Nik92
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Zu meiner Geschichte:
Ich bin Anfang 30, männlich, recht attraktiv, körperlich gesund, beruflich sowie finanziell überdurchschnittlich aufgestellt, und wohne ohne vorherige „Altlasten“ in einer modernen Wohnung. Grundsätzlich dürfte es mir an nichts mangeln.
Ich war zuvor zwei Mal in meinem Leben verliebt. Es kam allerdings nie zu einer Beziehung. Dieser Umstand war jedes Mal aufs Neue sehr hart für mich zu verarbeiten, doch mit der Zeit heilten alle Wunden. Ich konzentrierte mich folglich auf meine Karriere und wurde allmählich beruflich erfolgreich. Meine männlichen Bedürfnisse stillte ich mit kurzfristigen Arrangements, die stets auf Gegenseitigkeit beruhten.
Dann, im vergangenen Spätfrühling, traf ich eine fast gleichaltrige Frau auf einer mehrtägigen geschäftlichen Veranstaltung. Wir unterhielten uns zwei Abende ununterbrochen - über unseren Beruf, unsere Lebensgeschichte, über beinahe jedes erdenkliche Thema. Unser Umfeld nahmen wir hierbei gar nicht wahr. Während alle anderen abends tanzten und feierten, tranken wir zusammen Wein und Fruchtsäfte. Ich war schockverliebt!
Dieses Gefühl empfand ich zuletzt vor etwa sieben Jahren. Beinahe hatte ich vergessen, so für einen Menschen fühlen zu können. Auch sie empfand nicht minder für mich, wie sie mir Wochen später gestand.
Nach dem Ende der Veranstaltung fuhr ich unglücklich nach Hause, eine so unheimlich attraktive und sinnliche Frau in meinem Leben verpasst zu haben. Sie war an einen anderen Mann vergeben und das versuchte ich zu respektieren.
Doch es kam ganz anders: Zwei Monate später wurden wir ein Paar - meine erste Freundin! Sie hatte ihren Freund nach acht Jahren auf eigene Initiative für mich verlassen, denn sie sei schon länger in ihrer Beziehung unglücklich gewesen.
Mit dieser Entscheidung hatte ich mitnichten gerechnet. Einerseits war ich so unfassbar glücklich, sie an meiner Seite wissen zu dürfen, andererseits vermittelten mir die Umstände der Trennung, von ihrem nunmehr Ex-Freund, tiefe Schuldgefühle, welche ich jedoch aus Selbstschutz zunächst beiseite schob. Schließlich trennte sie sich auf eigenen Wunsch.
Sie war nun meine Freundin. Nie zuvor in meinem Leben fühlte ich mich so von einer Frau begehrt, zumindest für einen kurzen Moment. Wir unternahmen viel gemeinsam und liebten uns beinahe jeden Tag leidenschaftlich. Sie konnte kaum die Finger von mir lassen, vermittele mir sowohl mit Worten als auch Taten das Gefühl, ich sei für sie der Mann ihrer Träume. Im Kerzenschein war sie für mich das schönste Wesen im gesamten Universum.
Schließlich fuhren wir zu zweit in den Urlaub und feierten meinen 30 Geburtstag. Als wir am Abend davor gemeinsam im Strandkorb am Meer saßen und den Sonnenuntergang beobachten, fühlte ich mich wie der glücklichste Mensch der Welt. Die Zeit auf der Urlaubsinsel war magisch, fast schon surreal. Zum ersten Mal in meinem Leben empfand ich Glück in reinster Form. Ich war von dieser Frau schlicht und ergreifend überwältigt, doch ich spürte, dass etwas nicht stimmte.
Von Anfang an besaß ich den Eindruck, dass sie die Trennung von ihrem Ex-Freund nicht wirklich verarbeitet hatte. Wenn wir etwas außerhalb meiner Wohnung unternehmen wollten, mussten wir die Stadt verlassen. Sie wollte nicht, dass wir gemeinsam gesehen werden, schließlich sei die Trennung noch nicht allzu lange her gewesen. Ich äußerte vorsichtig meine Bedenken, dass ich bereits eine ähnliche Erfahrung in meinem Leben gesammelt habe und mich unwohl bei dem Gedanken fühlte, nicht öffentlich zu ihr stehen zu dürfen. Sie entgegnete, es sei ja nicht für immer. Schließlich arbeitete sie mit ihrem Ex-Freund im selben Unternehmen und sie müsse behutsam mit der Situation umgehen. Ihren Worte vertraute ich daraufhin, wenngleich auch mit meinem unguten Gefühl.
Ich unterstütze sie beim Umzug in eine neue Wohnung, gab ihr Halt, wenn sie trauerte, und versuchte in der Hoffnung, eines Tages wäre diese Phase überstanden, ihren Kummer über die Umstände der Trennung so gut wie möglich zu lindern. Aus mir wurde die beste Version meiner selbst!
Doch mit jedem weiteren Tag beschlich mich das Gefühl mehr, dass etwas grundsätzlich nicht in Ordnung sei. Sie verhielt sich immer merkwürdiger, begann mich für Nichtigkeiten zu kritisieren, und kühlte mir gegenüber, bis auf den immer noch sehr intensiven und leidenschaftlichen Sex, mehr und mehr ab.
Vier Wochen nach unserem traumhaften Urlaub, nach insgesamt 2 1/2 Monaten Kurzzeitbeziehung, verließ sie mich eines Morgens eiskalt am Telefon und kehrte zu ihrem Ex-Freund mit der Begründung zurück, „sie vermisse ihr altes Leben“. Ich saß mit dem Hörer in der Hand im Büro und war total geschockt.
Als sie ihre Sachen abends bei mir abholte, sagte sie mir, ich sei „zu gut“ für sie gewesen. Auf die Frage, welchen Fehler ich begangen hätte, antwortete sie, dass ich mich nicht falsch verhalten habe. Das war für mich ein tiefer Schlag in die Magengrube. Sie ging und kehrte nie wieder zu mir zurück.
Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen und ich bin mittlerweile vollkommen am Ende. Sicher, der Zustand wird vermutlich nicht bis an mein Lebensende anhalten. Eines Tages wird es bestimmt wieder besser werden. Das weiß ich. Doch der Gedanke hilft mir momentan nicht sonderlich.
Ich habe Angst, nie wieder für jemanden so empfinden zu können. Mittlerweile weiß ich, dass mir diese Beziehung, so kurz sie auch war, unter den beschriebenen Umständen nicht nur gut getan hat. Die von ihr geäußerte Kritik an mir entbehrte jeglicher Logik. Von einer Idealisierung dieser Person bin ich weit entfernt, die erlebten Momente fühlten sich für mich nichtsdestotrotz aufrichtig, innig und besonders an. Scheinbar war ich mit diesem Gefühl alleine.
Ich bin mittlerweile körperlich total abgemagert und besitze den Eindruck, innerlich mit jedem Tag mehr und mehr zu verbrennen. Mein emotionaler Invest in diese Frau entwickelt sich allmählich in selbstzerstörerische Züge. Mein Kopf ist weiter als mein Herz. Ich fühle mich noch nie so geprüft im Leben wie in diesem Moment und weiß einfach nicht mehr weiter…