Zitat von Sabine:
Da möchte ich dir widersprechen. Schon als Kind war ich so anders. Und weil ich so anders war, der Buhmann in der Klasse, in der Familie. Ich habe immer versucht, mich anzupassen. Dabei habe ich das, was ich als Leben selbst verstand irgendwann ganz aufgegeben. Als Kind hatte ich mehr als ausreichend körperliche Bewegung. Das Netzwerk, hatte ich nie, selbst in der Familie nicht.
Mit 18 war ich schon in psychischer Behandlung. Mit 25 wollte ich das erste Mal aus dem Leben gehen. Weil mich niemand verstand, weil mir nie jemand zuhörte. Weil mich auch keiner fragte, was ich denke oder wie ich zu etwas stand. Man übergang mich einfach von je her. Außer bei meinen Großeltern konnte ich ich sein. Da ging es mir seltsamer Weise immer gut.
Wie auch immer, hätte ich krankhaft Depressionen, wären sie jetzt nicht weg. Weil, das geht ja dann nicht. Oder?
Ich bin wahrlich so tief gefallen, ohne existenzielle Probleme, dass ich so hart aufschlug und verstand, etwas ändern zu müssen. Nicht bei anderen, sondern bei mir. Und das, ohne mich selbst aufzugeben und sogar Stück für Stück wiederzufinden.
Ich kann mich diesen Aussagen von Dir nur anschließen. Das ging ja schon im Kindergarten bei mir los. In der Schule war ich (fast) immer der Außenseiter, weil ich "anders" war/bin. In meiner Familie bin ich die Drama Queen, das schwarze Schaf, der schräge Vogel. Nur bei meinen Großeltern fühlte ich mich akzeptiert und verstanden. Ich gehe stark davon aus, dass meine Großmutter auch eine HSP ist, und ich diese Veranlagung von ihr bekommen habe. Meine Mutter ist auch eine, will es aber (leider) nicht wahrhaben und es nicht für sich selbst anerkennen. Nein, da wird ein riesiger Schutzwall um sich selbst herum gebaut, damit man auch ja keine Gefühle zeigen muss.
Selbstmordgedanken oder Depressionen hatte ich Gott sei Dank jedoch nie deswegen. Meine Therapeutin sagt immer, dass ich dazu viel zu stark und mutig bin. Wow. Denn so denke ich von mir selbst ja überhaupt nicht

Eher das Gegenteil. Selbst nachdem mich mein letzter Partner so hinterhältig hintergangen und betrogen hat, habe ich nie an so etwas gedacht, und bin auch nicht in Depressionen versunken, auch wenn es sich teilweise für mich so angefühlt hat, als würde ich sterben müssen vor emotionaler Schmerzen.
Was mich immer und immer wieder innerlich zerreißt, sind die Abschiede von meinen Kindern, wenn sie von meinem Ex-Mann für die Papa-Wochenenden abgeholt werden. Auf der einen Seite versuche ich die Zeit, die ich dann ganz für mich allein hab, zu genießen. Um Kraft zu tanken und meine Batterien für den Alltag als Alleinerziehende aufzuladen. Auf der anderen Seite will ich nicht ohne sie sein. Dann ist das Haus so leer. Mir fehlen ihre Stimmen, ihre Geräusche, und dass sie nachts in ihren Betten liegen. Ich habe noch keinen Weg gefunden, damit zurecht zu kommen. Wenn sie abgeholt sind, muss ich immer erst einmal ne Runde heulen. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen
