Der Mittwoch war - für einen Dritten von außen gesehen - total nett. Zwei Bekannte, die sich beruflich kennen. Ganz professionell. Wir haben uns sogar kurz unterhalten, fein die Gäste betreut und uns zum Abschied sogar umarmt. In mir drin: die absolute Katasstrophe. Ich war abends komplett durch und fertig.
Gestern war ich erst ganz spät zu Hause. Zwischendrin hatte ich ihm geschrieben, dass ich bei seiner Kollegin was für ihn abgeben werde. Auf Nachfrage schrieb ich ihm, dass es sein Geburtstagsgeschenk ist. Dann hab ich noch zwei unhöfliche sms hinterher geschrieben. Weiß der Geier, was mich geritten hat. Sowas mach ich eigentlich nicht.
Dann war Ruhe auf seiner Seite. Zu Hause, nachdem ich meinem Mann Hallo gesagt hatte, bin ich ins Bett.
Dann: Heulkrampf der extrafeinen Sorte!
Dann hab ich sämtliche sms gelöscht und seine Nummer vom Telefon gelöscht. Auch die kleine Notiz ganz unten im Notizblock, wo ich seine Nummer nochmal abgespeichert hatte (meine kleine Notfallsicherung - die kam schon 2x zur Anwendung. Irgendwie verA.t man sich mit sowas ja selber).
Ich habe die Mails aus meinem 'geheimen' Mailaccount sortiert und mir die rausgesucht, die ich behalten will. Diese Mails habe ich auf einen anderen Mailaccount geschoben, den ich mir dafür angelegt habe. Einfach für irgendwann als Erinnerung. (Er hatte mir ein paar schöne Mails geschrieben, liebe Mails. Momentan kann ich mir die nicht ankucken. Aber irgendwann will ich das vielleicht mal.) Auf eine Frage 'schuldet' er mir noch ne Mailantwort. Sobald die Antwort da ist, lösche ich den kompletten 'geheimen' Account. (die Antwort in dieser Mail - egal, wie sie lautet - ist nicht mehr relevant für meine Entscheidung.

Ich will nur die Antwort von ihm haben. Für mich!)
Diesmal keine Abschiedsmail - das hatte ich schon zweimal und jedes Mal rief er an und danach waren wir wieder 'Freunde'.
Ich schulde ihm nix. Auch keine Erklärung.
Ich weiß, wie ich meine Arbeitstermine legen muss, damit ich ihm nicht mehr über den Weg laufe.
Und heute früh hab ich das Geschenk zusammengepackt und seiner Kollegin im Büro vorbei gebracht. Als ich es auf ihren Schreibtisch stellte, war es irgendwie komisch. Und als ich dann wieder im Auto saß, da wusste ich, dass es das war.
Ich wusste für mich: jetzt ist es genug. Hier ist Schluss!
Mein Telefon werde ich nächste Woche ausschalten.
Sollte keiner groß mitbekommen. Wenn es um mein Telefon geht, bin ich ziemlich unzuverlässig. Zumindest war ich das mal - nur nicht im letzten anderthalben Jahr. Da hatte ich das Ding ständig bei mir. Ratet, warum?

Ich habe vor, diesbezüglich den Ausgangszustand wieder herzustellen. Die Conny hat schon wieder ihr Telefon nicht an....
Irgendwie bin ich momentan total sackig auf alles und jeden. Keine Ahnung.
Und ich will dieses Hoch und Runter einfach nicht mehr. Und ich kanns auch einfach nicht. Soviel muss ich mir jetzt auch selber Wert sein.
Meine Ehe: ich werde es momentan ruhig angehen. Bevor ich einen Schritt gehe, den ich nicht mehr rückgängig machen kann, will ich mir ganz sicher mit meinen Gefühlen sein. Damit will ich nicht rumspielen. Mit meinem Mann auch nicht. Ich will mir sicher sein, dass das, was er für mich ist und was wir beide füreinander sind, nicht ausreicht, um als Familie halbwegs zufrieden miteinander leben zu können. Das große Glück sieht anders aus - das ist mir auch klar. Aber wer hat das schon im Leben? Und die Frage ist doch, wo ich diese Grenze ziehe. Tja, und das muss ich rausfinden. Zusammen mit meinem Mann.
Was andere Männer angeht - da bin ich momentan geheilt. (Es war ja auch nie so, dass ich nach so etwas gesucht hätte. Zumindest nicht bewusst. Vielleicht unbewusst? Kann schon sein. Weiß ich nicht. Aber wenn ich mir momentan im Kopf einen Ausstieg aus meiner Ehe vorstelle, dann bin ich da immer alleine und mach es für mich.)
Was nicht heißt, dass man nicht ab und zu von etwas träumen kann, das man so eben noch nicht gefunden hat.
Jetzt kommt Weihnachten und die Kinder haben schon die Wunschzettel fertig gemacht. Ich will, dass es für sie ein schönes Weihnachten wird mit einer Mutter, die mit dem Kopf und dem Herzen bei ihnen ist und nicht wo anders.
Und: ich hab mir Schuhe gekauft. Zwei Paar!
Und Eiskrem.
Ich glaube, heute ist ein guter Tag. Die schlechten werden kommen, das weiß ich auch.
Danke für die Möglichkeit, das hier alles loswerden zu können!