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ich hatte gestern ein recht intensives Gespräch mit einer fremden älteren Dame während wir auf einen Bus gewartet haben. Manchmal begegnet man ja Menschen und erzählt sich recht schnell die eigene Lebensgeschichte.
Wir haben ähnliches erlebt: Sehr plötzliche Trennung vom Ehepartner wegen einer anderen Frau. Die Männer haben jeweils Nägel mit Köpfen gemacht. Ihrer hat sich sehr schnell scheiden lassen und die neue Frau geheiratet, meiner sich auch sehr kurz nach dem Kennenlernen der anderen aus unserer über 10 Jahre andauernden Ehe gelöst und war sofort mit der anderen zusammen. Beide Male Kinder im Spiel.
Bei der Dame war es über 50 Jahre her, bei mir erst knapp 1 1/2. Sie hat viel Schlimmes erzählt (wirtschaftliche Not, hierauf folgend Unterernährung, psychische Probleme, die ohne Unterstützung gemeistert werden mussten, Stigmatisierung und gesellschaftlicher Ausschluss, kein Kontakt des Kindes zum Vater) und es war sehr bewegend. Ich konnte nur immer wieder betonen, dass ich deutlich weicher gefallen bin. Aber bevor wir uns verabschiedet haben, hat sie sich zu mir gedreht, mich angeschaut und gesagt: "Wissen Sie. Das Schlimmste von all dem war, dass ich nie mehr einem Partner vertrauen konnte. Ich habe es mit Anfang 50 aufgegeben, nach einer vertrauensvollen Beziehung zu suchen und erst seitdem habe ich meinen inneren Frieden gefunden". Ich hätte aus dem Stand heulen können.
Wer von Euch dachte, nie mehr vertrauen zu können und wurde eines Besseren belehrt als er/sie den richtigen Partner getroffen hat? Wie lange hat es gedauert? Was hat dazu beigetragen, wieder richtig vertrauen zu können? Mag jemand erzählen?
Ich will noch nicht glauben, dass es das jetzt für mich war mit der Liebe.