder -auch deutlich jüngere Kinder- daheim. Da ist eine Scheidung dennoch möglich. Auf was ich aber eigentlich hinaus will ist der nächste Punkt.
- Gibt es hierfür mehrere Lösungen, selbst wenn diese nicht so weit verbreitet sind. Nestmodell oder die Familie bleibt im gemeinsamen Haus und es entsteht vorrübergehend bis die Kinder flügge werden eine Eltern-WG. Zugegeben beide Elternteile müssen dem zustimmen. Kann auch sein das seine Frau eine Eltern-WG oder das Nestmodell ablehnt. Allerdings startet er ja nichtmal den Versuch. Außerdem verbaut er sich durch sein Verhalten (Affäre) die Möglichkeit das solche alternativen Lösungen überhaupt ernsthaft von der EF in Betracht gezogen werden.

B) Okay, ich kenne seine finanzielle Situation nicht. Deswegen kann ich jetzt nicht so viel dazu schreiben.
Nur die Frage: Was genau ändert sich in 2 Jahren an seiner finanziellen Situation? Das er weniger Unterhalt zahlen muss?- Weil bis zur abgeschlossenen Ausbildung spätestens jedoch bis zum 24.(?) Lebensjahr ist er trotzdem unterhaltsplichtig.

C) "Er will ihr nicht weh tun." Dazu hatte ich ja schon in meinem ersten Post geschrieben. Ach Gott, der Gutmensch.....wie nett von ihm....aber zwei weitere Jahre Lug und Betrug ist okay...ja, ist klar.
Er will sich der Verantwortung und Konsequenzen nicht stellen...das trifft es eher.
Mag sein das es ihn womöglich nicht ganz kalt lässt, wenn er die Trennung ausspricht und sie erstmal den emotionalen Halt verliert. Verlassen zu werden schmerzt immer. Eine saubere Trennung ist doch aber immer besser, als das was er vorhat. IHR also seiner Frau tut er damit, mit der Affäre und das jahrelange hinauszögern der Trennung, nämlich keinen Gefallen. Dir oder euch im übrigen auch nicht, denn je länger die Affäre läuft desto tiefer verstrickt er sich in Lügen und anderen Dingen um die Affäre weiterhin geheim zu halten. Lügen, Täuschungen und Enttäuschungen werden mit der Zeit im übrigen auch in eurer Affäre Einzug erhalten, denn wenn du jetzt schon merkst, dass du dieses Konstrukt verstäbdlicherweise nicht leben willst- erst Recht nicht jahrelang- wird er auch dir gegenüber kreativ werden müssen um dich zu halten.

D) Ihm fehlt der Mut...und du glaubst den findet er dann in zwei Jahren? Oder ist es nicht eher viel wahrscheinlicher das er sich innerhalb der nächsten zwei Jahre bequem in der Mitte zwischen euch zwei Frauen eingefunden hat und gar nicht mehr die Notwendigkeit für eine Trennung sieht. Er hat ja dann alles was er will, nämlich das Beste von beiden Frauen.

Zur Angst die Ex würde ihm den Umgang mit dem Kind erschweren --> Es gibt Fachanwälte für Familienrecht. Die Ehefrau kann ihm den Umgang mit seinem Sohn nicht verweigern, es sei den es wäre notwendig (Kindeswohlgefährdung) das entscheidet aber nicht die EF, sondern ein Gericht und das ist in eurem Fall ja vermutlich kein Thema. Die Betreuungsregelung wie oft er die Kinder sieht kann ebenfalls über den Anwalt geregelt werden. Es besteht also gar nicht die Gefahr, das die EF ihm den Umgang erschwert. Zusätzlich ist das Alter des Sohnes sehr von Vorteil. Der Junge ist 16 (!) Jahre alt und kein Kleinkind mehr. Bei einem Kleinkind läuft die Kommunikation tatsächlich viel zwischen den Eltern, aber bei größeren Kindern sieht das anders aus. Ich denke wir dürfen alle davon ausgehen das sein Sohn mit seinen 16 Jahren wohl schon seit längerem ein Handy besitzt? Falls nein wäre das doch ein toller Grund ihm ein eigenes Handy zu besorgen.
Der Vater kann über Handy und/oder andere Social Media Kanäle Kontakt mit seinem Sohn halten und sich verabreden.
Meine Eltern haben sich scheiden lassen, da waren meine Schwester und ich so 10 und 11 oder 9 und 10...bin mir nicht mehr ganz sicher. Aber sobald wir Handys hatten chatteten und telefonierten wir auch selbstständig mit unserem Vater. Das Problem bei uns -im übrigen auch bei vielen anderen in der Situation- war nach der Scheidung nicht meine Mutter, sondern das vorrübergehend fehlende Interesse meines Vaters an uns, denn der beschäftigte sich lieber erstmal mit anderen Dingen als mit seinen Kindern.

