Zitat von mirila: Ich habe ihm scheinbar in der Beziehung gar nichts gegeben? Traurig eigentlich
Was für ein Unsinn! Wieso solltest Du ihm nichts gegeben haben? Du hast ihm eher zu viel gegeben, mehr als er ertragen konnte und daher ist er ja weg. Du hast gegeben, er hat genommen, sofern er es konnte und wenn er gerade wieder im Nähemodus war, aber es wuchs ihm alles über den Kopf und dann sieht er als Mittel nur die Flucht und damit die Trennung.
Egal, was Du gegeben hast, aktive Bindungsvermeider sabottieren Beziehungen. Erst geht es langsam an und Partnerin fühlt dass sich was verändert hat und damit hält schon mal eiine Verunsicherung Einzug, die man sich erst klein redet. Ach was, ich sehe wieder mal Elefanten, wo nur eine Mücke unterwegs ist! Ich bewerte seine Rückzugsmanöver über und es ist ja normal, dass in einer Beziehung so was wie Alltag einkehrt.
Und dann merkt man irgendwann, dass das nicht eingebildet war, sondern die ersten Vorboten seines inneren Rückzugs und der wächst mit dem Verhalten der Partnerin, die anfängt zu drängen, zu klammern, unbequeme Fragen zu stellen.
Nein, es ist nichts, was soll schon sein, sagt er und gibt damit zu erkennen, dass ihm die Fragerei lästig ist. Es kommen die ersten Abwiegelungsmanöver. Stell dich nicht so an, nein, es ist doch alles wie es war.
Und Partnerin lässt sich wieder einlullen.
Das Ganze läuft iwann wie ein Automatismus ab. Er geht auf Rückzug, Du trabst hinterher, er kommt zurück und es sieht alles wieder wundervoll aus. Dann geht er wieder auf Distanz und Du hechelst hinterher usw. Eine Choreografie ohne Ende, bis sie einer endlich beendet. Nur ein Happy End gibt es nicht.
Wie das dann weitergeht, weißt Du.
Dass Du getrennt bist, wird zu einer Erlösung werden, auch wenn Du es noch nicht so fühlst. Und die zweite Therapeutin scheint Dich zumindest ernst zu nehmen. Die erste redet ja einen Blödsinn und mutmaßt, dass seine Mutter dahinter steckt. Also es gibt Leute, die sich Therapeuiten nennen, aber es nicht sind. Woher will die so was wissen, wenn sie die Umstände gar nicht kennt? Nicht zu glauben. Dann soll sie halt gleich sagen, dass sie voll ist und keine neuen Klienten mehr nimmt. Bücher kannst Du Dir selbst auch suchen, aber lesen allein hilft halt nicht.
Verlass Dich nicht voll auf eine Therapeutin.Die kann Dir den Schmerz NICHT nehmen und er wird Dich eine Zeitlang begleiten. Aber Geduld brauchst Du schon. Es dauert ... und dauert ....
Aber auch bis zu einer Therapie ist es ein Weg. Vorgespräche in denen man abcheckt, ob Therapeut und Patient zusammen passen und dann muss das ja auch bezahlt werden. Wenn die Krankenkasse das übernehmen soll, braucht es eine Diagnose, aber ich bin mir nicht sicher, ob Therapeuten die stellen können.