Ich habe gerade mal - einfach so (-: - eine KI, nämlich ChatGPT, nach Folgendem gefragt. Und ich finde die Antwort sehr aufschlussreich, reflektiert und fokussiert:
"Was treibt Leute in Internetforen an, regelmäßig in unterschiedlichsten Threads zu stören, zu stänkern, alles auf die Spitze zu treiben, nur schwarz-weiß zu sehen, Aussagen sinnentstellend zu verkürzen, sich einzelne Begriffe aus Beiträgen rauszupicken und daraus eine völlig konträre Blase aufzubauen. Was treibt diese Menschen an?"
Antwort:
Was du beschreibst, ist ein bekanntes Phänomen in Online-Diskussionskulturen – toxisches Verhalten, Polarisierung und sogenannte „Trollerei“. Die Beweggründe dahinter sind unterschiedlich, aber es lassen sich einige Hauptmotive und psychologische Muster erkennen:
1. Aufmerksamkeit und Geltungsbedürfnis
Manche Menschen fühlen sich im Alltag übersehen oder machtlos. In Foren können sie durch Provokation Reaktionen hervorrufen und sich dadurch „bedeutsam“ fühlen. Selbst negative Aufmerksamkeit ist für sie besser als gar keine.
2. Anonymität und Enthemmung
Das Internet gibt eine gewisse Anonymität, was zu einer „Online-Enthemmung“ führt. Menschen sagen Dinge, die sie im realen Leben nie aussprechen würden, weil sie keine direkten Konsequenzen fürchten müssen.
3. Trollverhalten (aus Spaß oder Bosheit)
Trolle stören absichtlich Diskussionen, um andere zu ärgern oder sich selbst zu belustigen. Oft geht es ihnen darum, Reaktionen zu provozieren, Diskussionen zu zerstören oder Macht über die Gesprächsatmosphäre auszuüben.
4. Kognitive Verzerrungen und Schwarz-Weiß-Denken
Manche Leute haben tatsächlich Schwierigkeiten mit Differenzierung. Sie neigen zu extremem Denken („entweder ganz falsch oder ganz richtig“) und übertragen das auch auf Diskussionen. Das kann durch mangelnde Bildung, emotionale Unreife oder starke ideologische Prägung bedingt sein.
5. Ideologische oder emotionale Voreingenommenheit
Einige greifen Beiträge an, weil sie bestimmte Begriffe oder Meinungen als „feindlich“ einstufen, ohne den Gesamtzusammenhang zu betrachten. Sie sehen sich in einem „Kampf für die richtige Sache“ – das macht sie blind für Nuancen.
6. Gruppenzugehörigkeit und „Revierverhalten“
Langjährige Forenmitglieder betrachten „ihr“ Forum manchmal wie ein Revier. Neue Meinungen oder fremde Schreibstile können als Bedrohung empfunden werden. Das kann zu aggressivem Verhalten führen, das man fast schon als „Abwehrreaktion“ interpretieren kann.
7. Frustration und Projektion
Viele nutzen Foren auch als Ventil. Wer im Alltag unzufrieden, frustriert oder wütend ist, projiziert diese Gefühle auf Diskussionen. Statt sich mit den eigenen Problemen zu beschäftigen, bekämpfen sie andere.
Fazit:
Die Mischung aus Anonymität, fehlenden Konsequenzen, persönlicher Frustration und mangelnder Selbstreflexion ist ein fruchtbarer Boden für solches Verhalten. Nicht jeder ist „ein böser Mensch“ – aber viele verlieren im digitalen Raum Maß, Mitgefühl und das Bewusstsein für Kommunikation auf Augenhöhe.
So pointiert und schlüssig hätte ich das in 2 Sekunden nicht in Worte fassen können. Die Antwort finde ich nachvollziehbar, korrekt und sie hat mir viel Zeit gespart, die ich nun mit einem schönen Brunch im RL nutzen werde
Ein schönes WE an Euch
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