Mit 16 Jahren sind Jugendliche sehr wohl in der Lage sich selbst ein Bild von der Situation zu schaffen. Ja, die Trennung wird trotzdem hart - für alle- aber man kann einem 16 jährigen Teenager eine Trennung eben anders erklären als einem Kleinkind. Ein Teenager versteht vlt. schneller oder findet vlt. schneller Verständnis dafür, wenn sich aus fehlender Liebe respektvoll und ehrlich trennen. Denn dann sieht er trotzdem den respektvollen Umgang beider Elternteile miteinander oder dad auch trotz beendeter Liebesebene eine andere und dennoch gute Elternebene daraus resultieren kann.

Selbstständig mit seinem Sohn telefonieren oder schreiben kann er, wenn sein Sohn 16 oder 18 ist, aber folgendes solltest du ihn mal Bedenken lassen:
Das größte Problem ist nicht seine Ehefrau, sondern was sein Verhalten aus ihm als Mensch und Vater macht.

Das größte Problem schafft er sich selbst, nämlich wie und was seine Kinder von ihm halten. Was glaubst du empfinden seine Kinder oder gezielt sein Junger Sohn, wenn die Affäre innerhalb der nächsten 2 Jahre versehentlich auffliegt. Ist ihm da jemals der Gedanke gekommen, dass nicht seine Ehefrau den Kontakt zu den Kindern sabotiert, sondern die Kinder keinen Kontakt wollen?
Und das Verbindung/Beziehung zu seinen Kindern eben genau wegen seiner Affäre und dem Umgang mit deren Mutter stark belastet wird oder sogar zerbricht?

Verschwundene bzw. fehlende Gefühle sind bedauerlich und traurig, aber dafür kann niemand etwas, es lässt sich mit der Zeit leichter akzeptieren, aber zu erfahren das ein Elternteil bewusst die Entscheidung getroffen hat den anderen so schäbig zu belügen und zu betrügen..das macht schon auch was mit Kindern und da sollte er sich mal wirklich fragen, ob die zwei weiteren Affärenjahre wirklich zum wohle der Kinder ist oder am Ende doch nur für sich selbst.
Den so als Kind hätte ich das keinem meiner Elternteile gewünscht.








Du setzt dich selbst in eine sehr ungünstige Ausgangslage. Den mal angenommen -was ich mir für dich und die Ehefrau nicht wünsche- du würdest den Wahnsinn tatsächlich zwei Jahre durchziehen. In der Zeit entsteht eine enge emotionale Verbundenheit, die Gefühle bei dir sind gewachsen, du hast viel Zeit-Energie-Gefühle investiert, hast an vielen Stellen zurückstecken müssen oder nur die Krümmel abbekommen. So und jetzt trennt er sich nicht, ihm gehts ja gut so wie die Sitiation ist, da entsteht mal ganz schnell und unbemerkt ein Machtgefälle zu deinen Ungunsten. Denn dann müsstest du ja "immer ganz lieb sein", damit sich der Herr mit dir auch ganz sicher ist und sich vlt. erbarmt seine Frau für dich zu verlassen. Kannst du wirklich mit 100% Sicherheit sagen, dass du nicht versehentlich doch in diesen 2 Jahren durch dein großes Investment irgendwo emotinal abhängig wirst oder das du dann tatsächlich noch die Bereitschaft hast zu sagen "Verdammt. Jetzt habe ich soviel Zeit, immerhin 2,5 Jahre meines Lebens, Energie, Emotionen in diesen Mann investiert, aber egal, ich kann jetzt einfach gehen und das hinter mir lassen. Es führt zu nichts."
Ich schreibe das deswegen, weil wir hier einfach auch schon viele Geliebte gelesen haben, die unbewusst in eine Abhängigkeit gerutscht sind oder bereits schon so viel investiert haben das sie nicht mehr loslassen konnten. Das war ein langer Kreislauf der sich immer wiederholt hatte bis sie endlich den Absprung aus der Affäre gefunden haben. Am Ende gabe es viele vergeudete Lebensjahre zu betrauern und ich denke wir würden dir das gerne ersparen.

x 4 #91


M
Ich möchte mal was etwas Anderes schreiben. Ich finde es falsch, Affärenfrauen oder -männern die Verantwortung oder Schuld für eine Affäre zu geben oder auch nur einen Teil. Warum? Es ist ausschließlich der betrügende Ehepartner/-in, der die volle Verantwortung hat.

Ich hab gleichzeitig noch nie verstanden, warum jemand eine Affäre beginnt, also z. B. als Single mit einer gebundenen Person. Es scheint Menschen zu geben, die entspannt ausblenden, dass sie Teil eines Betrugskonstrukts sind, oder denen das egal ist. Das ist deren Sache, ich find's seltsam, aber trotzdem siehe oben: Verantwortung hat der/die Betrügende. Ich wollte es nicht, weil: Werte.

