Blanca
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Fremdgehen & Affairen sind facettenreich, keine Frage. Aber was mich noch immer erstaunt daran ist, woher jemand, der sich auf eine Affaire mit einem anderweitig gebundenen Menschen eingelassen hatte, der darin offenbar den Mund im Lauf der Zeit zu voll genommen hat (also von wegen gemeinsame Zukunft, Liebe, etc.) und nun den Rückzug in seine Ehe angetreten hat, allen Ernstes das Recht zu haben glaubt, eine Beendigung dieser Ehe forcieren zu dürfen.
Wo bittschön steht eigentlich geschrieben, daß darauf ein Anspruch besteht, nur weil der Ehe- dem Nebenpartner gegenüber mal was von "Liebe" gefaselt und sich auf Intimitäten mit ihm eingelassen hat? Wo steht eigentlich geschrieben, daß letzterer ihn auf sein Gesülze festnageln und gezielt dazu nötigen darf, seine Ehe zu beenden, um stattdessen eine Festbeziehung zu ihm selbst aufzunehmen?
Liegt es etwa nicht auf der Hand, daß der Ehepartner auch daheim von "Liebe" und gemeinsamer Zukunft geredet hat - also wenn man sich den status quo nur anschaut? Wieso sollen diese Worte gegenüber einer Affaire mehr zählen als gegenüber dem eigenen Ehepartner?
Zwar ist für mich nachvollziehbar, daß man dem gebundenen Teil angesichts des Rückziehers allzuviel Leichtfertigkeit im Umgang mit den Gefühlen der abservierten Affaire vorgeworfen wird - geschenkt. Aber mal ehrlich: Mit welchem Recht maßt so manche Ex-Affaire sich in der Situation eigentlich an, nun auf seine Ehefrau oder gar seine Familie loszugehen?
Mit welchem Recht wird deren Zustand - trotz und gerade angesichts des Rückzugs eben dort- und nicht zur Affaire hin - so vehement bezweifelt? Mit welchem Recht wird die Scheidung regelrecht gefordert, als habe die Affaire auch nur den Hauch eines Anspruchs darauf? Mit welchem Recht wird von einigen hier ständig so getan, als sei die Ehe nichts und die Affaire alles gewesen - auch wenn der Rückzieher einen deutlichen Anlass dazu liefert, auf das genaue Gegenteil zu schließen?
Mit welchem Recht soll eine Ehe (!) plötzlich nicht mehr sein dürfen, weil eine Affaire unbedingt meint, jetzt endlich Festbeziehung werden zu müssen?
Kann mir das mal jemand erklären? Woher rührt dieser merkwürdige Glaube, letztere sei dazu berechtigt?
Was konkret berechtigt sie denn dazu?