@Kaffee-Eulchen : Verantwortlich bist Du nicht für die Ehefrau Deiner Affäre. Aber offenbar hast Du Werte, die Dein Affärenmann nicht hat. Vielleicht bist Du sogar überrascht, wie durchsichtig die "Argumente" Deines AM gegen eine Trennung sind, die Du erstmal nachvollziehen konntest.
Zitat von DiesDasAnanas:
Zeigt doch sehr deutlich das du derzeit gegen deine eigenen Werte handelst.

Scheint mir auch so.

Und ich fände interessant, was passiert, wenn Du genau darüber mit Deinem AM sprichst. Und nicht tust, als ob Du mit dem Konstrukt einverstanden bist. Meine Trennung ist einige Jahre her, ich habe in der Zeit danach einige flirtbereite Männer kennengelernt (übers Hobby, also live): Es gab einige, die von "ewig zusammen, nur noch WG" erzählt haben. Ich hab beim Kaffee-Treffenwunsch gefragt, ob wir das bei ihm zuhause machen könnten und ich vielleicht auch seine Frau kennenlernen könnte. Tja, nun ...

Zwei Sachen noch:

Ich habe in den ersten Thread reingelesen, Verfügbarkeit ist vielleicht nicht das Thema?
Zitat von Kaffee-Eulchen:
Nein, ich denke nicht, dass ich Bindungsangst habe. Hatte vor dem Ami 27 Jahre lang eine Beziehung.


Und das:
Zitat von DiesDasAnanas:
Und das Verbindung/Beziehung zu seinen Kindern eben genau wegen seiner Affäre und dem Umgang mit deren Mutter stark belastet wird oder sogar zerbricht?

... war bei uns genau so.

Schöne Grüße an Deine Affäre: Meine erwachsenen Kinder waren bei Trennung schon aus dem Haus, aber haben Werte. Die gute Beziehung zu ihrem Vater ist kaputt, mein Sohn verurteilt die Affären heute noch. Ich finde das traurig, weil mein Ex ein super Vater war (wir hatten z. B. Arbeit und Betreuung geteilt). Meine Kinder wissen, dass die Trennung letztlich richtig war, ändert nichts, der Betrug wird dadurch nicht besser für sie.

#92


A


Habt ihr gar kein schlechtes Gewissen?

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Mariaa89
Zitat von Maribelle:
Ich möchte mal was etwas Anderes schreiben. Ich finde es falsch, Affärenfrauen oder -männern die Verantwortung oder Schuld für eine Affäre zu geben oder auch nur einen Teil.

Das sehe ich zwiegespalten..Vielleicht auch, weil es bei mir noch so frisch ist... Die Schuld für das Drama liegt alleine beim betrügenden Part, das sehe ich auch so.. Allerdings empfinde ich null Respekt vor der Frau, und ja auch Hass, die mit meinem Mann so lange zeit geschlafen hat,sich dann noch an meinen Küchentisch gesetzt hat und meine Weihnachtageschenke für ihn eingepackt hat. 🤷‍♀

Ich denke das man als Ehefrau genauso das Anrecht auf solche Gefühle hat, wie die Affärenfrau, die sich so unfassbar in einen verheirateten Mann verliebt und ihn aus seiner furchtbaren Ehe mit dem Hausdrachen retten möchte, dass sie nicht mehr nein sagen kann....

Ich denke, dass beide Seiten da ihre Gefühle nicht immer im Griff haben können, müssen, sollten...Was auch immer .. 🤷‍♀

x 1 #93


Winza
Zitat von DiesDasAnanas:
Auch für dich als Hinweis. Beschäftige dich bitte mal mit dem Begriff Future Faking. In einer Affäre passiert es sehr häufig, dass der gebundene ...

Dieser Beitrag ist perfekt. Danke dafür!

#94


Hola15
Zitat von Maribelle:
viele flirtbereite Männer kennengelernt hatte: Es gab einige, die von "ewig zusammen, nur noch WG" erzählt haben

Mein Eindruck ist ja, dass es einfach die Kategorie Männer gibt, die eine Affinität zum Fremdgehen haben. Im Bekanntenkreis einige, die ihre Frau nie verlassen wollen würden, aber trotzdem gern mal ONs oder Affären haben. Dann Männer die keinerlei „Klammern“ wie Kinder, Haus, nicht mal gemeinsames Wohnen haben, aber trotzdem gern fremdgehen, zweimal wurde ich von jungen Burschen angemacht die gerade geheiratet und ihre schwangere Frau daheim hatten … da müsstest dir ja denken, ok die Schwangerschaft, aber im Prinzip haben die ja gerade erst JA zueinander gesagt,… Liste lässt sich fortsetzen. Die WG- Ehe mag es als Anlass geben, aber daran das eine Beziehung kaputt oder tot sein muss um zum fremdgehen zu animieren, glaub ich schon lange nicht mehr.

Dieser hier hört sich auch nicht so an als mache er das zum ersten Mal.

#95